Die USA als schwuler Emanzipator?

Das gab es noch nie – Die Vereinigten Staaten von Amerika gehen erstmals in der eigenen Geschichte auf die Verstöße hinsichtlich der Menschenrechte einer „Minderheitengruppierung“ ein. Ob Minderheit oder nicht, darüber lässt sich nun streiten, da laut Statistik immerhin 10 Prozent der Bevölkerung zu eben dieser Minderheit gehören müssten, aber immerhin. Die USA setzen somit erstmals ein Zeichen gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben weltweit.

Die USA wollen zukünftig die Vergabe von Entwicklungshilfe auch davon abhängig machen, wie das jeweilige Empfängerland mit Homosexuellen umgehe. Damit wollen die Amerikaner auf die Verstöße gegen die Menschenrechte in einigen Ländern aufmerksam machen, aber auch die Rechte von Lesben und Schwulen stärken.

Kurz nach der Veröffentlichung einer Absichtserklärung durch Präsident Barack Obama in Washington, ergriff Außenministerin Hillary Clinton das Wort in Genf und unterstrich abermals die neuen Pläne. Clinton widmete ihre Rede vor den UNO-Mitgliedern dem Schutz von Homosexuellen anlässlich des internationalen Tages der Menschenrechte.

Clinton hielt sich an den Worten Ihres „Chefs“ fest und betonte nochmals die globale Herausforderung im Kampf gegen Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung. Im Jetzt und Heute verdienen die Rechte von Lesben und Schwulen die gleiche Aufmerksamkeit wie die der Frauen – „Minderheiten haben mindestens die gleiche Aufmerksamkeit verdient.“, so Clinton weiter.

Im Detail erhob die amerikanische Außenministerin ihre Stimme gegen Regierungen der Länder, in denen Homosexualität noch immer unter strafrechtlicher Verfolgung geahndet wird oder die offenen Diskriminierung von Staat und Volk weiter vorangetrieben wird. Clinton nannte dabei keine Länder beim Namen. Die im Publikum anwesenden afrikanischen und arabischen Landesvertreter haben die Anspielung ihrer homophoben Vorgehensweisen jedoch zu verstehen wissen. (Bild: dpa)

Mobbing ist kein Kavaliersdelikt!

Diskriminierung, ungleiche Behandlung, Ausgrenzung, Abneigung – Bis hin zum Mobbing im Alltag. Und das bereits schon an Schulen.

Schwule und Lesben sind oftmals die Zielscheiben von verbalen Angriffen, aber auch körperliche Übergriffe sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Überall auf der Welt hören wir davon, dass Homosexuelle offen diskriminiert werden. Doch besonders aus den USA kommen immer wieder Berichte, dass die Diskriminierung an Schulen überhand nimmt. Gerade jetzt – im Zeitalter von Facebook und anderen Sozialen Netzwerken – wir der Druck, der auf die heranwachsenden ausgeübt wird unterschätzt. Mobbing an Schulen – Weit mehr als ein Kavaliersdelikt…

„tyrannisiert mich, nennt mich schwul…“

Wie schnell Mobbing aber in Wirklichkeit funktioniert, dass zeigt die Geschichte von Jonah. Der Teenanger nutzt den Internetdienst von Youtube um auf sich und seine Storry aufmerksam zu machen. In einem Video berichtet der Schüler davon, wie er gehänselt und beschimpft wurde. Er schafft es ein Millionpublikum zu erreichen und die Reaktionen seiner „Zuschauer“ sind überwältigend. Selbst Promi-Blogger Perez Hilton unterstützt den 14-Jährigen bei seinem Kampf um öffentliches Interesse. Leider können wir Euch das Video nur verlinken und nicht direkt einstellen da es in Deutschland bereits gesperrt wurde. Hier aber ein paar Screens von Jonah:

Kennt Ihr Euch mit Mobbing aus? Habt Ihr bereits selber Erfahrungen sammeln können oder könnt mit Rat und Tat zur Seite stehen? Beantwortet unsere Frage auf Facebook.

