Coming Out Day 2011

Heute ist internationaler Coming Out Day! Weltweit und das bereits seit 1988 sind Lesben, Schwule Bisexuelle und Transgender aufgerufen sich öffentlich zu zeigen – sich zu outen. Den ersten Schritt des Coming-out-Prozesses zu unternehmen und zu ihrer sexuellen Orientierung zu stehen. Das ‚Verstecken‘ soll endlich ein Ende haben.

Doch leider sieht die Realität oftmals ganz anders aus. Das eigene Outing wird nicht immer als „Befreiung“ empfunden. Viele Lesben und Schwulen halten ihr Privatleben zurück und stellen ihre sexuelle Orientierung hinten an. Sie outen sich nicht – ob das nun persönliche Gründe hat oder aber im sozialen Umfeld begründet liegt. Das eigene Outing ist immer noch ein Hürde – auch wenn sich die Zeiten bereits geändert haben.

Am internationalen Coming Out Day (COD) soll Lesben und Schwulen, Bisexuellen und Transgendern Mut gemacht werden. Insofern jeder dafür bereit ist, ist er aufgerufen sich öffentlich zu zeigen – seine sexuelle Orientierung zu vertreten und ein Zeichen gegen die immer noch anhaltende Homophobie in den Köpfen unserer Mitmenschen zu setzen.

Wir setzen ebenfalls ein Zeichen und outen uns. Mit dem neuen PicBadge könnt auch Ihr dabei sein und ein Zeichen setzen.


Outet Euch am internationalen Coming Out Day!

Rechts geht vor Recht!

Traurig aber wahr! – Die für Sonntag angekündigte Gay Pride in Belgrad (Serbien) – GAYS.DE berichtete – ist kurzfristig abgesagt worden. Die Begründung: Die serbische Gesellschaft ist noch nicht reif für eine solche Veranstaltung.

Nicht das der Staat an sich was gegen die angemeldete Demonstration gehabt hätte – die Diskussionen um ein Stattgeben oder ein direktes Verbot liefen dennoch über Wochen im Vorfeld. Letztendlich hatten die Veranstalter doch einen Erfolg zu verbuchen – die Genehmigung der Gay Pride in Belgrad. In letzter Minute wurde die von Schwulen, Lesben, Bisexuellen  und Transgendern so erwartete Demo-Veranstaltung aber doch abgesagt.

Innenminister Ivica Dacic begründete die Entscheidung mit dem Schutz der Teilnehmer, insbesondere der gesamten Bevölkerung. Eine Gruppe Rechtsextremer hätte mit einem konkret ausgearbeiteten Schlachtplan gegen die Parade für „Stimmung“ in Belgrad gesorgt. Dier Menschenrechte der eigenen Landsleute interessierten da weit weniger – „Es gibt eben wichtigeres als die Rechte von Schwulen und Lesben“, so Dacic. Die Rechtsradikalen hatten unter anderem gedroht, mehrere Brände in der Hauptstadt Serbiens zu legen und die Behörden, die für den Schutz der Demonstranten gedacht waren, zu sabotieren. Für die homosexuellen Teilnehmer der Demo waren selbstgebastelte Bomben angedacht.

Laut Behörden wurde mit der kurzfristigen Absage ein „Gemetzel und Chaos“ verhindert. Die für den Einsatz gedachten Polizeieinheiten hätten den Anforderungen nicht Herr werden können, wenn  die Rechten wirklich alle ihre Ankündigungen wahr gemacht hätten. Schade nur, dass bereits im Vorfeld sowohl Polizei als auch Regierung nicht immer hinter den Schwulen und Lesben des Landes standen. Schnell entsteht so der Eindruck, dass die Parade von vornherein nicht unter einem guten Stern Stand und die „rechtsextreme Gewaltfront“ nun als guter Vorwand genutzt werden kann.
Ebenfalls deutlich wird, dass der Staat in den letzten Jahren der Pride nichts dazu gelernt hat. Denn hätte er die Erfahrungen der Übergriffe der letzten Jahre genutzt, so hätte ein Sicherheitskonzept erarbeitet werden können, welches die Rechten weitläufig fernhält. Serbien ist eben noch nicht bereit für eine solche Veranstaltung. Welche Sanktionen nun aus Brüssel auf Serbien eintreffen bleibt offen.

