„Sado-Maso“, „Orgasmus“ oder „Darkroom“ – Grundschulkinder wissen Bescheid

Zumindest ab dem neuen Schuljahr können die Grundschüler in Berlin mitreden (GAYS.DE berichtete). Denn ab da bereichert ein neuer Bücher- und Spielkoffer den Lernalltag der Kinder. In den ersten vier Schuljahren soll den Jungs und Mädchen dabei aber lediglich die Vielfalt des Sexuallebens näher gebracht werden. Begriffe wie „Sado-Maso“, „Organsmus“ oder „Darkroom“ sollen frühestens in der Sekundarstufe I, also ab der fünften Klasse eine Rolle spielen.

Die Berliner „BZ“ hetzte in den letzten Tagen immer wieder damit, dass ein neues Unterrichtsfach namens „Schwul“ geschaffen würde, vergaß dabei aber in jeder Berichterstattung die eigentlich Absicht des Kultusministeriums. Diese ist in etwa die gleiche wie die des Berliner Abgeordnetenhauses, welches in einer Abstimmung vom April 2009, einstimmig dafür stimmte dieses Vorhaben in die Praxis umzusetzen. „Selbstbestimmung und Akzeptanz  sexueller Vielfalt“ – unter diesem Namen wird die neue Initiative geführt und vorangetrieben. Dabei ist es allen Unterstützern wichtig, den Grundschülern neben einem neuen, vielfältigeren Bild der Familie vor allem Toleranz zu vermitteln. Die immer noch anhaltende Diskriminierung und Gewalt gegenüber Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender soll mit dem neuen Lernmittel deutlich reduziert werden.

„Es war einmal…“ – so fangen viele Märchen an, doch in kindlicher Sprache erklärt eines der Bücher auf diesem Weg den Wandel vom traditionellen Familienbild hin zu dem heutigen. Und eben da gehören neben Alleinerziehenden auch gleichgeschlechtlich liebende Eltern dazu. In der Geschichte  vom König, der keine Prinzessin fand und letztendlich mit einem weiteren König das Land regiert werden die Kinder auf homosexuelle Paare aufmerksam gemacht und ihnen wird erklärt, das auch das zu unserer Gesellschaft gehört. Das diese Lernform auch fortgesetzt werden kann zeigen Beispiele die bereits seit 2006 in Berlin zum Einsatz kommen. In Sek I und II können Lehrer ebenso wie die Jugendlichen selbst Infomaterial im Internet sammeln und verschiedenen Unterrichtsmaterialen nutzen. So lernen Jugendlich ihre Hemmungen bei Begriffe wie „Orgasmus“ und „Darkroom“ abzubauen indem sie diese pantomimisch darstellen und erklären. Ein anderes Beispiel sind verschiedene vorbereitete Rollenspiele. In ihnen sollen sich die Kinder und Jugendlichen in die Rolle der Lesbe/des Schwulen versetzen und ihr Coming Out durchspielen. Erfahrungen und Situationen, die nicht nur den Blickwinkel sondern vielmehr die grundsätzliche Denkweise erweitern.

Leider scheint eben dieser Ansatz nicht bei allen anzukommen. Eine breite Diskussion über die neuen Lernmittel und deren Einsatz ist bereits entfacht – hier ein kleiner Einblick.

Hamburg erwartet 300.000 Besucher zum 31. CSD!

Unter dem Motto „Trau Dich! Zeig Dich! Out ist in.“ feiern Homo-, Bi- und Transsexuelle vom 30. Juli bis 7. August 2011 den 31. Christopher Street Day (CSD) in Hamburg. Höhepunkte sind das CSD-Straßenfest an der Alster sowie die große CSD-Parade, die am Samstag, den 6. August ab 12 Uhr durch die Hamburger Innenstadt zieht. Eine festliche Eröffnungsgala, zahlreiche Infoveranstaltungen und verschiedene Partys runden das Programm ab. Schirmherr des CSD ist in diesem Jahr Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz.

