Höchste Auszeichnung für Integrationsprojekt

Der Come-Together-Cup dürfte vielen mittlerweile ein Begriff sein. Auch wir berichten regelmäßig über das einmalige integrative Fußballturnier-Konzept. (Mehr erfahren)
Der Come-Together-Cup wurde nun vom Bündnis für Demokratie und Toleranz (BfDT) im Rahmen des Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ als besonders vorbildlich und einmalig befunden. Neben einer der höchsten Auszeichnungen darf sich das Orgateam vom CTC zudem über ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro freuen.

In dem bundesweiten Wettbewerb ging es nicht darum, eine „einmalige“ Aktion aufzuspüren, sondern darum, die Vielfalt der vorhandenen und auf Nachhaltigkeit angelegten bewährten Konzepte sichtbarer zu machen.
Als Best-Practice-Beispiele sollen diese auch in anderen Städten und Regionen als vorbildliche Projektideen Schule machen und interessierte und engagierte Menschen vor Ort motivieren diese nachzuahmen oder gar zu übernehmen.

Am Wettbewerb teilgenommen haben 415 ganz unterschiedliche integrative Projekte/Konzepte aus dem gesamten Bundesgebiet. Insgesamt wurden rund 80 Preisgelder zwischen 2.000 und 5.000 Euro vergeben. Die feierliche Preisverleihung findet im Frühjahr 2012 statt.

Der Termin für den 18. Come-Together-Cup 2012 steht auch schon fest. Noch größer und noch präsenter wird am 7. Juni (Fronleichnam) erstmals am RheinEnergie-Stadion gekickt. Erwartet werden 30 Frauen- sowie 30 Herren-Teams. In Berlin entfällt das Ereignis leider im kommenden Jahr.

Kein Bambi für Bushido

Bereits gestern haben wir darüber berichtet, dass der Burda-Verlag bei der heutigen Verleihung der Bambis 2011 den Rapper Bushido in der Kategorie „Integration“ auszeichnen möchte. Seit dem Bekanntwerden formiert sich der Protest gegen die Auszeichnung im Netz. Der Burda-Verlag hält indes weiter an seiner Entscheidung fest und verteidigt diese damit, dass der Sänger ein gelungenes Beispiel dafür sei, wie das Verständnis zwischen Menschen mit unterschiedlicher kultureller Herkunft verbessert werden könne.
Bushido hat sich in den letzten Jahren vielseitig in Kampagnen engagiert und dennoch ist sein Verhalten gegenüber Frauen und Homosexuellen nicht gesellschaftsfähig.

Dass er in seinen Texten offen über Schwule und andere Minderheiten herzieht, ist für viele nicht mit einer Würdigung durch einen der bedeutendsten deutschen Medienpreise vereinbar. Sowohl der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD), als auch viele kleine Organisationen sprechen sich öffentlich gegen die bevorstehende Ehrung aus.

Der Vorstand des Kölner Lesben- und Schwulentag e.V. (KluST) hat einen Brief verfasst, der sich über die Nominierung empört. Vorstandsmitglied Sabine Arnolds ist fassungslos und kann nicht nachvollziehen, wie gewaltverherrlichender und diskriminierender Rap als homophobes Stilmittel gewertet werden kann.
Auch die gestern gestartete Facebook-Initiative „Kein Bambi für Bushido“ hält der Wahl der Jury entgegen. Auf der FB-Seite werden aktuelle Meinungen, Interviews und weiteres Material bereitgestellt, die Bushido zeigen wie er ist. Diskriminierung und Gewalt – für den Rapper weit mehr als ein Stilmittel, vielmehr eine Philosophie.
Bisweilen konnte die Seite mehr als 6.800 Gleichgesinnte gewinnen und minütlich werden es mehr. (Stand: 14:45 Uhr)

Nahezu jeder vierte Facebook Kommentar in der GAYS.DE Timeline beschäftigt sich mit der Bambi-Verleihung heute in Wiesbaden. Der Tenor dabei ist eindeutig: Kein Bambi für Bushido! Um den Protest zum Ausdruck zu bringen wird zu Boykottaktionen aufgerufen und um Unterstützung heute Abend am roten Teppich gebeten.
Was denkt Ihr, ist die Auszeichnung gerechtfertigt oder nicht? Kann man sich als Medien-Verlag so täuschen oder ist die Begründung der Jury verständlich und vor allem gerechtfertigt?
Kommentiert und beantwortet unsere Frage auf Facebook – wir freuen uns auf eine neue Diskussion mit Euch.

Hier noch ein Video des Rappers: Welch gute Umgangsformer er doch pflegt….

DRK wird 30. Mitglied im Bündnis gegen Homophobie

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Berlin tritt dem Bündnis gegen Homophobie bei. Das zivilgesellschaftliche Bündnis gegen Homosexuellenfeindlichkeit, Diskriminierung und Gewalt steht unter der Schirmherrschaft von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit.

„Das Berliner Rote Kreuz ist Teil der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, entstanden aus dem Willen, den Verwundeten der Schlachtfelder unterschiedslos Hilfe zu leisten, und bemüht sich in ihrer internationalen und nationalen Tätigkeit, menschliches Leiden überall und jederzeit zu verhüten und zu lindern. Wir sind bestrebt, Leben und Gesundheit zu schützen und der Würde des Menschen Achtung zu verschaffen. Wir fördern gegenseitiges Verständnis, Freundschaft, Zusammenarbeit und einen dauerhaften Frieden unter allen Völkern.” so Andreas Bode, Landesgeschäftsführer des DRK in Berlin.

