Gegen Vorurteile – Homosexuelle werben für Toleranz

Sachsen gilt bundesweit als Schlusslicht in Sachen Gleichstellung – Das soll sich in diesem Jahr ändern. In Dresdner und Leipziger Bussen sowie Straßenbahnen ist seit Montag ein Kurzfilm über homosexuelle Paare zu sehen. Die Initiative “2gleich2” teilte mit, der Zeichentrick-Clip soll zu mehr Respekt und Akzeptanz Homosexueller anregen. Der Film werde nach der Premiere in öffentlichen Verkehrsmitteln auch in sächsischen Kinos gezeigt.

Forderung nach Anpassung von Gesetzen

Entstanden ist der Streifen in Zusammenarbeit mit dem Dresdner Verein Gerede und einem Zeichentrickstudio. Finanziert wurde der Film aus Spenden. Der Sprecher der Initiative, Sebastian Manzke, sagte: “Unsere Botschaft wollen wir nah an die Menschen tragen, mitten in den Alltag – wo gleichgeschlechtlich liebende Menschen auch heute noch oft offene oder versteckte Diskriminierung erleben.” In vielen Situationen koste es Schwule und Lesben großen Mut, selbstbewusst Anerkennung und Respekt für sich einzufordern.

Neben dem Einsatz für die Anpassung zahlreicher Gesetze in Sachsen, in denen Eingetragene Lebenspartnerschaften gegenüber Ehen ungleich behandelt werden, will die Initiative “2gleich2” ein tolerantes, allen Menschen gegenüber unvoreingenommenes gesellschaftliches Klima fördern. Aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen nach Angabe der Initiatoren, dass die Ablehnung von Schwulen und Lesben in Sachsen und Bayern bundesweit am höchsten ist.

Das GAY.DE Team unterstütz die Aktion und möchte sie mit Eurer Hilfe weiter verbreiten. Teilt den Beitrag und das Video und zeigt auch Euren Freunden und Bekannten, dass Ihr für Eure Rechte einsteht.

Danke.

GAY.DE Serie zum WAT 2012: Zwei Wochen im Zeichen der Roten Schleife

Jährlich am 1. Dezember erinnern Organisationen weltweit an das Thema AIDS und rufen zur Unterstützung auf. In zahlreichen Aktionen soll Solidarität gegenüber HIV-Infizierten, an AIDS-Erkrankten sowie deren Freunde und Familien gezeigt werden. Der Welt-AIDS-Tag ist aber auch eine Warnung zugleich – Eine Warnung dahingehend, dass die Pandemie weiter besteht.

HIV und AIDS geht uns alle an

Bis heute erfahren Menschen mit HIV und AIDS Diskriminierung. Dies wird vor allem auch im Arbeitsalltag deutlich. Auch die Angst vor Ansteckung ist weit verbreitet – obwohl man sich beim alltäglichen Umgang nicht infizieren kann. Dies führt immer wieder zu Ausgrenzungen oder Mobbing von Menschen mit HIV. Dagegen helfen nur Information, Aufklärung und Solidarität. Die Welt-AIDS-Tags-Kampagne mit ihren vielen Botschaftern und Partnern setzt sich dafür tatkräftig ein, dass ein positives Zusammenleben möglich wird.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) und die Deutsche AIDS-Stiftung (DAS) gehen auch in diesem Jahr mit einer gemeinsamen Kampagne an die Öffentlichkeit und rufen dazu auf „AKZEPTANZ. RESPEKT. RÜCKHALT.“ zu zeigen.

GAY.DE unterstützt die diesjährige Kampagne zum Welt-AIDS-Tag mit der SafetyBag Aktion und appelliert an alle User zu einem verantwortungsvollen und sichern Umgang beim Geschlechtsverkehr.

In einer eigens eingerichteten Rubrik im community-eigenen Blog wird in den kommenden zwei Wochen über das Thema HIV und Aids berichtet. Mit Interviews, informativen Beiträgen zum Leben mit dem Virus und vielen weiteren Aktionen steht die Rubrik auch nach dem Welt-AIDS-Tag 2012 weiterhin zur Verfügung.

 

Zur GAY.DE SafetyBag Aktion 2012

Vor dem Ball sind alle gleich – Schön wärs!

Es ist noch lange nicht beendet – das Thema Homosexualität im Fußball. Noch-Präsident des Deutschen Fußball Bunds, Theo Zwanziger setzt sich seit Jahren schon dafür ein, dass Toleranz und Respekt gegenüber sexuellen Identitäten zunehmen.