Der Hamburger CSD steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Coming-outs. Mit dem Motto „Trau Dich! Zeig Dich! Out ist in.“ sollen sowohl jüngere als auch ältere Besucher angesprochen und dazu motiviert werden, sich zu ihrer sexuellen Identität zu bekennen. „Viele haben Angst davor, sich in der Öffentlichkeit zu outen“, sagt Lars Peters, Erster Vorsitzender des organisierenden Vereins Hamburg Pride. „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, den Betroffenen Mut zu machen, sie zu stärken und ihnen zu zeigen, dass sie mit ihren Ängsten und Problemen nicht alleine sind.“

Im Gegensatz zu einigen europäischen Ländern werden Homo-, Bi- und Transsexuelle in Deutschland noch immer in verschiedenen Bereichen benachteiligt. Der 31. CSD fordert deshalb die volle rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, eine Öffnung des Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche Paare sowie die Ergänzung des Grundgesetzartikels 3 um das Merkmal „Sexuelle Identität“. Auch eine Reform des Transsexuellengesetzes sowie eine Entschädigung aller nach 1945 wegen homosexueller Handlungen verurteilter Menschen gehören zum Forderungskatalog.

Mit zahlreichen Fußgruppen, PKWs und Trucks zieht am Samstag, den 6. August die CSD-Parade durch die Hamburger Innenstadt. Um 12 Uhr startet die Demonstration in der Langen Reihe und zieht in die Mönckebergstraße, wo gegen 13:45 Uhr eine politische Kundgebung stattfindet. Anschließend geht es über die Lombardsbrücke zum Jungfernstieg, wo die Parade gegen 15:30 Uhr endet.  Bereits am Freitag, den 5. August öffnet das CSD-Straßenfest auf dem Jungfernstieg und dem Ballindamm seine Tore. Bis einschließlich Sonntag sorgen zahlreiche Infostände, Gastronomiebetriebe und Musikinseln für ein buntes Treiben. Bands, Künstler, Politiker und führende Szenevertreter werden auf der Talk- und Musikbühne gegenüber der Europa-Passage erwartet. Das CSD-Straßenfest ist an allen Veranstaltungstagen bis 22/24 Uhr geöffnet.

Offiziell eröffnet wird der Hamburger CSD bereits am 30. Juli mit der PRIDE NIGHT, der festlichen Gala in den „Fliegenden Bauten“. Stars des Abends sind unter anderem Travestieikone Elke Winter und TV-Moderatorin Kim Fisher. Beginn ist um 19:30 Uhr. Im Anschluss steigt in den „Fliegenden Bauten“ ab 23 Uhr die offizielle CSD-Opening-Party, die erstmals in Kooperation mit der größten Hamburger Szenepartyreihe Pink INC stattfindet. Bis zum 7. August stehen mehr als  100 Veranstaltungen auf dem Programm, darunter Lesungen, Diskussionen, Partys und ein Open-Air-Kinoabend im Schanzenpark. Zentraler Veranstaltungsort der Pride Week ist das CVJM-Haus an der Alster, das vom 31. Juli bis 4. August als „Pride House“ täglich ab 17 Uhr geöffnet hat.

Der erste Hamburger ELECTRO PRIDE startet am Freitag, den 5. August um 23 Uhr im Uebel&Gefährlich. Headliner ist das international gefeierte DJ-Duo M.A.N.D.Y. (Get Physical Music, Berlin). Aber auch nach der Parade darf noch einmal bis in die Morgenstunden gefeiert werden. Im Edelfettwerk beginnt am Samstag, den 6. August um 22 Uhr der PRIDE DANCE, die größte CSD-Abschlussparty der Stadt. Auf drei Floors, zwei Chillout-Lounges und einer Outdoor-Area sorgen insgesamt acht DJs für eine lange Nacht. Unter anderem dabei: Ben Manson (Walkgroup/La Demence, Brüssel), Frau Hoppe (Wunderbar) und DJ Berry E. (Pop The Floor).

Alle CSD Termine aus Deutschland und Europa findet Ihr auch im GAYS.DE CSD & Pride Guide. Zudem alle Bilder der GAYS.DE Reporter sowie von ausgewählten Veranstaltungen.

Bielefeld – …und die Flagge wird hängen!

In Bielefeld wurde heute heftig darüber diskutiert, ob das Hissen der Regenbogenflagge zum Christopher Street Day rechtens ist und ob somit nicht andere Vereine, Interessengemeinschaften, etc. das Recht auf Gleichbehandlung erhalten müssten.