“Dies bedeutet für uns auch, dem Bündnis gegen Homophobie beizutreten und nach besten Kräften in seiner Arbeit zu unterstützen, denn die sexuelle Orientierung ist Privatangelegenheit und darf weder offen noch verdeckt zu physischen oder psychischen Angriffen führen, die häufig aus Angst erfolgen. Angst ist dabei ein anerkanntes Erklärungsmodell für das aggressive-ablehnende Verhalten nicht nur Jugendlicher, sondern auch Erwachsener gegenüber Homosexuellen, und zwar nicht Angst vor diesen Personen, sondern eine tief sitzende, oft unbewusste Angst vor etwas Unbekanntem. Dass das manchmal Unbekannte völlig normal ist, dabei wird das Bündnis sicher eine große Hilfe sein.“, so Bode weiter.

Das Bündnis gegen Homophobie wurde im Herbst 2009 vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg initiiert. Es wird im Auftrag der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales  der Landesantidiskriminierungsstelle – im Rahmen der Initiative “Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt” vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg koordiniert. (Quelle: PRIDE1/ml/pm)

Lesbisch-schwules Stadtfest in Berlin – 350.000 Besucher erwartet!

Am kommenden Wochenende ist es wieder soweit: Der Regenbogenfonds e.V. lädt zum 17. Lesbisch-schwulen Stadtfest nach Berlin Schöneberg. Das Wochenende steht auch in diesem Jahr wieder ganz im Zeichen von Integration und Miteinander. Neben zahlreichen Künstlern und kulinarischen Szene-Treffpunkten, werden mehr als 100 Vereine und Verbände sich für das Motto: „Gleiche Rechte für Ungleiche” engagieren.

Europas größtes Stadtfest für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Menschen mit transidentischem Hintergrund präsentiert auf 25.000 m² sechs verschiedene Stadtfest-Welten: „Sportwelt”, „Radiowelt”, „Reisewelt”, „Filmwelt”, „Aidswelt” und „Politikwelt”. Hier kann sich jeder zu aktuellen Themen und Projekten informieren und sich an einem der kulinarischen Stände zwischen Motz-, Eisenacher-, Fugger- und Kalckreuthstrasse verköstigen lassen.

An beiden Tagen werden interessante Künstler und ausgewählte DJs für die Unterhaltung sorgen. Auf insgesamt fünf Bühnen präsentieren die Veranstalter ein buntes Programm aus Comedy, Politik und Musik. Ein besonderes Highlight ist in diesem Jahr sicher wieder „Das wilde Sofa” auf dem die Gäste von Gerhard Hoffmann und Biggy van Blond an beiden Veranstaltungstagen zwischen 15 und 16 Uhr Platz nehmen werden.

Das war 2008:

Kurz notiert:

Ebenfalls am kommenden Samstag rufen die Berliner zur Protestaktion auf. Nach dem in den letzten Wochen einige Gewerbetreibende ihren Unmut über die gleichgeschlechtliche Liebe geäußert haben (GAYS.DE berichtete), soll ein Protestmarsch stattfinden, um auf die vorherrschende Intoleranz der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Treffpunkt ist 13:00 Uhr in der Oranienstraße.  Der „Zug” möchte sich anschließend friedlich auf dem größten GAY-Stadtfest Europas vergnügen.

“Ümit ist schwul, Aleksej ist schwul, Kai auch!”

Einmal mehr macht sich der LSVD Nordrhein-Westfalen für die Integration und Akzeptanz schwuler und lesbischer Jugendlicher stark. Der Fokus der gestern vorgestellten Plakatkampagne liegt diesmal auf homosexuellen Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Für sie ist es oft unmöglich zu sich und der eigenen sexuellen Orientierung zu stehen. Das Thema Homosexualität wird in den meisten Familien „totgeschwiegen”. Oft ist niemand da, dem sich die Kids anvertrauen können. Selbst mit Freunden ist es meist nicht möglich, über das Thema zu sprechen.

Vorurteile abbauen!

Mit dem bewusst provozierenden Kampagnentitel möchte der LSVD NRW gezielt die Jugendlichen erreichen. Ihnen Mut machen, sich in Selbsthilfegruppen zu organisieren. Aber auch Migranten-Communitys sollen sich angesprochen fühlen und sich dem Thema stellen. „Um eine größtmögliche Reichweite zu erzielen, werden die Plakate vorwiegend im öffentlichen Raum − also in Schulen, Behörden und entsprechenden Vereinen − zu finden sein.”, so Frank Bauer bei der gestrigen Präsentation der Kampagne.
In den kommenden Wochen soll insbesondere ein Beitrag zum Abbau von Vorurteilen gegenüber Schwulen und Lesben geleistet werden. Thomas Kufen, Integrationsbeauftragter der Landesregierung NRW, unterstützt die Aktion in vollem Umfang. Seiner Meinung nach sind die Vorurteile gegenüber Homosexuellen vor allem bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund besonders groß.
Zudem unterstützt wird die Aktion von der Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen, vom Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW sowie vom Schwulen Netzwerk Nordrhein-Westfalen.