Und wieder einmal findet der DFB Präsident die richtigen Worte: „Ich glaube, Fans im Stadion orientieren sich an der Leistung. Nehmen wir das Beispiel Mesut Özil. Er hat den Respekt und die Unterstützung des Bundestrainers erfahren“. Worte, die Zwanziger auch in Bezug auf das Thema des Dialogforums in der Sportschule Hennef gewählt hat. Seiner Meinung nach muss das Versteckspiel endlich aufhören, denn „die Zeit ist reif für einen schwulen Fußball-Star.“

Zwei Tage hieß es: „Vor dem Ball sind alle gleich – sexuelle Identitäten im Fußball“ und der DFB forderte indirekt homosexuelle Spieler der Bundesliga auf sich zu outen. In Hennef wurde aber nicht nur die Zukunft diskutiert, auch die Aussage von Philipp Lahm stand auf dem Programm. Lahm hatte zu Beginn der Woche erklärt, dass unserer Gesellschaft noch nicht bereit sei für das Outing eines schwulen Fußballers.

DFB Präsident Zwanziger hält dagegen und rief die homosexuellen Spieler dazu auf, den Mut zu haben, sich zu outen. Für ihn waren und sind die Rahmenbedingungen für ein Coming-out nie besser gewesen als heute. „Klar ist, dass Mut nur der haben muss, der weiß, dass ihm Nachteile drohen”, sagte Zwanziger weiter.

Wir sind weiterhin gespannt, wann der erste Spieler bereit ist offen zu sich und seiner Sexualität zu stehen. Auch wenn es sicherlich nicht einfach ist in der Männerdomäne Fußball.

Tolerant durch SchLAu

SchLau in der Schule; ©SchLAu NRW

„Schwule verhalten sich wie Mädchen“ und „Lesben hassen Männer“ – Vorurteile, die in den Köpfen der Menschen fest sitzen. Aber nicht nur das: Auch zahlreiche Klischees existieren und führen dazu, dass Berührungsängste, Intoleranz und sogar Abneigung gegenüber Homosexuellen noch immer vorrangig sind. Für die Meisten tragen Schwule gerne Frauenkleider und haben grundsätzlich Analverkehr. Lesben dagegen treten maskulin auf, binden ihre Brust ab und wollen eigentlich ein Mann sein. Dass dies eben nicht so ist, dafür kämpfen die Jungen und Mädchen von SchLAu.

Schwul Lesbische Aufklärung – kurz SchLAu – darunter versteht sich ein Netzwerk von lokalen Projekten, die bundesweit schwul-lesbische Aufklärungsarbeit – nicht nur für Jugendliche – leisten. Allein in Nordrhein-Westfalen sind derzeit 15 Gruppen unterwegs, die bei Veranstaltungen in Schulen und im Freizeitbereich effektiv zur Gewaltprävention und Antidiskriminierung beitragen. Durch die überwiegend selbst homosexuellen SchLAu-en, haben die Teilnehmer der einzelnen Veranstaltungen die Möglichkeit mit Schwulen, Lesben, Bisexuellen in Kontakt zu treten du sich selbst ein authentisches Bild zu machen. In den persönlichen Begegnungen werden dann durch verschiedene Methoden Diskriminierung thematisiert und Vorurteile hinterfragt.

Gerade an Schulen ist die Aufklärungsarbeit wichtig, so der Arbeitsansatz von SchLAu. Immer wieder treten Beleidigungen wie „schwule Sau“ auf Schulhöfen auf, für die Coming-Out-Phase junger Homosexueller ist das eine mehr als schmerzliche Erfahrung und sie haben meist Angst vor Ausgrenzung und Gewalt. Letzteres ist unter Jugendlich leider immer noch keine Seltenheit. Immer wieder kommt es zu Anfeindungen und gewalttätigen Übergriffen – im Schulalltag. Die bundesweiten Aufklärungsgruppen arbeiten ehrenamtlich um eben diesen Respekt gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensweisen zu fördern und Homophobie im Schulalltag abzubauen.

Mehr Informationen zur Schwul Lesbischen Aufklärung  gibt’s auf der Seite von SchLAu NRW. Hier finden sich alle Regionalgruppen und weiterführende Links. Eine bundesweite Vernetzung wird derzeit aufgebaut.