In einem, vom Netzwerk lesbischer und schwuler Gruppen in Bielefeld e.V. und GAYS.DE organisierten, stillen Protest, wurde heute pünktlich zur Sitzung des Haupt- und Beteiligungsausschusses, die Meinung der Schwulen und Lesben in Bielefeld erfolgreich vertreten. Mehr als 50 Teilnehmer waren vor dem Bielefelder Rathaus zusammengekommen, um gemeinsam gegen das Vorhaben der BfB (Bürger für Bielefeld) zu protestieren. (GAYS.DE berichtete)

Auf die Anfrage der BfB, ob die Flagge nun zum Christopher Street Day 2011 am Rathaus gehisst werde, hatte Oberbürgermeister Pit Clausen nur eine klare Antwort: „JA! Denn ich finde dies ist eine wunderbare Möglichkeit symbolisch auszudrücken, dass Bielefeld eine moderne Großstadt ist, in der die Menschen einander ohne provinzielle Ressentiments begegnen.“. In seiner weiteren Stellungname vor den teilnehmenden Fraktionen gab er klar zu verstehen, dass der CSD weder Brauchtum noch Party sei. „Im Gegenteil, denn ein Christopher Street Day ist ein Festtag, Gedenktag und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern. Gefeiert und demonstriert wird für die Rechte dieser Gruppen sowie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung.“, so Clausen.

Die Teilnahme von Oberbürgermeistern und anderen Politikern an CSD Veranstaltungen ist durchaus nichts Besonderes. In Köln wird der Christopher Street Day durch OB Jürgen Rothers eröffnet. In Düsseldorf ist OB Dirk Elbers Schirmherr und in Dortmund übernimmt Ministerpräsidentin Hannelore Kraft das „Amt“. In München lädt das Stadtoberhaupt Christian Ude sogar zum Rathaus Clubbing, einer Riesenparty in den Sitzungssälen und dem Innenhof des Rathauses.

„Als moderner Oberbürgermeister einer modernen Großstadt zeige ich mit der Beflaggung meine Zustimmung zu einer Botschaft. Ich zeige damit, dass in Bielefeld die Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung willkommen sind. In Bielefeld wird die Liebe respektiert – egal ob hetero oder schwul oder lesbisch. Dabei bin ich mir der Zustimmung der Bielefelder und Bielefelderinnen sicher.“, so Clausen in seiner weiteren Ausführung.

Mit diesem Statement steht das Stadtoberhaupt aber nicht alleine da. Auch die Grünen begrüßen die klaren Worte und wünschen Ralf Schulze gar eine gute Genesung. Unterstützung erhielt Clausen auch aus den Reihen von der Linken und FDP.

Bielefeld hat heute gezeigt, wo Lesben und Schwule stehen. Die Diskriminierung die mit den Nationalsozialisten begonnen hat, darf in der heutigen Zeit nicht fortgeführt werden. Allein deshalb ist es nur umso erfreulicher zu verkünden: Die Regenbogenflagge wird auch weiterhin in Bielefeld zum Christopher Street Day gehisst werden!

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Kein Homo-Verbot im Koran

Homosexualität. Männer die mit Männern Sex haben. – Für den Islam ein Unding, denn eigentlich gilt homosexuelles Verhalten als Verboten. Doch wie der Islamwissenschaftler Andreas I. Mohr behauptet, steht im Koran überhaupt nichts davon. Kein einziges Wort, keine explizierte These werde aufgeführt.

Mohr selbst hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die Religion mit der sexuellen Orientierung zu vereinen. Zumindest beschäftigt er sich fast täglich damit. Homosexualität und islamistischer Glauben – für ihn kein Ding des Unmöglichen. Vielmehr zwei Lebenssituationen die durchaus mit einander vereinbar sind.

Seiner Meinung nach werden die Stellen im Koran fälschlicherweise auf die gleichgeschlechtliche Liebe herangezogen. Die Auslegung nach sexuellen Kontakten in einigen Suren seien wohl schon nachvollziehbar, auf Homosexualität anzuspielen jedoch eine Übertreibung, so Mohr. Er unterstreicht hingegen, dass die Ansprache eindeutig auf verheiratete Männer hinziele – demnach also Ehebruch der eigentliche Kontext sei.

Mohr ist der festen Überzeugung, dass das islamische Strafrecht, welches Homosexualität in all seinen Formen verbietet, nicht Gottes Werk sei sonder lediglich menschliche Willkür.

