gay – gayer – gayest. Oder sind wir bald more gay?

Das Schwule und  Lesben zu einer Zielgruppe gehören, die von vielen Firmen in den letzten Jahren für sich entdeckt worden sind, dürfte mittlerweile allen bekannt sein. Homosexuelle – egal ob Singles oder Paare – gelten als kaufkräftig. Sie geben mehr Geld als Andere im Freizeitbereich aus und fahren bis zu fünf Mal im Jahr in den Urlaub.

Auch auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin ist dies bereits angekommen. Erstmals gibt es einen eigenen „Gay & Lesbian Travel“-Sektor auf der  Ausstellungsfläche (GAYS.DE berichtete) und an vielen Ecken hört man von der „gayfriendly“-keit der Unternehmen und Hoteliers.

„Are ready for this?“

Auch die deutsche Hauptstadt soll in naher Zukunft einen kleinen Imagewandel erfahren. Als Magnet für Touristen aus aller Welt, als pulsierende Metropole, als Mekka von Multi-Kulti und Trashklusivität soll Berlin weiterhin dass verkörpern was es ist – den ‚Mittelpunkt der Welt‘. Um aber nun auch zur schwul-lesbischen Elite gehören zu können, wird Berlin in den kommenden Jahren ‚gayer‘ werden. Zumindest sieht so das Vorhaben der Deutschen Zentrale für Tourismus e.V. aus, das Berlin in der weiten Welt als „übergay“ vermarkten möchte.
Medienberichten zu Folge sind bereits die ersten Plakatmotive vorgestellt, auf denen Berlin neben der klassischen Metropole und Kulturelle Stätte auch als „übergay“ dargestellt wird.

Warum die neue Kampagne auf diese ÜBERtreibung aufbaut, begründen die Verantwortlichen übrigens ganz einfach damit, dass in anderen Ländern eben auch heißer gekocht, weißer gewaschen und erholsamer verreist wird. „Man spiele also nur mit dem Willen der Touristen“, so das Fazit eines  Reporters mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Wenn aus Christina wieder Christopher wird

Nach heftiger Kritik bleibt der CSD in München jetzt doch männlich. Um die Sichtbarkeit von Lesben hervorzuheben, sollte der CSD München in diesem Jahr zum „Christina Street Day“ umbenannt werden. (GAYS.DE berichtete)

Das sorgte in der schwul-lesbischen Szene für heftigen Widerstand. Um die Auseinandersetzung zu entschärfen, haben sich die Organisatoren jetzt entschlossen, es beim Christopher Street Day zu belassen. Der lesbische Schwerpunkt soll jetzt über ein neues Motto und Veranstaltungen transportiert werden.

In den Medien ist  immer wieder von der „Schwulenparade” die Rede, die durchs „Schwulenviertel” zieht. Auch bei politischen Themen, die Lesben und Schwule gemeinsam betreffen, sei das so: Es werde beispielsweise über die „Schwulenehe” gesprochen oder darüber, dass Schwule nicht adoptieren dürfen. Lesben würden meist ignoriert, so die CSD-Organisatoren.

So wurde die Idee geboren, den CSD in diesem Jahr als „Christina Street Day“ auszuschreiben. In einer Pressemitteilung legen die CSD-Organisatoren Wert auf die Feststellung, dass diese Idee von einem schwulen Mann stamme. „Der „Etikettenwechsel” nur für dieses Jahr hat dann aber neben Zustimmung und sachlich konstruktiver Kritik auch zu heftigen Diskussionen und offener Ablehnung in der Szene geführt – auf unterschiedlichem Niveau und bei bedenklicher Aggressivität, […]“, heißt es weiter.

„Durch die Diskussionen konnten wir erfreut zur Kenntnis nehmen, dass die historischen Stonewall-Unruhen und der Christopher Street Day für viele immer noch enorm identitätsstiftend sind. Die einmalige Umbenennung ist deshalb nicht vermittelbar. Es macht keinen Sinn, sich weiter um einen Namen zu streiten, Grabenkämpfe zu führen und die Szene zu entzweien. Schließlich sind wir in München doch mit der schwul-lesbischen Zusammenarbeit, die jetzt mancher Kritiker in Frage stellt, schon viel weiter.”, erklärt Thomas Niederbühl, politischer Sprecher des CSD München.