Kein Bambi für Bushido

Bereits gestern haben wir darüber berichtet, dass der Burda-Verlag bei der heutigen Verleihung der Bambis 2011 den Rapper Bushido in der Kategorie „Integration“ auszeichnen möchte. Seit dem Bekanntwerden formiert sich der Protest gegen die Auszeichnung im Netz. Der Burda-Verlag hält indes weiter an seiner Entscheidung fest und verteidigt diese damit, dass der Sänger ein gelungenes Beispiel dafür sei, wie das Verständnis zwischen Menschen mit unterschiedlicher kultureller Herkunft verbessert werden könne.
Bushido hat sich in den letzten Jahren vielseitig in Kampagnen engagiert und dennoch ist sein Verhalten gegenüber Frauen und Homosexuellen nicht gesellschaftsfähig.

Dass er in seinen Texten offen über Schwule und andere Minderheiten herzieht, ist für viele nicht mit einer Würdigung durch einen der bedeutendsten deutschen Medienpreise vereinbar. Sowohl der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD), als auch viele kleine Organisationen sprechen sich öffentlich gegen die bevorstehende Ehrung aus.

Der Vorstand des Kölner Lesben- und Schwulentag e.V. (KluST) hat einen Brief verfasst, der sich über die Nominierung empört. Vorstandsmitglied Sabine Arnolds ist fassungslos und kann nicht nachvollziehen, wie gewaltverherrlichender und diskriminierender Rap als homophobes Stilmittel gewertet werden kann.
Auch die gestern gestartete Facebook-Initiative „Kein Bambi für Bushido“ hält der Wahl der Jury entgegen. Auf der FB-Seite werden aktuelle Meinungen, Interviews und weiteres Material bereitgestellt, die Bushido zeigen wie er ist. Diskriminierung und Gewalt – für den Rapper weit mehr als ein Stilmittel, vielmehr eine Philosophie.
Bisweilen konnte die Seite mehr als 6.800 Gleichgesinnte gewinnen und minütlich werden es mehr. (Stand: 14:45 Uhr)

Nahezu jeder vierte Facebook Kommentar in der GAYS.DE Timeline beschäftigt sich mit der Bambi-Verleihung heute in Wiesbaden. Der Tenor dabei ist eindeutig: Kein Bambi für Bushido! Um den Protest zum Ausdruck zu bringen wird zu Boykottaktionen aufgerufen und um Unterstützung heute Abend am roten Teppich gebeten.
Was denkt Ihr, ist die Auszeichnung gerechtfertigt oder nicht? Kann man sich als Medien-Verlag so täuschen oder ist die Begründung der Jury verständlich und vor allem gerechtfertigt?
Kommentiert und beantwortet unsere Frage auf Facebook – wir freuen uns auf eine neue Diskussion mit Euch.

Hier noch ein Video des Rappers: Welch gute Umgangsformer er doch pflegt….

Afrika: Homophobe Hetze von Pastor

Ein Pastor im afrikanischen Uganda beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit homosexuellen Sexualpraktiken. Die Rechercheergebnisse werden aber nicht zu Präventionszwecken genutzt, sie dienen homophoben Hetztriaden, gegen die eigenen Mitmenschen. Denn Pastor Ssempa gehört einer Gruppe an, die gegen die „Ausbreitung von Homosexualität alles erdenklich mögliche unternimmt“.

Uganda ist immer noch eines der homophobsten Länder der Erde. Erst das Einschreiten internationaler Institutionen und Politiker hat bewirkt, dass Homosexuelle nicht mit der Todesstrafe verfolgt werden. (GAYS.DE berichtete) Mehr als 75 % der Bevölkerung sehen homosexuelle Handlungen als unmoralisch an, viele sehen in der sexuellen Orientierung gar eine Krankheit.

Dieser Überzeugung ist auch Pastor Ssempa. In öffentlichen „Aufklärungs-„ Veranstaltungen spricht er offen über Sexualpraktiken wie Rimming und Fisting, verschweigt aber, dass diese auch i heterosexuellen Beziehungen genutzt werden. Seine Argumentation beruht einzig und allein auf Unzucht und abnormales, gar krankhaftes Verhalten.