Musik gegen Homophobie und Gewalt

Zum zweiten Mal suchen der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD), das queere Stadtmagazin Siegessäule und das Social Information-Portal Mister Wong Berlins Respektbotschafterinnen und Respektbotschafter. Da der Wettbewerb in 2011 den Schwerpunkt Musik hat, werden die Organisatorinnen und Organisatoren dieses Jahr vom Tuned-Jugendprojekt unterstützt. Ab sofort können Jugendliche ihre Respekt-Songs einreichen.

Texte, die homosexuelle Menschen abwerten, sind in der Musik leider keine Seltenheit. „Schwul“ als Beleidigung, wie beispielsweise „schwuler Rapper“ oder die Darstellung einer Frau als Sexobjekt sind vor allem im Hip Hop immer wieder zu hören. Können Musiker ihre Gedanken nur durch Abwertung anderer Menschen kreativ umsetzen? Wird ihre Musik für die Zuhörer erst dann attraktiv? Bei dem Respektbotschafter-Wettbewerb können Jugendliche zeigen, dass es auch anders geht.

Der zweite Respektbotschafter-Wettbewerb startet am 23. Februar 2011 und endet mit einem fetten Live-Contest im Herbst 2011. Die besten Songbeiträge qualifizieren sich für dieses Event. Dort können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann ihren Song live auf der Bühne performen.
Die Contest-Gewinner und Gewinnerinnen, die sowohl vom Publikum als auch einer Jury bestimmt werden, erhalten die Möglichkeit ein tolles Band-Video zu drehen.

Den ersten Respektbotschafter-Wettbewerb im Jahr 2010 haben Kader Metin, Zeinab Hassun und Zineb Boukhari vom Schilleria Girls Club Neukölln mit dem Filmbeitrag „Laura und Haifa“ gewonnen. (GAYS.DE berichtete)
Der Wettbewerb 2011 ist Teil des Projektes Soccer Sound. Dieses Projekt wird im Rahmen der Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales – Landesantidiskriminierungsstelle – gefördert. Der Flyer zum Wettbewerb wurde mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung an alle weiterführenden Schulen in Berlin versendet. (Quelle: LSVD BB/pm)

Welt-Aids-Tag 2010: „Best Of“-Clip ist online

Bereits vor ein paar Tagen haben wir Euch die neue Kampagne zum Welt-Aids-Tag 2010 vorgestellt. Bundesminister Dr. Philipp Rösler stellte diese gemeinsam mit vier HIV-positiven Botschafterinnen und Botschaftern im Bundesministerium für Gesundheit vor und warb für Unterstützung und soziales Engagement.

Mittlerweile sind die ersten Plakate der Kampagne auf den Straßen und Plätzen unserer Heimatstädte zu sehen und auch die Videostatements der Botschafterinnen und  Botschafter zum Welt-Aids-Tag 2010 sind online. Aufgrund der großen Resonanz haben die vier Haupt-Botschafter sich dazu entschlossen, ein „Best Of“ online zu stellen um für noch mehr  Respekt und Solidarität für Menschen mit HIV/Aids zu  kämpfen.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Kampagne zum WAT steht vor allem der Dialog. Mit den Botschaftern kann aktiv zum Thema kommuniziert werden und sogar ein eigenes Videostatement abgegeben werden.

GAYS.DE möchte alle Mitglieder und die die es noch werden wollen, aber auch Freunde, Bekannte und Verwandte dazu aufrufen, an der Kampagne zum Welt-Aids-Tag 2010 teilzunehmen. Zeigt Schleife und unterstützt die Kampagne zum WAT. Zeigt, dass ihr für einen solidarischen und respektvollen Umgang mit Menschen mit HIV/Aids seid und das Diskriminierung nicht unterstützt werden darf.

Eure Kommentare und Videostatements könnt ich an GAYS.DE senden und auf der Facebook-Seite oder dem GAYS.DE Youtube-Kanal online stellen. Alle eingereichten Beiträge werden von uns zu einem großen Statement zum Welt-Aids-Tag 2010 zusammengeschnitten und zur Unterstützung der Botschafterinnen und Botschafter online gestellt.  Wir freuen uns über Eure Unterstützung und bedanken uns schon einmal für Eure eingereichten Beiträge.