Polizei muss CSD in Belgrad-Pride schützen

Am 2. Oktober 2011 soll in Serbien zum zweiten Mal eine Parade für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender stattfinden. (GAYS.DE berichtete) Da es in Belgrad bereits im Vorjahr zu gewaltsamen Auseinandersetzungen nach der Kundgebung kam und für diesen Tag mehrere nationalistische Organisationen Gegenveranstaltungen angekündigt haben, ist der Schutz der Veranstaltung für mehr Gleichstellung durch die Polizei umso notwendiger.

Im Vorfeld hatten einige radikale Polizeivertreter dafür geworben, den Dienst zu boykottieren. Die Kollegen sollen sich krankmelden und die „Parade der Schwuchteln“ nicht unterstützen.
Die Aufklärungs- und Präventionsarbeit zum Schutz von Minderheiten in Serbien steht erst am Anfang. Umso erfreulicher ist es, dass sowohl die serbische Regierung als auch die EU-Delegation und zahlreiche Botschaften der EU-Mitgliedstaaten sich hinter die Organisatoren stellen und an der Parade teilnehmen wollen.

Für das Land Serbien an sich wäre eine friedliche CSD Parade ein großer Erfolg. Denn nur wenige Tage nach der Parade soll der neue Fortschrittsbericht der EU-Kommission erscheinen. Serbien hofft, dass die Kommission darin dem Europäischen Rat im Dezember empfehlen wird, Serbien den Status eines EU-Beitrittskandidaten zu geben. Die Analyse, ob es Fortschritte bei der Umsetzung der Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender gegeben hat, ist Teil des Fortschrittsberichtes und Basis für die Entscheidung der Kommission. Das friedliche Abhalten der Regenbogenparade ist somit ein mehr als wichtiger Punkt in dieser Analyse.

Rechtstipp/Ratgeber: Eingetragene Lebenspartnerschaft

In „Erst Recht!“ informiert Rechtsanwältin Alexandra Gosemärker über Gesetze und Regelungen bei eingetragenen Lebenspartnerschaften. Auch in der zweiten Auflage des Ratgebers zur eingetragenen Lebenspartnerschaft gibt Gosemärker wichtige Tipps zum Zusammenleben mit und ohne Trauschein. Das Buch deckt und klärt auf: Über die wichtigsten und neuesten Gesetze für Lesben, Schwule und Transgender.

„Erst Recht!“ klärt über populäre Irrtümer auf und gibt Tipps, das Zusammenleben noch besser zu gestalten. So setzt sich die Autorin unter anderem mit Fragen wie: „ Wie gehe ich überhaupt eine eingetragenen Lebenspartnerschaft ein?“ oder aber „Kann ich auch ein Testament schreiben?“ auseinander. Gosemärker informiert aber auch über die vielseitigen Möglichkeiten, sich gegenseitig abzusichern.

Für alle die Interesse an der Lektüre haben: Erschienen ist „Erst Recht!“ im Querverlag. Zum Preis von 14,90 € kann es online oder unter ISBN 978-3-89656-195-4 in jedem Buchladen bestellt werden.

Fachtagung: Regenbogenfamilien

Am 4. November lädt der Lesben- und Schwulenverband (LSVD)  zu einer Fachtagung zum Thema „Regenbogenfamilien – Chance und Herausforderung für eine moderne Gesellschaft“ ein.
Die Tagung wendet sich neben Fachpersonal in Jugendämtern, Verbänden und Beratungsstellen, an Lehrer und Kita-Fachkräfte ebenso wie lesbische Mütter, schwule Väter und Lesben und Schwule, die über Familiengründung nachdenken.

Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Ute Schäfer, der Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW.
Der Umgang mit Vielfalt – Diversity – ist nicht nur eine Herausforderung für unsere Gesellschaft, sondern auch zunehmend eine Schlüsselqualifikation für Institutionen und Fachkräfte. Im Umgang mit Regenbogenfamilien, einer Facette der Familienlandschaft in Deutschland, wurden bei weitem noch nicht alle Antworten gefunden, die den speziellen Lebensumständen dieser Familienform gerecht werden
und von allen Beteiligten getragen werden können.

Diese Fachtagung will durch den Dialog zwischen Regenbogenfamilien, Fachpersonal, Verbänden, Politik und Wissenschaft einen Entwicklungsprozess unterstützten und den Prozess der Gleichberechtigung aller Familien vorantreiben.

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Anmeldungen – unter Angabe des Namens und der Adresse – werden bis zum 28. Oktober 2011 entgegen genommen.

„Papa ich bin schwul!“

„Don´t ask, don´t tell“ war vor-vor-gestern. (GAYS.DE berichtete) Seit Dienstag dürfen endlich bekennende Schwule und Lesben im US-Militär ihren Dienst verrichten. Die eigene sexuelle Orientierung muss ab sofort nicht mehr geleugnet werden, um den Streitkräften dienen zu können.

Bisher mussten Homosexuelle ihre Vorliebe zum gleichen Geschlecht verheimlichen oder fürchten, ihren Job zu verlieren. Die „don´t ask – don´t tell“-Regelung war Anfang der 90ér von Präsident Clinton eingeführt worden – seit dieser Woche ist sie Geschichte.

Ein schwuler US-Soldat, nutze die neu gewonnene Freiheit und outete sich zugleich vor seiner Familie. Der in Deutschland stationierte junge Mann zeichnete sein Outing gar auf und stellte das Telefonat mit seinem Vater ins Netz.
Der Vater ist, wie der Rest der Familie auch, vollkommen unwissend. Erst nach ein paar Minuten kommt es dem jungen Soldat über die Lippen: „Papa, ich bin schwul.“ Nach dem Ok des Vaters, fragt er sofort, ob das Ok sei, denn eigentlich weiß er es schon immer…
Mit dem Video möchte der Rekrut anderen Mut machen. Für ihn war die Abschaffung der Regelung ein Befreiungsschlag – den eigenen Krieg konnte es für sich gewinnen.

Dass die neue Regelung aber nicht gänzlich auf Zustimmung stößt, dass musste ein US-Militär bei einer Fernseh-Debatte live erfahren. Seine Anfrage an die Präsidentschaftskandidaten der Republikaner wurde regelrecht abgeschmettert. Die heftigste Aussage dabei war, dass der Soldat seine sexuelle Orientierung unter republikanischer Regierung ganz schnell wieder verstecken müsse. Immerhin wäre das Militär ein keuscher Raum und Heteros müssten vor ihren neuen homosexuellen Kollegen beschützt werden.

Papst Benedikt in Berlin

Heute um 10:18 Uhr landete der Papst auf dem Berliner Flughafen Tegel. Roter Teppich und – wie es das Protokoll verlangt – die Begrüßung durch Bundespräsidenten Christian Wulff und der First Lady. Der „Staatsbesuch einen Kirchenoberhauptes“ scheint ohne Zwischenfälle zu laufen – bis jetzt.

Denn schon im Vorfeld des Papstbesuchs gab es Protest. Bei der Rede im Bundestag werden mehr als 100 Abgeordnete fern bleiben – Ehemalige mussten eingeladen werden. Ein Teil derer, die dann doch anwesend sein werden, werden anschließend zu den Gegendemonstrationen erwartet und sich gegen den Papstbesuch aussprechen.

Vom Lesben- und Schwulenverband Deutschland e.V. kommt indes die Forderung, in Gesprächen mit Papst Benedikt XVI., dessen menschenverachtende Haltung gegenüber Lesben und Schwulen kritisch zur Sprache zu bringen. „Deutsche Politik muss Klartext reden: Niemand darf sich erheben, seinen vermeintlich rechten Glauben über die Rechte der Menschen zu stellen.“, so Manfred Bruns, Sprecher LSVD.