 

Bauer sucht Mann

Philipp sucht Frau ähhhm Mann

Seit 2005 begeistert die RTL-Sendung „Bauer sucht Frau“ Millionen. Wenn Inka Bause zum Scheunenfest lädt stellen sich je zwei Frauen einem Kandidaten persönlich vor. Die unzähligen Zuschriften im Vorfeld, wurden bis dato argwöhnisch von den (Jung-)Bauern gesichtet und die jeweilige Staffel kann starten.

In Auflage sieben, der wohl beliebtesten Kuppelshow der Deutschen, zeigt RTL nun, dass auch die gleichgeschlechtliche Liebe ins Sendeformat passt. In der kommenden Staffel (Start 13. Juni 2011) wird allem Anschein nach ein junger homosexueller Mann namens Philipp seine neue Liebe suchen. Wie sein Traumtyp allerdings aussehen wird, das verrät Inka Bause erst zum Scheunenfest im Sommer. Lediglich Philipp weiß jetzt schon, was bzw. wen er sich wünscht.

Der 27-jährige sucht einen Partner, der mit beiden Beinen im Leben steht und weiß was er will. Tierliebe und bestimmt keine Dramaqueen deuten wir, denn Philip liebt seinen Job und seine Dogge mindestens genauso wie seinen zukünftigen Traum-Bauern.

Wer sich selbst von Philipp ein Bild machen möchte, der sollte Pfingstmontag „Bauer sucht Frau – Die neuen Bauern“ anschauen. Anschließend könnt Ihr Euch dann bei Philipp oder einem anderen Lieblingsbauern „bewerben“. Mit ein bisschen Glück seid ihr dann einer von zwei Auserwählten für das Scheunenfest im Sommer und vielleicht auch zum Probewohnen auf Philipps Hof eingeladen…

„Neben der Vorstellung der neuen Bauern gibt es an Pfingstmontag auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten: Vor knapp zwei Jahren lernten sich Milchbauer Josef (50) und Narumol (46) bei der fünften Staffel von „Bauer sucht Frau“ kennen und lieben. Nach der romantischen Bauernhochzeit im Sommer 2010 ist die Liebe der beiden nun perfekt: Das Paar erwartet sein erstes gemeinsames Baby, Narumol ist im siebten Monat schwanger.“, wie RTL mitteilte. (Bild: ©RTL, Bauer sucht Frau 2011)

Münster gründet Netzwerk gegen Homophobie

Gerade im Jugendalter ist es schwer zu sich, seiner Sexualität oder aber zu dem besten Freund zu stehen, der grad sein Outing durchlebt. Viele Jugendliche kennen es, wenn sich niemand mit ihnen in eine Umkleide teilen möchte. Oftmals gelten sie als Außenseiter und werden von ihren Mitschülern beschimpft und gehänselt.

Alexander Daum kennt das. Immer wieder erzählen ihm Jugendlich von eben diesen Erlebnissen. Das die Jungs und Mädels homosexuell sind oder sich gerade Gedanken darüber machen, dass sie eben doch anders sind als ihre Mitschüler, das weiß auch Alexander. Im Auftrag von verschiedenen Projekten ist er im Münsterland unterwegs und beschäftigt sich mit eben diesen Vorurteilen, die die Jugendlichen beschäftigen. „Gerade gegenüber homosexuellen Kids ist es schwer. Die meisten Mitschüler bilden sich keine eigene Meinung. Sie hören auf das, was die Mehrheit sagt.“, so Daum.

Und eben aus diesem Grund haben sich eine Reihe von Vereinen und Einrichtungen zusammengetan und das neue Netzwerk „Queere Jugendarbeit in Münster“ gegründet. Erstes gemeinsames Vorhaben ist es am Dienstag, 17. Mai – dem internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie – in Schulen über eben diese und die sexuelle Vielfalt aufzuklären. Vom einfachen Infostand bis hin zu Unterrichtsbegleitung und Diskussionsrunden sind zahlreiche Aktionen geplant.  Weiterführend geplant ist zudem ein Jugendtreff in der Alten Dechanei zu etablieren. Unter dem Namen „Track“ können sich dann ab Ende Mai die Jugendlichen immer dienstags ab 17 Uhr treffen und unter fachkundiger Begleitung Gleichgesinnte kenne lernen.

