Hamburger SV und St. Pauli fordern mehr Anstrengungen im Kampf gegen Homophobie

Spitzenfunktionäre des Hamburger SV und des FC St. Pauli haben ein homophobes Klima im Profi-Fußball beklagt. HSV-Nachwuchsleiter Bastian Reinhardt sagte, es mache ihn traurig, dass schwule Mitspieler sich bisher nicht dazu bekennen konnten. Ein Outing wäre seiner Einschätzung nach ein erster Schritt in Richtung Normalität. Der Vize-Präsident des FC St. Pauli, Dr. Bernd-Georg Spies, bezeichnete den Profifußball als verklemmt. Wie die Debatte über Homosexuelle geführt werde, sei teilweise absurd und entwürdigend. Reinhardt und Spies äußerten sich am Samstagabend als Gastredner bei der Siegerehrung eines internationalen Hallenturniers schwuler Amateurfußballer in Hamburg. Am “StartschussMasters” nahmen am Wochenende rund 150 homosexuelle Sportler aus ganz Deutschland sowie Schweden, Tschechien und Großbritannien teil. Damit ist das Turnier eines der größten seiner Art in Deutschland. (GAYS.DE berichtete)

Der ehemalige Bundesligaprofi Reinhardt sagte: “Ich würde Haus und Hof darauf verwetten, dass ich auch mit schwulen Fußballern zusammengespielt habe, ohne es zu wissen. Es macht mich traurig, dass sie sich nicht zu dem bekennen konnten, was sie sind.” Er hoffe aber, dass auch diese Mauer in Zukunft fallen werde. Das erste Outing sei eine Frage der Zeit, und dann müssten sich alle mit dem Thema auseinandersetzen, ob sie es wollten oder nicht. “Ich hoffe, dass es in der Folge völlig normal wird, mit schwulen Fußballern zusammenzuspielen, genauso wie es völlig egal ist, ob einer Moslem oder Christ ist”, so Reinhardt. Der HSV-Funktionär schilderte auch sehr persönliche Erlebnisse aus der eigenen Familie. So hätten sich kürzlich zwei seiner Neffen geoutet, und die Familie habe nur gesagt: “Das wurde aber auch Zeit.” Dieses Beispiel zeige, dass die Gesellschaft schon viel weiter sei als der Fußball.

Spies sagte, der Profifußball sei einer der wenigen Lebensbereiche, in dem Verklemmung vorherrsche. Es sei in den vergangenen Wochen absurd gewesen, dass Nationalspieler oder ehemalige Nationalspieler betont hätten, nicht schwul zu sein. Konkret bezog sich der 56-Jährige auf die Äußerungen des ehemaligen Wolfsburger Fußball-Profis Arne Friedrich. Spies sagte, er habe es als “entwürdigend” empfunden, dass so etwas nötig sei für Friedrich. Es gebe in dieser Diskussion keine Entspannung, so dass die Anstrengungen, dieses Tabu zu brechen, eigentlich verdoppelt werden müssten. Das Turnier des schwul-lesbischen Vereins Startschuss SLSV Hamburg sei dafür ein wichtiges Zeichen.

Carsten Stock, Fußball-Abteilungsleiter bei Startschuss, erklärte: “Mit dem Turnier wollen wir ein Signal setzen, Berührungsängste abbauen und zeigen: Wir sind in dieser Stadt angekommen. Auch als Sportverein haben wir die Möglichkeit, für die Anerkennung von Schwulen zu kämpfen und in die Öffentlichkeit zu gehen.” Beim StartschussMasters waren insgesamt 16 homosexuelle Mannschaften angetreten. Im Beisein von Reinhardt und Spies nahmen die “Friends Prague” aus Tschechien den Pokal für den Turniersieg entgegen. Zweiter wurde Vorjahressieger “Vorspiel Berlin”, auf Platz drei landeten die “Stockholm Snipers” aus Schweden. Die Gastgeber aus Hamburg stellten zwei Teams und landeten jeweils auf dem fünften und siebten Platz. Schwule Freizeitfußballer sind seit Jahren untereinander vernetzt und tragen regelmäßig untereinander Turniere aus. Zur Veranstaltung in Hamburg gehörte ein umfangreiches Rahmenprogramm, das den freundschaftlichen und familiären Charakter unterstreicht. Bei der Eröffnungsparty im Herzen von St. Pauli loste Corny Littmann die Gruppen aus, nach der Siegerehrung stand ein gemeinsames Abendessen im Hamburger Rathaus sowie eine Tour durch die Gay-Szene der Hansestadt auf dem Programm.