Der Papst beschimpft die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften als „Legalisierung des Bösen“ und ruft zum Widerstand gegen demokratisch beschlossene Gesetze auf. Bereits die politische Unterstützung für schwule und lesbische Paare gilt ihm als „schwerwiegend
unsittliche Handlung“.
Bei den Vereinten Nationen macht der Vatikan in trauter Eintracht mit Saudi-Arabien oder dem Iran Front gegen die Menschenrechte von Homosexuellen. Er versucht, jegliche Maßnahmen zum Schutz von Lesben und Schwulen vor Verfolgung zu hintertreiben. Bereits 1992 hat der damalige Kardinal Ratzinger die Parole ausgegeben, dass es „kein Recht auf Homosexualität gibt“. Dieser menschenrechtswidrigen Maxime folgt die Politik des Vatikans bis heute. Der Papst trägt persönlich große Schuld daran, dass Homosexuellen in vielen Ländern das Leben zur Hölle gemacht wird, dass sie staatliche Verfolgung, Willkür und Gewalt erfahren.

Darüber dürfen deutsche Politikerinnen und Politiker nicht freundlich hinweg lächeln. Sie sind aufgefordert, auch gegenüber dem Papst für die Werte unseres Grundgesetzes auf freie Entfaltung der Persönlichkeit damit für die Menschenrechte auch von Lesben und Schwulen einzutreten. Es ist empörend, dass Bundesinnenminister Friedrich Kritik an den Positionen des Vatikans gegen Homosexuelle als „Klein-Klein-Diskussion“ abtut. Ausgerechnet der Verfassungsminister Deutschlands zeigt damit ein merkwürdig selektives Grundrechtsverständnis.

Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen demonstriert der LSVD heute ab 16:00 Uhr in Berlin, Potsdamer Platz, gegen die menschenverachtende Politik dieses Papstes.

DemonstrationRouteBerichterstattung

LSVD zu Gast beim Berliner Erzbischof

Im Vorfeld des Papstbesuches fand am Freitag (GAYS.DE berichtete) ein Treffen des neuen Berliner Erzbischofs Woelki mit Vertretern des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD) statt. Woelki bestätigte in dem Gespräch die Haltung der Katholischen Kirche und hob hervor, dass er persönlich und die Katholische Kirche insgesamt keineswegs Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren oder ausschließen wollen.

Gleichzeitig stellte er noch einmal dar, dass die Katholische Kirche vom Ideal der Ehe zwischen Mann und Frau, die offen ist für Nachkommenschaft, nicht abweichen werde. Diesem Ideal sei auch in kirchlichen Einrichtungen Rechnung zu tragen.

Die Vertreter des LSVD begrüßten bei dem Gespräch die neue Dialogbereitschaft. Der LSVD forderte aber, dass Bekenntnissen, nicht diskriminieren und ausschließen zu wollen, auch sichtbare Taten folgen müssten. Die Katholische Kirche solle ihren Anteil an der Verfolgungsgeschichte Homosexueller aufarbeiten und tatsächliche Konsequenzen ziehen. Die Katholische Kirche in Deutschland sei aufgerufen, die Grundrechte von Lesben und Schwulen, wie sie vom Bundesverfassungsgericht mehrfach bekräftigt wurden, zu respektieren. Insbesondere forderte der LSVD eine veränderte Haltung beim Umgang mit schwulen und lesbischen Beschäftigten in kirchlichen Einrichtungen, denen nach Eingehen einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft die Kündigung droht.

Mit Blick auf den Papst-Besuch waren sich der Berliner Erzbischof und der LSVD einig, dass Proteste friedlich verlaufen müssten. (Quelle: PRIDE1/td)

Ein erster Schritt:

Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki hatte sich kurz nach seiner Ernennung zu einem Treffen mit dem Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) bereiterklärt – Heute ist es soweit und beide Gesprächspartner treffen aufeinander. Die genaue Uhrzeit sowie der Ort des Treffens wurden bisher nicht bekannt gegeben, um mögliche Kritiker nicht zu „eigennützigen Aktionen“ zu motivieren.