Euer GAYS.DE Team

Loveparade 2010: Blogeintrag hetz gegen Homosexuelle

Eine Meinung: Auch Satire kennt Grenzen

Als wären die Ereignisse vom Wochenende nicht schon tragisch genug, hetzt unsere „Lieblings-“ Informationsseite einmal mehr auf menschenverachtende Weise gegen Personengruppen im Netz. In ihrem Ursprung 1989, hatte die Love-Parade nur ein Anliegen: „Friede, Freude, Eierkuchen“. Dr. Motte wollte gemeinsam mit rund 150 Mitstreitern für ein friedliches Miteinander, Spaß am Leben und gegen den Hunger in der Welt demonstrieren. Aus der ehemals politischen Demonstration wuchs eine kommerzielle Veranstaltung der Superlative, die letztlich in Duisburg das letzte Mal stattfand. – ohne Worte –

Die Medien überschlagen sich seither förmlich mit der Berichterstattung – objektiv und mit einem Blick auf die Hintergründe, auf der Suche nach den Verantwortlichen – Aufklärung soll stattfinden. Doch auch offensichtliche Falschaussagen und geistige Entgleisungen gehören zur Berichterstattung. Bestes Beispiel der Internetauftritt der Elternhilfe ONLINE.   Selbst bezeichnet sich der Blog als kompetente Informationsplattform und Berater im Internet – als Ratgeber in Erziehungsfragen gar und alles rein satirisch versteht sich. Soll zumindest verstanden werden. Wer allerdings beraten werden soll ist mir selbst unklar, denn einmal mehr hat sich einer der Autoren in seiner Wortwahl vergriffen. Einmal mehr wurden Unwahrheiten und Falschaussagen veröffentlicht, die meines Erachtens gar menschenunwürdig erscheinen.

Da ist nicht nur die Rede von „grauenvoller Tötung“ auf dem „Volksfest der Homosexuellen“, sondern auch, dass es sich bei der Loveparade um eine Veranstaltung handelt, bei der HIV und Aids am weitesten verbreitet sind. Falschaussagen, die Abneigung und Anwiderung in mir hervorrufen – gar blanken Ekel beim Lesen auslösen. (zum Original Eintrag)

Auch wenn es sich bei den Einträgen von Keyser Söze um satirische Beiträge handelt – an dieser Stelle ist der Bogen einfach  überspannt worden. Ich möchte behaupten, dass die Mehrzahl der Leser und Kommentatoren nicht den überspitzten und überaus sarkastischen Unterton zwischen den Zeilen entdeckt hat und dieser Art von Berichterstattung wohlwollend zustimmt. Immerhin sind Vorurteile und Intoleranz in unserer Gesellschaft fest verankert. Nicht nur das den Angehörigen der Opfer mit diesem Beitrag mitten ins Gesicht gespuckt wird, auch die Schwulen und Lesben fühlen sich zu Recht diskriminiert dargestellt.

Respekt – nicht nur gegenüber der Opfer und sexuellen Minderheiten – ist eben auch ein Mittel, das in einer Satire berücksichtigt gehört! Ein Ergebnis: Der Blog ist derzeit offline. (RP)

EuroPride und CSDs brechen Rekorde

Erstmals in der Geschichte des Gedenkens an den ersten Aufstand Homosexueller und anderer sexuell Unterdrückten, hat es im Osten Europas eine Parade der Superlative gegeben – auf den deutschen Straßen von Süd bis Nord, hat es neue Besucherrekorde gehagelt und einige Neuerungen in Sachen Lokalpolitik konnten die Veranstalter auch verzeichnen.

EuroPride – Osteuropa traut sich

Zum ersten Mal überhaupt, hat der EuroPride in einem Land des „Ostblocks“ stattgefunden. Anders als die EuroPride im vergangenen Jahr, war es jedoch etwas  ‚steriler‘ in der polnischen Landeshauptstadt – keine Regenbogenfahnen in der Innenstadt und auch Plakate, die auf das wohl wichtigste Ereignis für Schwule und Lesben in Warschau aufmerksam machen sollten, fehlten. Und dennoch – oder vielleicht auch grad wegen der konservativen Einstellung der Polen – kamen mehr als 10.000 Demonstranten aus ganz Europa zusammen und zeigten, dass Homosexuelle friedlich für ihre Rechte eintreten können. Anders die von mehr als 2.000 Polizeibeamten in Schach gehaltenen Gegendemonstranten. Von ihnen wurden acht Gewalttäter festgenommen, die u.a. mit Flaschenwürfen gegen die Homosexuellen vorgehen wollten.