Der Präsident des SV Werder Bremen, Klaus-Dieter Fischer, erklärte anlässlich des Turniers in einem schriftlichen Grußwort, Fußball habe eine Vorbildfunktion in der Gesellschaft und sollte gerade deshalb Homosexualität nicht zum Tabuthema machen. Das internationale Turnier des Startschuss e.V. schlage Brücken: “Brücken der Toleranz und Akzeptanz, Brücken zwischen den Ländern, Brücken zwischen den Kulturen.” (PM; Bild: StartschussMasters2011)

 

Plus fort que moi – „Es“ ist stärker als ich

Homosexualität in Marokko ist so allgegenwärtig wie überall auf der Welt. Einen „kleinen“ gewaltigen Unterschied zu unserer Gesellschaft gibt es dennoch. Katrin Krämer, Dokumentarfotografin aus Bielefeld zeigt eben diesen mit ihren Bildern auf. Denn obwohl Homosexualität im Land selbst verboten ist, so wollen viele zwischen den „eigenen Grenzen“ leben und die eigenwillige gesellschaftliche Regelung – nennen wir sie Doppelmoral – weiterhin (aus-)leben.

Für eine Semesterarbeit hat die Bielefelderin ein mehr als umfangreiches Thema gewählt. Nicht nur, dass sie sich während der Recherchen selbst auf „dünnem Eis“ bewegt hat, auch das Aufspüren von jungen schwulen Marokkanern war nicht immer einfach.
Homosexualität gilt in dem nordafrikanischen Land als verboten. Zumindest sobald man(n) sich erwischen lässt. Intoleranz und Ignoranz dominieren das gesellschaftliche Miteinander und bestimmen den Alltag. Man trifft sich heimlich – hinter verschlossenen Türen. Denn wer sich nicht öffentlich outet, der kann sich ohne Gefahr im schwulen Freundeskreis bewegen. Dank Internet sogar 24 Stunden rund um die Uhr.

Katrin Krämer hat das soziale Phänomen portraitiert und zeigt in einer Fotoausstellung die Wirklichkeit. Begleitet von Interviews werden die Situationen der Jungs und Männer vertieft und bildhaft.
Eröffnet wird die Ausstellung heute am 2. November um 20:00 Uhr in der Fachhochschule Bielefeld mit einem begleitenden Künstlerinnengespräch.

Plus fort que moi – Portraits schwuler Männer in Marokko: 2. bis 30. November; Fachhochschule Bielefeld, Lampingstraße 3.

Dürfen Muslime nicht homosexuell sein?

Seine angebliche Homosexualität ist einem Muslim aus Bielefeld zum Verhängnis geworden: Die Familie seiner Ehefrau hat „als nötigende Wiedergutmachung“ Geld von ihm gefordert. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wurden dabei mehrfach illegale Mittel angewandt.

Die aus dem Irak stammende Frau und ihr Mann sind seit 2010 nach religiösem Recht verheiratet und leben in Bielefeld. Schon kurz nach der Hochzeit hegte die Frau den Verdacht, ihr Mann sei homosexuell.
Sie hatte ihn nach eigenen Angaben überrascht, als er sich entsprechende Internetseiten auf seinem Laptop ansah, und hatte im Telefonbuch seines Handys die Nummern von Männern entdeckt, die sie
nicht kannte. Die Frau informierte ihre Familie, die außer sich gewesen sein soll.

Nach Ermittlungen der Bielefelder Polizei bestellten die Verwandten den angeblich homosexuellen Ehemann und seine Mutter unter einem Vorwand in eine Wohnung, in der der Mann massiv unter Druck gesetzt worden sein soll. Er wurde aufgefordert, die Ehe sofort aufzulösen und
der Ehefrau alle Gegenstände auszuhändigen, die ihr gehörten.  Zudem sollte er für seine Homosexualität eine Strafe zahlen.

Polizeiangaben nach soll von einer Summe von rund 25 000 Euro zunächst die Rede gewesen sein, später sollen die Verwandten nur noch 10 000 Euro gefordert haben, allerdings mit der Drohung, den
Mann im Weigerungsfall zu töten. Die Staatsanwaltschaft hat bereits Anklage erhoben, die Ermittlungen laufen.

Wir stellen uns die Frage, ob es in Deutschland lebende schwule und bisexuelle Männer mit einer anderen religiösen Identität schwerer haben als Evangelisten und Katholiken.