Der LSVD teilte mit, dass es man sich über das Zustandekommen des Treffens freue. Immerhin sei es ein erster Schritt, aufeinander zu zugehen. Ein Treffen dieser Art, ist das erste, welches von Seiten der katholischen Kirche unterstütz wird.

Im Gespräch soll es vorrangig um die die Lage der Mitarbeiter innerhalb der Kirche gehen. Der LSVD beklagt die derzeitige Situation im Umgang mit homosexuellen Mitarbeitern. Derzeit müssen diese „nicht nachvollziehbare“ Sanktionen im Kirchendienst oder gar eine Entlassung befürchten.

Die Diskussion um homosexuelle Kirchenbedienstete ist nicht neu. So wurden in letzter Zeit Berufsverbote erteilt oder Rügen gegen Katholiken laut, die anders denken, als ihre „Vorgesetzten“. Mehr zum Thema.

Woelki selbst wurde am 27. August offiziell in das Amt des Erzbischofs von Berlin eingeführt. Er gilt als erzkonservativ und homokritisch, sagt aber von sich selbst, dass er kein Urteil über die Menschen selbst fällen möchte und ihnen mit Respekt begegnen werde. Dennoch hält Woelki am Katechismus fest: Die praktizierte gleichgeschlechtliche Liebe gilt vor Gott als nicht geordnet – sie ist also nicht erlaubt. Wir können also gespannt auf das Ausgehen des Gesprächs sein…

Cruising: Augen auf in Münchens Parks

Cruising birgt Gefahren – Schon mehrfach haben Wir Euch darüber informiert, dass in Parks, Wäldchen und auf Parkplätzen nicht immer alle Euer „bestes“ wollen. Beim cruisen solltet Ihr stets die Augen offen halten und wachsam sein.

In München warnt aktuell das SUB – Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum München e.V. – vor unachtsamen cruisen.  „Vorsicht walten lassen, im Notfall die Polizei rufen.“, so Christopher Knoll, Leiter des Anti-Gewalt-Projektes für schwule Männer im Sub.

In den letzten Tagen kam es vermehrt zu Übergriffen und Raubtaten in der Nähe von Münchens Cruising-Plätzen. Besonders am Sendlinger Tor und Innsbrucker Ring wurden Männer angegriffen und nicht selten beraubt, wie die Münchner Polizei mitteilte. Auch gewaltsame Übergriffe waren in den letzten sommerlichen Nächten keine Seltenheit.

Das SUB bewertet die Vorfälle als geplante Übergriffe mit einem schwulenfeindlichen Hintergrund. „Pöbeleien und Körperverletzungen richteten sich fast ausschließlich gegen schwule Männer. Im Park am Sendlinger Tor und den benachbarten Straßen kam es darüber hinaus vermehrt zu Raubüberfallen.“, so Knoll weiter. Das Aktionsbündnis für Solidarität gegen Schwulen-, Lesben- und Transfeindlichkeit warnt: „Wir fordern schwule Männer auf, die Augen offen und verdächtige Personen im Auge zu behalten. Gegebenenfalls sollten sie die Polizei über die 110 verständigen und andere schwule Männer, falls anwesend, um Unterstützung bitten“.

Bedauerlicherweise gibt es aber auch immer wieder Konfrontationen mit der Polizei. So ist es verboten, Spielplätze zu betreten, die ja häufig Bestandteil öffentlicher Parkanlagen sind. Die Polizei nimmt dies leider zum Anlass für nächtliche Kontrollen. Insbesondere drei Stellen sind hier in München kritisch: der Spielplatz auf der Theresienwiese und insbesondere die Spielplätze am Sendlinger Tor Park (wo nachts der gesamte Park als Spielplatz gewertet wird) sowie im Englischen Garten. Hier gab es in der Vergangenheit immer wieder Situationen, die die Polizei als Hausfriedensbruch gewertet hat – auch wenn das Areal nicht durch einen Zaun gesichert ist – so zum Beispiel am Sendlinger Tor.