Erfolge bei den CSDs in Deutschland

Frankfurt konnte am Wochenende einen neuen Besucherrekord zum Christopher Street Day verzeichnen. Mehr als 50.000 Besucher verfolgten die bunte Polit-Parade durch die Innenstadt bis hin zum Römer und auch die einstige Bundesjustizministerin Brigite Zypries feierte mit den Frankfurtern unter dem Motto: „Stolz auf unsere Vielfalt“ und verwies auf die ernsthaften Anliegen der Homosexuellen.

OB Pit Clausen mit Tatjana Taft im Bielefelder Rathaus

OB Pit Clausen mit Tatjana Taft im Bielefelder Rathaus

Weiter südlich feierten die München ihr 30. Jubiläum. „Deine Stadt – Deine Community – Deine Freiheit“ – diesem Aufruf folgten am vergangenen Samstag mehrere Zehntausend Menschen und bejubelten die 52 Paradewagen vom Marienplatz in Richtung Glockenbachviertel. Auch die Lokalpolitik konnte sich dem ernsten Anliegen der CSD Veranstalter annehmen und gab grünes Licht für die Nutzung des großen Sitzungssaals im Rathaus für einen wohl einmaligen Ballabend.

„Wir haben ein Anrecht auf Respekt von Jedermann.“

Einen politischen Erfolg konnte auch das Netzwerk lesbischer und schwuler Gruppen in Bielefeld e.V. für sich verbuchen. Erstmals in der 15-jährigen Geschichte des Bielefelder CSDs, wehte die Regenbogenflagge am Rathaus und dem Wahrzeichen der Stadt, der Sparrenburg.
Damit hatte der offen schwule Oberbürgermeister der Leineweber-Stadt ein Wahlversprechen eingehalten und sogar noch eine Überraschung für die queere Community parat. Mit den Worten: „Wir sind anders, aber gleichwertig […].“, eröffnete Clausen die Parade und hisste gemeinsam mit Edel-Drag-Queen Tatjana Taft die Regenbogenflagge am Alten Rathaus in Mitten der Stadt. Anschließend zogen mehr als 600 Demonstranten durch die Innenstadt hin zum Straßenfest auf dem Siggi, der musikalisch von Corbeat und Rosenblond erfüllt wurde und feierten zum Motto: “Ein Leben ohne Maske”.

Bilder aus Bielefeld:
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Baltic Pride 2010 unter Beschuss

Hin und Her, Ja und Nein – stattgefunden hat sie dennoch: Die Baltic Pride 2010. Wenn auch in einem anderen als angedachten Rahmen und unter Androhung von massiven Protesten (GAYS.DE berichtete). Der Druck der EU- Politik und die Teilnahme von Schwedens Europaministerin Birgitta Ohlsson und Volker Beck, MdB Bündnis 90/Die Grünen zogen zudem die Augen nach Litauen. Es galt dem Widerstand entgegen zu treten und „Für Gleichheit“ auf die Straße zu gehen – Und es ist gelungen! Litauen hat bereits in der Vergangenheit scharfe Kritik aus Europa einstecken müssen. Ein Verbot der „positiven Darstellung von Homosexualität“ war im Sommer 2009 der Auslöser dafür  (GAYS.DE berichtete).

Knapp 300 Menschen haben sich am Samstag zur Demonstration in Vilnius zusammen gefunden und unter einem mehr als doppelt so starken Polizeiaufgebot für ihre Rechte und für mehr Anerkennung demonstriert. Die Gegendemonstranten wurden vorsorglich von den Paradeteilnehmern abgeschirmt. Dennoch kam es zu Steinwürfen, Beleidigungen und zu vereinzelten gewaltsamen Auseinandersetzungen. Insgesamt 19 Verhaftungen konnten die Behörden verzeichnen.

Zuvor hatte das oberste Verwaltungsgericht die Parade verboten, da der Schutz der Teilnehmer vor möglichen gewaltsamen Übergriffen nicht gewährleistet werden könne. So lautete die Begründung der Richter vergangene Woche. Nach einer erneuten Anhörung wurde die Entscheidung allerdings wieder revidiert. Die Richter begründeten den neuen Beschluss damit, dass der Staat die Versammlungs- und Meinungsfreiheit nicht missachten könne. Das überwiegend katholische Litauen gilt gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensweisen als mehr als konservativ. Im Vorfeld hatten sich mehr als drei Viertel der Bevölkerung bei einer Umfrage gegen die Durchführung einer Gay Pride ausgesprochen.