Zu „Queere Jugendarbeit in Münster“ gehören: Die Aids-Hilfe Münster, die Arbeiterwohlfahrt Münsterland-Recklinghausen, der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe, das Kommunikations Centrum Münsterland (KCM), der Lesben-Verein LiVas, Pro Familia Münster und der Sozialdienst katholischer Frauen Münster.

Die ganze Familie unterm Regenbogen

Frühlingsgefühle in Osnabrück: Zum bereits 33. Mal findet GAY IN MAY, die Schwul-Lesbischen Kulturtage zwischen dem 4. und 29. Mai 2011 an verschiedenen Orten in der Stadt statt.
Ob homo-, bi- oder transsexuell: Wie zuvor verbinden die Veranstalter dabei Kulturelles mit politisch-emanzipatorischen Anliegen. Wobei dieses Jahr das Motto „Wir sind Familie“ lautet.

Denn ob Promis wie Patrick Lindner oder Hollywood-Filme wie jüngst „The Kids are All Right“ – schwule Väter und lesbische Mütter sind längst Realität. Auch in den Medien. Wie aber sieht die Realität von „Regenbogenfamilien“ aus, zehn Jahre nach Inkrafttreten des Lebenspartnerschaftsgesetzes? Wie lautet die Bilanz? Welchen Diskriminierungen sind Schwule und Lesben noch immer ausgesetzt? Wie gestaltet sich das Adoptionsrecht? Was bedeutet Familie heute, wo gerne von „Patchwork“ geredet wird und von Überalterung der Gesellschaft?

Und: Wie erleben Homosexuelle das Alter? „Gay and Grey“ – wie lassen sich alternative Lebensformen gestalten und welche besonderen Bedürfnisse haben Lesben und Schwule im Seniorenalter? Und überhaupt: Lassen sich Familienbande nur biologisch begründen? Oder heißt es nicht einfach, dass Menschen füreinander einstehen?

Fragen, denen in Vorträgen, Gesprächen und Filmen nachgegangen wird.

Daneben gibt es auch weitere Highlights. So etwa auch die bereits 20. Verleihung des ROSA COURAGE-Preises, mit dem das Engagement und die kulturelle Leistung von Menschen ausgezeichnet werden, die sich für queere Lebensentwürfe einsetzen oder diese in besonderer Weise vermitteln. Zu den prominenten Preisträgern vergangener Jahre wie etwa Ralf König, Maren Kroymann, Hella von Sinnen oder Wieland Speck, gesellt sich dieses Jahr die Autorin Karen-Susan Fessel, die mit ihren Büchern für Kindern und Erwachsene bereits einem großen Publikum bekannt ist. Die Verleihung wird in einem feierlichen Rahmen morgen im Osnabrücker Rathaus stattfinden.

Desweiteren finden Kinoveranstaltungen statt, es gibt etwa die bereits legendäre Grand Prix-Party, einen Queer Tango Argentino-Kurs, einen Gay in May-Gottesdienst, ein „Queerschießer Fußballturnier“ und vieles andere mehr.

Informationen über alle weiteren Veranstaltungen, Orte und Uhrzeiten findet Ihr in den ausliegenden Programmheften oder direkt auf der GAY IN MAY Website.

Neue Web-Serie über homosexuelle Jugendliche

In einem Land in dem Homosexualität verpönt ist schlägt eine Web-Serie über homosexuelle Jugendliche ein wie eine Bombe. Nicht nur das in Kolumbien die Mehrheit der Einwohner katholisch ist und somit dem göttlichen Leitbild der Ehe treu ist, auch ihre Meinung gegenüber der gleichgeschlechtlichen Liebe ist alles andere als neutral und weltoffen.

Ein 19-Jähriger hat es nun geschafft, nicht nur den Medien eine „Sensation“ zu präsentieren, sondern auch seinen Gleichgesinnten. Die erste große Web-Serie über homosexuelle Jugendliche „Yonkis“ begeistert, verärgert und verbindet zu gleich. Hintergrund seiner Serie ist sein Fable für Videobloggin. Nicht nur seine Leidenschaft, auch seine sexuelle Orientierung haben letztendlich dazu beigetragen, Kolumbiens erste LGBT-Webshow zu produzieren.

Mit „Yonkis“ möchte Jhoncito erreichen, dass das Bild der Schwulen und Lesben in seinem Land verbessert wird. Aufklären, mit Vorurteilen brechen und die Wirklichkeit vor Augen führen sind seine Intentionen. Vom Drehbuch bis hin zur Postproduktion – der junge Student stemmt bisher alles alleine. Unterstützung erhält er in Form von Kommentaren, steigenden Zuschauerzahlen und immer mehr Anhängern in der Netzgemeinde.