Kennt Ihr eventuell betroffene Jungs und Männer oder seid Ihr gar selbst „betroffen“? Berichtet über Eure Erfahrungen, Eure Eindrücke und startet mit uns eine neue Diskussionsrunde…

Mehr zum Thema in den GAYS.DE News

Afrika: Homophobe Hetze von Pastor

Ein Pastor im afrikanischen Uganda beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit homosexuellen Sexualpraktiken. Die Rechercheergebnisse werden aber nicht zu Präventionszwecken genutzt, sie dienen homophoben Hetztriaden, gegen die eigenen Mitmenschen. Denn Pastor Ssempa gehört einer Gruppe an, die gegen die „Ausbreitung von Homosexualität alles erdenklich mögliche unternimmt“.

Uganda ist immer noch eines der homophobsten Länder der Erde. Erst das Einschreiten internationaler Institutionen und Politiker hat bewirkt, dass Homosexuelle nicht mit der Todesstrafe verfolgt werden. (GAYS.DE berichtete) Mehr als 75 % der Bevölkerung sehen homosexuelle Handlungen als unmoralisch an, viele sehen in der sexuellen Orientierung gar eine Krankheit.

Dieser Überzeugung ist auch Pastor Ssempa. In öffentlichen „Aufklärungs-„ Veranstaltungen spricht er offen über Sexualpraktiken wie Rimming und Fisting, verschweigt aber, dass diese auch i heterosexuellen Beziehungen genutzt werden. Seine Argumentation beruht einzig und allein auf Unzucht und abnormales, gar krankhaftes Verhalten.

Wenn man den Ernst der fehlerhaften Darstellung einmal außer Acht lassen würde, könnten die Vorträge des Pastors gar komisch wirken. Zumindest seine anschauliche Darbietung vom Kontakt mit dem „Pupu des anderen“. Leider ist dies aber Realität und zeigt die offenen Diskriminierung von Homosexuellen in Uganda.

Coming Out Day 2011

Heute ist internationaler Coming Out Day! Weltweit und das bereits seit 1988 sind Lesben, Schwule Bisexuelle und Transgender aufgerufen sich öffentlich zu zeigen – sich zu outen. Den ersten Schritt des Coming-out-Prozesses zu unternehmen und zu ihrer sexuellen Orientierung zu stehen. Das ‚Verstecken‘ soll endlich ein Ende haben.

Doch leider sieht die Realität oftmals ganz anders aus. Das eigene Outing wird nicht immer als „Befreiung“ empfunden. Viele Lesben und Schwulen halten ihr Privatleben zurück und stellen ihre sexuelle Orientierung hinten an. Sie outen sich nicht – ob das nun persönliche Gründe hat oder aber im sozialen Umfeld begründet liegt. Das eigene Outing ist immer noch ein Hürde – auch wenn sich die Zeiten bereits geändert haben.

Am internationalen Coming Out Day (COD) soll Lesben und Schwulen, Bisexuellen und Transgendern Mut gemacht werden. Insofern jeder dafür bereit ist, ist er aufgerufen sich öffentlich zu zeigen – seine sexuelle Orientierung zu vertreten und ein Zeichen gegen die immer noch anhaltende Homophobie in den Köpfen unserer Mitmenschen zu setzen.

Wir setzen ebenfalls ein Zeichen und outen uns. Mit dem neuen PicBadge könnt auch Ihr dabei sein und ein Zeichen setzen.


Outet Euch am internationalen Coming Out Day!

Mein Mann ist schwul – Und nun?

Die einen wissen es schon immer, die anderen finden es im Laufe ihres Lebens heraus. Schwulsein oder auch die eigenen bisexuelle Neigung zu akzeptieren fällt nicht jedem leicht. Besonders schwer fällt es vielen, wenn sie seit Jahren ihre eigene Sexualität verdrängen, nicht akzeptieren wollen. Sie leben ihren Alltag und führen ein ‚Doppelleben‘.

Doch was ist, mit den Frauen, den Familien. Was ist wenn sich der eigene Partner nach langen Jahren plötzlich outet? Wie reagieren die (Ehe-)Frauen und der Rest der Familie? Obwohl die Mehrheit der Männer von einer inneren Befreiung ausgehen kann, für andere bricht oftmals eine Welt zusammen.

Das Familiennetzwerk „Tangiert“ ist eine Selbsthilfegruppe im Raum Frankfurt, die sich mit eben dieser Thematik beschäftigt. Die Selbsthilfegruppe (mittlerweile auch mit bundesweiten Regionalgruppen) gibt Hilfestellungen und Ansätze zur Neuorientierung. Gemeinsam werden neue Perspektiven erarbeitet und die Situation wird zu meistern versucht.