„Natürlich gibt es soziale Unterschiede zwischen Schwulen und Lesben – und manchmal Kommunikationsprobleme”, räumt Niederbühl ein, „aber die gemeinsame Arbeit hat sich hervorragend entwickelt. Umso mehr hat es uns erschreckt, wie die Debatte um den Namen auch mit massiver verbaler Gewalt, Abwertung, persönlichen Angriffen und großer Lesbenfeindlichkeit geführt wurde.“, so Niederbühl weiter. Die Sichtbarkeit von Lesben solle aber nach wie vor Schwerpunktthema des diesjährigen CSD in der bayrischen Landeshautpstadt bleiben. „Die CSD-Veranstaltungen in der Pride Week sind dann eine gute Gelegenheit, gemeinsam über unsere Community und schwul-lesbische Solidarität nachzudenken – gerade mit denen, für die diese nicht selbstverständlich ist.”“, so Niederbühl abschließend. (Quellen: PRIDE1/td; CSD München)

Eine Übersicht über alle Veranstaltungen zum Christopher Street Day in Eurer Gegend findet Ihr im GAYS.DE CSD und Pride Guide.

Gleichstellung Homosexueller in NRW beschlossen

Die rot-grüne Landesregierung in NRW hat die Gleichstellung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft auf Landesebene mit einem Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht. Damit löst die SPD-geführte Regierung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ein zentrales Wahlkampfversprechen gegenüber den schwulen und lesbischen Wählern ein.

Ziel sei es, homosexuellen Beamten und den Hinterbliebenen die gleichen Rechte wie den heterosexuellen Beamten einzuräumen. So würden künftig auch homosexuelle, verheiratete Beamte den Familienzuschlag und eine Hinterbliebenenrente beanspruchen können. Erklärt NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans.

Das Gesetz wird voraussichtlich bis zur Sommerpause verabschiedet und soll rückwirkend zum 03. Dezember 2003 in Kraft treten, also dem Tag, an dem die Gleichbehandlungsrichtlinie der EU in nationales Recht hätte umgesetzt werden müssen. Die abgewählte Rüttgers-Regierung von CDU und FDP hatte eine Gleichstellung homosexueller Landesbeamter abgelehnt.( Quelle: PM)

ARCUS-Stiftung mit Barbara Steffens offiziell anerkannt

Im Rahmen eines feierlichen Empfangs hat Frau Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen am Montag, 21. Februar 2011 dem Vorstand der ARCUS-Stiftung die Urkunde zur Anerkennung der ARCUS-Stiftung durch die Stiftungsbehörde überreichen können.

„Wir freuen uns sehr, dass die Emanzipationsministerin damit nach einer nicht immer einfachen Schwangerschaft nun die Patenschaft für die neugeborene ARCUS-Stiftung übernimmt“, betont Reinhard Klenke, Vorsitzender der ARCUS-Stiftung. „Die Stiftungsgründung ist ein historisches Ereignis.“

Die beiden Landesverbände Schwules Netzwerk NRW e.V. und LAG Lesben in NRW e.V. hatten die Gründung der ARCUS-Stiftung seit mehreren Jahren vorbereitet und ein breites Bündnis an Einzelpersonen sowie Vereinen und Verbänden der Community motiviert, das Gründungskapital zusammen zu tragen und die erste schwul-lesbische Gemeinschaftsstiftung Deutschlands auf den Weg zu bringen.

Ziel der ARCUS-Stiftung ist die finanzielle Unterstützung von Projekten der lesbischen und schwulen Selbstorganisation, die Akzeptanz fördern und Notlagen lindern helfen.

Gegründet wurde die wurde die ARCUS-Stiftung am 24. September 2010. 113 Stifterinnen und Stifter haben bisher ein Stiftungskapital in Höhe von 73.698,- € zusammentragen können. Jetzt wirbt die Stiftung um weitere Spenden und Zustiftungen, damit sie ihren Zweck nachhaltig erfüllen kann. Der Landtag hat bereits im Jahr 2008 das bürgerschaftliche Engagement der Stiftung begrüßt und seine Unterstützung zugesagt.

„Der Papst kommt“:

„Die Zukunft ist heute – Der Papst verteilt Kondome!“ GAYS.DE im Gespräch mit der AIDS-Hilfe BIelefeld e.V. über die Aktion mit Papst und Papamobil

„Die Zukunft ist heute – Der Papst verteilt Kondome!“ GAYS.DE im Gespräch mit der AIDS-Hilfe BIelefeld e.V. über die Aktion mit Papst und Papamobil

In Berlin ist am Donnerstag ein Bündnis zum Papstbesuch im September in Berlin gegründet worden. Zum ersten Treffen in den Räumlichkeiten des LSVD Berlin-Brandenburg erschienen Vertreter von mehr als 20 Organisationen, die sich mit dem Thema „Sexuelle Selbstbestimmung“ beschäftigen. Hierzu gehören sowohl lesbisch-schwule als auch mehrheitlich heterosexuell geprägte Organisationen.