Wenn man den Ernst der fehlerhaften Darstellung einmal außer Acht lassen würde, könnten die Vorträge des Pastors gar komisch wirken. Zumindest seine anschauliche Darbietung vom Kontakt mit dem „Pupu des anderen“. Leider ist dies aber Realität und zeigt die offenen Diskriminierung von Homosexuellen in Uganda.

„Papa ich bin schwul!“

„Don´t ask, don´t tell“ war vor-vor-gestern. (GAYS.DE berichtete) Seit Dienstag dürfen endlich bekennende Schwule und Lesben im US-Militär ihren Dienst verrichten. Die eigene sexuelle Orientierung muss ab sofort nicht mehr geleugnet werden, um den Streitkräften dienen zu können.

Bisher mussten Homosexuelle ihre Vorliebe zum gleichen Geschlecht verheimlichen oder fürchten, ihren Job zu verlieren. Die „don´t ask – don´t tell“-Regelung war Anfang der 90ér von Präsident Clinton eingeführt worden – seit dieser Woche ist sie Geschichte.

Ein schwuler US-Soldat, nutze die neu gewonnene Freiheit und outete sich zugleich vor seiner Familie. Der in Deutschland stationierte junge Mann zeichnete sein Outing gar auf und stellte das Telefonat mit seinem Vater ins Netz.
Der Vater ist, wie der Rest der Familie auch, vollkommen unwissend. Erst nach ein paar Minuten kommt es dem jungen Soldat über die Lippen: „Papa, ich bin schwul.“ Nach dem Ok des Vaters, fragt er sofort, ob das Ok sei, denn eigentlich weiß er es schon immer…
Mit dem Video möchte der Rekrut anderen Mut machen. Für ihn war die Abschaffung der Regelung ein Befreiungsschlag – den eigenen Krieg konnte es für sich gewinnen.

Dass die neue Regelung aber nicht gänzlich auf Zustimmung stößt, dass musste ein US-Militär bei einer Fernseh-Debatte live erfahren. Seine Anfrage an die Präsidentschaftskandidaten der Republikaner wurde regelrecht abgeschmettert. Die heftigste Aussage dabei war, dass der Soldat seine sexuelle Orientierung unter republikanischer Regierung ganz schnell wieder verstecken müsse. Immerhin wäre das Militär ein keuscher Raum und Heteros müssten vor ihren neuen homosexuellen Kollegen beschützt werden.

Papst Benedikt in Berlin

Heute um 10:18 Uhr landete der Papst auf dem Berliner Flughafen Tegel. Roter Teppich und – wie es das Protokoll verlangt – die Begrüßung durch Bundespräsidenten Christian Wulff und der First Lady. Der „Staatsbesuch einen Kirchenoberhauptes“ scheint ohne Zwischenfälle zu laufen – bis jetzt.

Denn schon im Vorfeld des Papstbesuchs gab es Protest. Bei der Rede im Bundestag werden mehr als 100 Abgeordnete fern bleiben – Ehemalige mussten eingeladen werden. Ein Teil derer, die dann doch anwesend sein werden, werden anschließend zu den Gegendemonstrationen erwartet und sich gegen den Papstbesuch aussprechen.

Vom Lesben- und Schwulenverband Deutschland e.V. kommt indes die Forderung, in Gesprächen mit Papst Benedikt XVI., dessen menschenverachtende Haltung gegenüber Lesben und Schwulen kritisch zur Sprache zu bringen. „Deutsche Politik muss Klartext reden: Niemand darf sich erheben, seinen vermeintlich rechten Glauben über die Rechte der Menschen zu stellen.“, so Manfred Bruns, Sprecher LSVD.