Hier ein Einblick in eine  aktuelle Folge :

Homosexuelle Jugendliche haben eine vier Mal höhere Selbstmordrate

Jugendliche die sich als homosexuell sehen, haben mit 21,5 Prozent eine vier Mal höhere Selbstmordrate. Das haben amerikanische Wissenschaftler in einer Befragung unter 32.000 Elftklässlern herausgefunden.

Schuld daran ist das homosexuellen-feindliche Umfeld der Jugendlichen. Sobald es aber Projekte gegen Diskriminierung gibt, sinkt die Selbstmordrate – und das gilt auch für heterosexuelle Jugendliche, berichtet  PRIDE1.

Was sagt Ihr dazu: Gibt es genügend Maßnahmen zur Präventions- und Aufklärungsarbeit in Deutschland oder muss noch mehr angeboten werden? Wie sind  Eure Erfahrungen in Stadt und Land und welche Reaktionen habt Ihr schon erlebt? Wir freuen uns auf Eure Kommentare.

Zu unbequem? – Hacker legen PRIDE1 Homepage lahm

Am Samstag waren viele überrascht, als sie die PRIDE1-Homepage aufrufen wollten und statt aktuellen Nachrichten aus dem LGBT-Bereich eine Fehlerseite angezeigt bekamen. Hacker haben die PRIDE1-Server massiv attackiert und waren zunächst erfolgreich.

Seit 2006 informiert PRIDE1, Deutschlands erfolgreichster Radiosender im Netz mit einem regelmäßigen Live-Programm über Themen aus dem LGBT-Bereich und darüber hinaus. Die neutrale Berichterstattung über eine immer noch existierende Diskriminierungen gegen Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen oder Themen wie Homophobie oder Gewalt gegen die LGBT-Szene scheinen dabei nicht überall gerne gesehen und gehört zu werden.

„Angriffsversuche auf unsere Server haben wir nahezu täglich“, berichtet Kai Tillmann, PRIDE1-Moderator und Sendeleiter. „Aufgrund der permanenten Hacker-Angriffe haben wir ohnehin schon sehr hohe Sicherheitsstandards – Im aktuellen Fall war jedoch eine derartige hohe und „professionelle“ kriminelle Energie am Werk, dass die Angreifer erfolgreich waren“, so Kai Tillmann weiter.
Das gesamte Online-Angebot von PRIDE1 wurde am Samstag von den Hackern gelöscht. Für mehrere Stunden war die Homepage nicht erreichbar – das Radioprogramm war von den Hacker-Angriffen glücklicherweise nicht betroffen.

„Unserer Technik ist es nach wenigen Stunden gelungen, die Homepage wieder in Großteilen online zu stellen. Allerdings ist das Angebot derzeit sehr eingeschränkt. Wir arbeiten gerade mit Hochdruck daran, unser Nachrichtenarchiv und andere Bereiche der Homepage wieder herzustellen. Dies kann allerdings noch einige Wochen dauern“, so Kai Tillmann.

Hinzu kommt, dass PRIDE1 zukünftig in noch höhere Sicherheitssysteme finanzieren wird, um noch besser geschützt zu sein. „Es ist traurig, dass Menschen immer wieder gewalttätig werden, wenn Argumente nicht weiterhelfen“, bedauert Markus Leizbach, Moderator und Sendeleiter von PRIDE1. „Unsere Berichterstattung ist vielleicht nicht immer bequem, dafür aber immer neutral und wertfrei. Davon werden wir auch in Zukunft nicht abrücken“, so Markus Leizbach weiter. (PM)

Auch GAYS.DE war im vergangenen Jahr Opfer solcher Angriffe. Seither haben wir unserer Sicherheitsstandarts noch weiter ausgebaut. Regelmäßig eingespielte Updates und der Server-Umzug im letzten Jahr sind ebenfalls Maßnahmen, um die Erreichbarkeit von GAYS.DE uneingeschränkt gewährleisten zu können. Alle angemeldeten User können sich also sicher fühlen – Eure Community hat alle im Profil hinterlegten Daten so  abgesichert, dass ein Zugriff von außen nicht möglich ist.