Geplant sind gemeinsame Aktivitäten vor und während des Besuches von Papst Benedikt XVI. im September 2011 in Berlin. Die Koordination der Bündnisaktivitäten übernimmt der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg. Der Buchverleger Bruno Gmünder wird die Koordinierungsstelle des Bündnisses finanzieren. Kampagnenerfahrene Aktivisten, die Kenntnisse zur Thematik „Katholische Kirche und Sexualität“ haben, können sich beim LSVD Berlin-Brandenburg bewerben. (Quelle: PRIDE1/td, LSVD)

same but different…

Gleich ist lediglich der Name der sich hinter  dem Slogan der GAYVENTION 2011 versteckt. Denn die Messe findet erstmals im Süden Deutschlands statt. Und zwar in München. Auch im Heimathafen Hamburg hat sich einiges getan: Seit der Idee, eine Messe für schwule Männer zu veranstalten ist nicht nur die Zielgruppe gewachsen. Auch das Interesse an Ausstellern aus (fast) allen Branchen scheint ungebrochen.

Von der „Schwule(n) Messe“ zur „GAYVENTION

Nach rund neun Monaten Planung fand im Februar 2008 die „Schwule Messe“ in der Messehalle Hamburg Schnelsen statt. Doch nicht nur Männer interessierten sich für die Veranstaltung. Viele (lesbische) Frauen durchströmten zusammen mit dem männlichen Publikum die Veranstaltung. 2009 wurde die Messe daraufhin auf GAYVENTION getauft, um Männern und Frauen gleichermaßen gerecht zu werden.

Seit 2009 ist auch GAYS.DE jedes Jahr mit von der Partie. In unserem ersten Messejahr haben wir uns  noch unter die Besucher gemischt und den Hühnerposten und seine Aussteller erkundet. Lediglich ein kleines Promo-Team war vor Ort und hat die GAYVENTION-Besucher am Eingang mit roten Rosen begrüßt.  Im Jahr 2010 war dann auch das GAYS.DE Team „ready for boarding“ und präsentierte sich erstmals auf der GAYVENTION im Hamburger Terminal Tango.

GAYVENTION kann kommen - Messemagaziine und Co eingetroffen

GAYVENTION kann kommen - Messemagaziine und Co eingetroffen

2011 findet die GAYVENTION zum ersten Mal in der Alten Kongresshalle in München statt. Neben Ausstellern aus den Bereichen Mode, Kultur Business und Shopping, präsentiert sich auch das GAYS.DE Team mit eigenen Messestand. Auch in Hamburg werden die Jungs von Deutschlands Community für schwule und bisexuelle Männer wieder dabei sein.

Zahlreiche Aktionen rund um die Community und Gewinnspiele für Premium- und VIP-Mitgliedschaften finden direkt am G

AYS.DE Stand statt. Auch könnt Ihr Euch ausführlich über das GAYS.DE CommunityCamp zum ColognePride informieren und Euren „Schlafplatz“ buchen. Als Gast wird am Samstag, 26. März 2011 Edel Drag Tatjana Taft beim GAYS.DE Team zu Gast sein.

Wir sehen uns auf der GAYVENTION 2011!

CSD NEIN – Demo JA!

Was sagt Man(n) dazu: Der für den 18. Juni 2011 geplante Christopher Street Day in der ungarischen Landeshauptstadt wird wohl nicht stattfinden. Medienberichten zu Folge, wurde die politische Demonstration nicht genehmigt, da es zu „überproportionalen Verkehrsstörungen“ kommen könnte. Die Budapester Behörden haben diese Begründung den Veranstaltern des CSDs durch die verantwortliche Polizeibehörde mitteilen lassen.

Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) wittert unter dieser Begründung aber nur einen Vorwand. Wie schon Argumente aus Warschau, Riga und Vilnius belegen, sei der Grund der  Ablehnung der Demo nur eine Ausflucht. Grundsätzlich wird den Homosexuellen des Landes ein Grundrecht verweigert, so der LSVD in einem aktuellen Newsletter.

„Ein CSD-Verbot ist ein klarer Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Ungarn hat zurzeit die EU-Präsidentschaft inne und damit eine besondere Verantwortung, für die europäischen Werte einzutreten. Wir bitten Euch, gegen das CSD-Verbot in Budapest zu protestieren. Verlangt vom ungarischen Botschafter die Einhaltung der Grundrechte. Wir haben auf unserer Homepage ein entsprechendes Musterschreiben veröffentlicht.“, heißt es wörtlich.