Der Papst beschimpft die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften als „Legalisierung des Bösen“ und ruft zum Widerstand gegen demokratisch beschlossene Gesetze auf. Bereits die politische Unterstützung für schwule und lesbische Paare gilt ihm als „schwerwiegend
unsittliche Handlung“.
Bei den Vereinten Nationen macht der Vatikan in trauter Eintracht mit Saudi-Arabien oder dem Iran Front gegen die Menschenrechte von Homosexuellen. Er versucht, jegliche Maßnahmen zum Schutz von Lesben und Schwulen vor Verfolgung zu hintertreiben. Bereits 1992 hat der damalige Kardinal Ratzinger die Parole ausgegeben, dass es „kein Recht auf Homosexualität gibt“. Dieser menschenrechtswidrigen Maxime folgt die Politik des Vatikans bis heute. Der Papst trägt persönlich große Schuld daran, dass Homosexuellen in vielen Ländern das Leben zur Hölle gemacht wird, dass sie staatliche Verfolgung, Willkür und Gewalt erfahren.

Darüber dürfen deutsche Politikerinnen und Politiker nicht freundlich hinweg lächeln. Sie sind aufgefordert, auch gegenüber dem Papst für die Werte unseres Grundgesetzes auf freie Entfaltung der Persönlichkeit damit für die Menschenrechte auch von Lesben und Schwulen einzutreten. Es ist empörend, dass Bundesinnenminister Friedrich Kritik an den Positionen des Vatikans gegen Homosexuelle als „Klein-Klein-Diskussion“ abtut. Ausgerechnet der Verfassungsminister Deutschlands zeigt damit ein merkwürdig selektives Grundrechtsverständnis.

Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen demonstriert der LSVD heute ab 16:00 Uhr in Berlin, Potsdamer Platz, gegen die menschenverachtende Politik dieses Papstes.

DemonstrationRouteBerichterstattung

ZDFinfo: Homosexualität und die katholische Kirche

Der digitale Kanal ZDFinfo befasst sich in einer Dokumentation mit dem Thema „Homosexualität und die katholische Kirche“. “Homosexualität ist Sünde!” Mit dieser Aussage sorgte der Essener Bischof Franz Josef Overbeck 2010 für Aufsehen. Für den Kölner Theologen David Berger (GAYS.DE berichtete über sein Berufsverbot) ist dieser Satz Ausdruck einer zunehmenden Homophobie in der katholischen Kirche. Der Film “Du sollst nicht schwul sein!”, der heute um 20.15 Uhr in ZDFinfo gezeigt wird, geht den Entwicklungen in der katholischen Kirche nach.

Dabei geht es den Autoren Jürgen Erbacher, Jan Frerichs und Maria Trübswetter auch um die grundsätzliche Frage, woher die ablehnende Haltung der katholischen Kirche gegenüber der Homosexualität kommt und warum viele Homosexuelle trotzdem nicht aus der Kirche austreten, teilweise sogar dort arbeiten.

Theologe Berger äußert sich im Film besorgt über die Entwicklung in den vergangenen Jahren. Homosexualität sei immer kritisch beurteilt worden, doch gebe es seit der Jahrtausendwende eine regelrechte Kampagne gegen Schwule. Er sieht sich selbst auch davon betroffen: Nachdem er sich geoutet hatte, wurde ihm vom Kölner Erzbischof Kardinal Meisner die Lehrerlaubnis zur Erteilung von Religionsunterricht entzogen.

Link zum Video.

Die ZDFinfo-Dokumentation berichtet von Homosexuellen, die trotz Anfeindungen und Schmähungen zur katholischen Kirche stehen. “Du sollst nicht schwul sein!” wird am Freitag, 30. September, 12.00 Uhr, in 3sat wiederholt. (Quelle: PRIDE1/td)

Blutspendeverbot homosexueller Männer bricht EU-Recht

Schwule Männer dürfen nach Ansicht des EU-Kommissars für Gesundheit, John Dalli, nicht generell von der Blutspende ausgeschlossen werden. Der generelle Ausschluss schwuler und bisexueller Männer sei mit dem EU-Recht nicht vereinbar.