Die „Baltic Pride“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der im Baltikum ansässigen schwul-lesbischen Organisationen. Im Rotationsprinzip findet sie jährlich entweder in Litauen, Lettland oder Estland statt. Auch in Riga gab es im vergangenen Jahr bereits im Vorfeld Proteste, die Pride konnte auch hier nur unter einem massiven Polizeiaufgebot durchgeführt werden. Im kommenden Jahr ist Tallinn Gastgeber.  (Bilder: Logo Baltic Pride, unten: Parlamentarier Uoka wurde aufgrund von homophoben Äußerungen abgeführt; Foto: ap)

Schwul, Sport, Spielverderber – Meinungen und Ansichten

Matthew Mitcham - australischer Turmspringer, bekennender homosexueller und Botschafter der VIII. Gay Games Cologne

Egal mit welchem Thema wir uns befassen, es wird immer  unterschiedliche Meinungen, Ansichten und Herangehensweisen geben. „Und das ist auch gut so“, wie der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit zu sagen wusste. Unterschiedliche Meinungen sind somit der Grundstein von Konversation und Austausch – der Keim der Arbeit. Und dies vor allem für die Organisationen, Vereine, Verbände und Aktivisten, die sich für einen respektvollen Umgang zwischen  Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung engagieren.

Gerade im Sport sind die Vorurteile gegenüber homosexuellen Athleten und Mitspielern der Ansatz der Präventionsarbeit. Ein Outing im Profisport ist für viele nicht denkbar. Egal ob als Athlet oder im Mannschaftssport – Schwulsein gilt immer noch als Tabuthema. Schimpfworte wie „Schwule Sau“, „Schwuchtel“ oder „Sch****lutscher“ sind gerade in den Stadien der Fußballligen beheimatet, aber auch in anderen Sportarten sind Intoleranz und Beschimpfung auf Grund der sexuellen Orientierung alltäglich.

Um der Homophobie im Sport entgegenzutreten, setzen sich der Deutsche Fußball Bund, Politiker und schwul-lesbische Vereine aktiv ein. Aktuellstes Beispiel dafür ist die am Dienstag im Roten Rathaus Berlin eröffnete Ausstellung „Gegen die Regeln – Lesben und Schwule im Sport“. Auf insgesamt 37 Bannern wird die Situation der vorherrschenden Homophobie im Sport dargestellt. So erfährt der Besucher zum Beispiel, dass die Deutschen Fußballerinen 1995 an den schwul-lesbischen Euro Games teilnehmen wollten, ihre Teilnahme aber unter Androhung eines Rauswurfs vom DFB verhindert worden ist.  Ansichten und Meinungen können sich wandeln. Zumindest engagiert sich der DFB 15 Jahre später bereits in Kampagnen und Aktionen zur Toleranzgewinnung. Ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn es für homosexuelle Spieler immer noch unmöglich scheint, sich zu outen. Intoleranz und Vorurteile beherrschen die Stadien. Das weiß auch Michael Urban, der den Schritt gewagt hat. Nach seiner Karriere als Amateurspieler bekannte sich Urban zu seiner Homosexualität.

Ein weiteres gutes Beispiel für die Integration schwuler Sportler sind die in Köln stattfindenden Gay Games vom 31. Juli bis 7. August 2010. Das seit mittlerweile 30 Jahren etablierte Sportturnier ruft Homosexuelle zur Teilnahme in verschiedenen Disziplinen auf und verbindet den Sport an sich mit der eigenen sexuellen Orientierung. Mehr als 12.000 Teilnehmer werden bei den VIII. Gay Games Cologne aus allen Ländern der Welt erwartet. Gemeinsam setzt man ein Zeichen gegen Intoleranz und vereint bei zahlreichen Sport- sowie Kulturveranstaltungen das homo- und heterosexuelle Publikum. Eine Veranstaltung mit olympischem Gedanken, denn die Leistungen der Teilnehmer sind wohl mehr als unabhängig von ihren persönlichen Vorlieben der Geschlechterwahl.

Auch wenn es immer noch Menschen gibt, die Schwule und Lesben nicht akzeptieren wollen, ein tolerantes Miteinander sollte in der heutigen Zeit wohl möglich sein. Und eben darum kämpfen Vereine, Verbände und Organisationen auch weiterhin um Respekt und Anerkennung.