In Weißrussland hat man dagegen die Menschenrechte geachtet und Homosexuellen erstmals das Recht auf freie Meinungsäußerung gewährt. Am Montag trafen sich rund ein Dutzend Schwule und Lesben bei der ersten queeren Demonstration in der Geschichte des Landes – und das bei -15 Grad.

Die Jungs vom Bahnhof Zoo

Die Berlinale ist im vollen Gang und auch das schwul-lesbische Kino feiert seine Helden. Mit  „“Die Jungs vom Bahnhof Zoo“ von Filmemacher Rosa von Praunheim, ist ein weiteres Highlight queerer Filmkultur ab heute auf den 61. Internationalen Filmfestspielen vertreten. Das neue Werk des beliebtesten schwulen Filmregisseurs Deutschlands feiert heute Premiere und beginnt seinen Kampf um einen der goldenen Teddys. Die Trophäe des wichtigsten queeren Filmpreis – Der TEDDY AWARD – wird in diesem Jahr bereits zum 25. Mal verliehen (GAYS.DE berichtete).

Nach dem Klassiker von Christiane F., widmet sich Rosa von Praunheim dem Bahnhof Zoo aus einem anderen Blickwinkel. In seiner aktuellen Dokumentation wird die Realität aufgezeigt. Das ‚wahre‘  Leben von fünf männlichen Strichern wird begleitet – ehrlich, ungesüßt, authentisch.
Von Praunheim zeigt das Phänomen „Männliche Prostitution“ losgelöst von jeglichen Klischees. Von der Kinderstube der Fünf jungen Männer, bis hin zur harten Realität des Alltags, zeigt der Film den ernsten Weg des Überlebens. Der Straßenstrich als Chance zum Überleben, eine schnelle  Einnahmequelle um dem ärmlichen Leben zu entfliehen. Ein riskanter Job ohne Perspektiven…

Gezeigt wird der Film im Rahmen derTEDDY AWARDs heute 17:00 Uhr im CineStar (Premiere) sowie morgen um 22:30 und im Colosseum am 18. Februar um 15:30.

Gays.com sucht Verstärkung

Du suchst eine neue Herausforderung und kennst Dich in der schwul-lesbischen Community bestens aus? Dann haben wir vielleicht genau das Richtige für Dich. Unsere Partnerseite Gays.com sucht neue Mitarbeiter: Gesucht werden ein Community Manager sowie ein Scrum Product Owner.

Als Mitarbeiter von Gays.com bist Du ein Teil der LGBT Community. Weltweite Kontakte, täglich neue Herausforderungen und ein junges dynamisches Team warten auf Dich.

Du kennst die queere Welt im World Wide Web und bist nicht auf den Mund gefallen? Du hast Spaß am Kommunizieren, bist online aktiv und kennst twitter, Facebook und Co? – Dann bewirb Dich jetzt per Mail bei Gays.com.

Gegen das Vergessen

Auf den Tag genau 66 Jahre ist es her, dass die Insassen des KZ Auschwitz befreit wurden. Den  sowjetischen Soldaten bot sich damals ein Bild des Grauens – mehr als 600 Leichen türmten sich und weit über 7.000 Menschen fanden sie vor, dem Tod näher als dem Leben – abgemagert, verhungert, gequält.

Seither gilt der 27. Januar als ein Tag der Erinnerung. Erinnerung für die Millionen drangsalierten Schicksale, deren Angehörigen sowie der Überlebenden. Seit 1996 ist der heutige Tag ein nationaler Gedenktag, die Fahnen an allen öffentlichen Gebäuden wehen auf Halbmast und bundesweit finden Gedenkveranstaltungen statt.

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus gilt allen Personengruppen. Über religiöse Unterschiede hinweg, sexuelle Orientierungen außen vor – Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen und Homosexuelle – an alle wird sich erinnert. Zahlreiche Veranstaltungen wie Themenabende, Vorträge, Diskussionen und Andachten finden statt – Unterschiede spielen heute keine Rolle.

Innerhalb der schwul-lesbischen Community wird an die tausende verfolgten Homosexuellen während der NS-Zeit gedacht. Immer wieder kam es zu Übergriffen und Inhaftierungen – letzendlich landeten die Meisten in den Lagern des NS-Regimes.
Nach einer Erklärung der Generalversammlung der Vereinten Nationen, gilt der 27. Januar seit 2005 als internationaler Holocaustgedenktag.