Barbara Höll, Sprecherin für Lesben- und Schwulenpolitik der Bundestagsfraktion DIE LINKE fordert den deutschen Gesetzgeber auf, die Diskriminierung schwuler Männer durch das Blutspendeverbot zu beenden: „Die Blutspende muss konsequenten Sicherheitsbestimmungen unterliegen, damit es nicht zu unbeabsichtigten Krankheitsübertragungen kommt. Doch der in Deutschland durch die Ärztekammer festgelegte generelle Ausschluss schwuler Männer diskriminiert und schürt Vorurteile.“, erklärt Höll. „Nicht das tatsächliche Verhalten des Blutspenders, wie häufige Sexualpartner oder riskante Sexualpraktiken, sondern seine sexuelle Identität führen zum Ausschluss von der Blutspende. Dies betrifft auch schwule Männer, die in einer langjährigen monogamen Beziehung leben.“, erklärt die Politikerin weiter. (Quelle: PRIDE1/td)

Auch GAYS.DE hatte in der Vergangenheit schon des Öfteren über die offensichtlich Diskriminierung homosexueller Männer berichtet. Nicht nur in Deutschland sind Männer die Sex mit Männern haben als Spender ausgeschlossen. Grund dafür ist die Kategorisierung von schwulen und bisexuellen Männern als Risikogruppe. Ebenso wie Prostituierte, Drogenkonsumenten und Gefängnisinsassen zählen sie zu potentiellen Nichtspendern. Dabei haben weniger als ein Prozent der betroffenen Männer eine HI-Infektion.
Der Verein ‚Schwules Blut‘ engagiert sich dafür, dass Schwule nicht mehr kategorisch als Risikogruppe von der Blutspende ausgeschlossen werden.

Gedenken an erste Homosexuellenbewegung

Seit Freitag erinnern am Magnus-Hirschfeld-Ufer in Berlin zwei Gedenktafeln an die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung. Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) hat die Gedenktafeln heute mit dem Berliner Staatssekretär für Kultur, André Schmitz, der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Lala Süsskind, Axel Hochrein von der Hirschfeld-Eddy-Stiftung und Dr. Günter Grau von der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft eingeweiht.

Innerhalb der kommenden Jahre soll am Magnus-Hirschfeld-Ufer zudem ein Denkmal für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung entstehen. Die konkrete Gestaltung soll in einem künstlerischen Wettbewerb ausgeschrieben werden.

Hierzu erklärt Jörg Fugmann, Vorstandsmitglied des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg: „1897 gründete Magnus Hirschfeld mit anderen Engagierten in Berlin das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee – kurz: WhK. Das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee war weltweit die erste Organisation, die sich gegen antihomosexuelle Strafgesetze wendete und die Öffentlichkeit über gleichgeschlechtliche Liebe aufklärte. In Berlin soll an diese mutigen Menschen und ihre Emanzipationsbewegung am Ufer gegenüber dem Bundeskanzleramt mit einem Denkmal erinnert werden.“ (Quelle: PRIDE1/td; Bild: Wikipedia)

Einkommenssteuer: LSVD stellt neue Mustertexte vor

Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) setzt sich seit jeher für die rechte und Belange von Homosexuellen in Deutschland ein. Im Kampf für die vollkommene Gleichstellung von Lesben und Schwulen, Bisexuellen und Transgendern ist der Bundesverband sehr engagiert. Mit der Kampagne 3+ macht der LSVD bundesweit auf die Ergänzung des Grundgesetzes um das Merkmal der sexuellen Identität aufmerksam. (Zur GAYS.DE Kampagne)

In Sachen Steuerrecht ist die Bundesregierung noch weit entfernt von einer „Normalisierung“ der gegenwärtigen Situation. Schwule und Lesben sind hier noch nicht gleichgestellt und werden mit erheblichen Nachteilen zum Beispiel in der Einkommenssteuer veranlagt. Die Entscheidung vom Bundesfinanzhof vom Juni dieses Jahres, verbessert die Situationen gleichgeschlechtlicher Paare nicht wirklich. Sie zielen lediglich darauf ab, dass Schwule und Lesben weiterhin für Ihre Rechte kämpfen werden.

Der LSVD hat nun  neue Mustertexte gefertigt, die u.a. zur Aufhebung der Vollziehung  von Einkommenssteuerbescheiden und zur Änderung der Lohnsteuerklassen downgeloaded werden können. Zudem stellt der LSVD auch weitere Mustertexte sowie zahlreiche Informationen zum weiteren Verlauf zur Verfügung.