„Beim Gruppentreffen erleben viele Frauen erstmals, dass sie in dieser Situation nicht allein sind, dass sie über ihre Gefühle sprechen können und dass sie verstanden werden.“, so Astrid, Gründerin der Selbsthilfegruppe.

Ein wichtiges Anliegen ist ihr, dass die Männer nicht (immer) als Sündenböcke dargestellt werden dürfen. Sie selbst habe die Erfahrung gemacht, und musste „den Schock“ erst für sich überwinden. Ein stetiger Austausch, gerade bei gemeinsamen Kindern, ist wichtig – Nicht nur für das eigene Wohl auch um allen die Möglichkeit zu geben, zu verstehen und zu akzeptieren.

Wir möchten mit diesem Beitrag zeigen, dass wir die Arbeit von „Tangiert“ sehr lobenswert finden. Im gleichen Atemzug möchten wir aber auch denjenigen eine mögliche Hilfestellung aufzeigen, die selbst in einer solchen Situation sind. Nicht immer ist die eigene sexuelle Orientierung für jeden offen auslebbar. Oftmals ist ein Doppelleben und Angst vordergründig – Anlaufstellen gibt es im Netz. Mit „Tangiert“ auch eine für den Rest um Euch herum.

GAYS.DE Bild der Woche: Wir sind Papstprotest!

Das Bild der Woche KW 38 ist passend zum Besucht von Papst Benedikt XVI. gewählt: Ein Kreuz mit Regenbogenflagge. Denn egal ob gläubig oder nicht – wir alle existieren und haben ein Recht unser Leben so zu gestalten, wie wir es für richtig halten.

Genau diesen Kerngedanken haben gestern auch mehr als 15.000 Menschen in Berlin verfolgt. Bei der Demonstration „Keine Macht den Dogmen“, organisiert vom Bündnis “Der Papst kommt“ , haben unterschiedliche Interessengruppen gemeinsam, friedlich gegen die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes ihren Protest geäußert. Nach einer kurzen Verzögerung durch die Behörden vor Ort, sprachen mehrere Redner/innen zum Thema Frauen, Homosexualität, Kondompolitik sowie Trennung von Kirche und Staat am Potsdamer Platz. Anschließend zogen alle gemeinsam Richtung Bebelplatz.

Der Zug der „Papstgegner“ startete mit ca. 10.000 Teilnehmern. Unter ihnen auch Uta Ranke-Heinemann, Volker Beck und weitere Abgeordnete des Deutschen Bundestages. DJane MARUSHA sorgte nach den letzten eindringlichen Worten der Redner für eine entspannte Partyatmosphäre, bei der der Tag „ruhig“ ausklang.
Hingegen anderslautender Medienberichten blieb die Veranstaltung bis nach der Abschlusskundgebung friedlich, wie die Einsatzkräfte vor Ort bestätigten.

Das Bündnis „Der Papst kommt“ wurde Anfang des Jahres vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg initiiert. Dem Bündnis gegen die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes haben sich inzwischen 70 Organisationen angeschlossen. Die Demonstration, die parallel zur Rede des Papstes im Deutschen Bundestag stattfand, wurde vom Berliner CSD e.V. organisiert.

Das GAYS.DE Bild der Woche wurde von unsere lieben Daggi geschnappschusst. Mehr Bilder und Arbeiten der Jungfotografin auf maizucker.de.

Mehr zum Thema:

Weiterlesen im GAYS.DE Newsblog
Reaktionen auf die Papst-Rede
Protest gegen den Papst: „Keine Macht den Dogmen“
Tausende protestieren in Berlin gegen Papst-Besuch (VIDEO)
“Ratze, go home!”

ZDFinfo: Homosexualität und die katholische Kirche

Der digitale Kanal ZDFinfo befasst sich in einer Dokumentation mit dem Thema „Homosexualität und die katholische Kirche“. “Homosexualität ist Sünde!” Mit dieser Aussage sorgte der Essener Bischof Franz Josef Overbeck 2010 für Aufsehen. Für den Kölner Theologen David Berger (GAYS.DE berichtete über sein Berufsverbot) ist dieser Satz Ausdruck einer zunehmenden Homophobie in der katholischen Kirche. Der Film “Du sollst nicht schwul sein!”, der heute um 20.15 Uhr in ZDFinfo gezeigt wird, geht den Entwicklungen in der katholischen Kirche nach.

Dabei geht es den Autoren Jürgen Erbacher, Jan Frerichs und Maria Trübswetter auch um die grundsätzliche Frage, woher die ablehnende Haltung der katholischen Kirche gegenüber der Homosexualität kommt und warum viele Homosexuelle trotzdem nicht aus der Kirche austreten, teilweise sogar dort arbeiten.

Theologe Berger äußert sich im Film besorgt über die Entwicklung in den vergangenen Jahren. Homosexualität sei immer kritisch beurteilt worden, doch gebe es seit der Jahrtausendwende eine regelrechte Kampagne gegen Schwule. Er sieht sich selbst auch davon betroffen: Nachdem er sich geoutet hatte, wurde ihm vom Kölner Erzbischof Kardinal Meisner die Lehrerlaubnis zur Erteilung von Religionsunterricht entzogen.

Link zum Video.

Die ZDFinfo-Dokumentation berichtet von Homosexuellen, die trotz Anfeindungen und Schmähungen zur katholischen Kirche stehen. “Du sollst nicht schwul sein!” wird am Freitag, 30. September, 12.00 Uhr, in 3sat wiederholt. (Quelle: PRIDE1/td)

Die „neue“ Homosexualität von Apple-Chef Cook

Wenn es was Neues wäre, könnte man die ganze Aufregung ja vielleicht noch verstehen. Aber das Apple-Chef Cook homosexuell ist, dass ist nun bekannt. In den Vereinigten Staaten ist dann eben doch alles anders: Denn die sexuelle Orientierung des öffentlichkeitsscheuen Cook sorgt für Diskussionen. Bereits von einigen Monaten erschienen erste Berichte über den schwulen Nachfolger von Steve Jobs. Erste Gerüchte über den nun „mächtigsten Schwulen Manager der Welt“ machten die Runde. Jetzt legen die US-Journalisten noch einen nach: Die sexuelle Orientierung des neuen Apple-Chefs dürfe kein Tabu sein.

Ob Zwansouting oder nicht – Cook wird in Zukunft mitten im Rampenlicht stehen. Nicht zwingend aufgrund seiner Homosexualität, in Verbindung mit seiner Position bei Apple jedoch umso mehr.
Entfacht hat die ganze Diskussion anscheinend ein Reuters-Journalist. In einem Kommentar forderte er seine Kollegen dazu auf, die sexuelle Orientierung Cooks nicht zu tabuisieren. Für viele Menschen – die aufgrund ihrer eigenen Sexualität diskriminiert werden – sei Cook ein Vorbild. Immerhin hat er geschafft, was für viele Schwule und Lesben noch unerreichbar scheint. Schwul und erfolgreich – Das ist Apple-CEO Tim Cook.
Doch die Stimmen zu Cook hallen auch in die andere Richtung. „Das Outing als Schlagzeile zu nutzen ist kein Journalismus, sondern Bloßstellung und verachtend.“, heißt es in einem US-Magazin.

Ob schwul, lesbisch, bi- oder heterosexuell – die sexuelle Orientierung darf nicht ausschlaggebend für die berufliche Qualifikation sein. Diversity Management ein wichtiges Thema, was noch lange aktuell bleiben wird.

meritus Unternehmenspreis: Diversity in Österreich

Die Zeit drängt. Nur noch wenige Wochen haben Österreichs Unternehmer Zeit, ihre Bewerbung zum „meritus“ Unternehmenspreis einzureichen. Ein Preis, der die besondere Förderung und den vorbildhaften Umgang mit homosexuellen Angestellten würdigt. Der „meritus“ ist die erste österreichische Auszeichnung für Unternehmen, die sich in der Diversity-Dimension Homosexualität” engagieren. Vorschläge können noch bis 15. September 2011 eingereicht werden.

Verliehen wir der Preis in diesem Jahr zu zweiten Mal. Die Queer Buisness Woman (QBW) und die   Jungs von austrian gay professionals  (agpro) möchten damit auf Firmen aufmerksam machen, die die sexuelle Orientierung ihrer Mitarbeiter nicht als Ausschlusskriterium sehen, sondern vielmehr eben von dieser profitieren und den/die Angestellte/n mit all ihren/seinen Kompetenzen fördern und fordern. Die gesellschaftliche Akzeptanz am Arbeitsplatz sowie die offene Ansprache von Zielgruppen sind dabei besonders vorrangig zu betrachten. Lesben und Schwule sollen sich eben nicht verstecken müssen, sonder vielmehr eine Bereicherung für das Unternehmen in jeglicher Hinsicht sein.

Neu in diesem Jahr ist, dass der Preis zweigeteilt wird. Zum einen werden Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern bewertet und zum anderen Großunternehmen ab 251 Angestellten. In der Jury sitzen Mitglieder aus Politik und Wirtschaft.
Verliehen wird der Preis im Rahmen einer feierlichen Gala am 20. Oktober 2011.