Vor dem Ball sind alle gleich – Schön wärs!

Es ist noch lange nicht beendet – das Thema Homosexualität im Fußball. Noch-Präsident des Deutschen Fußball Bunds, Theo Zwanziger setzt sich seit Jahren schon dafür ein, dass Toleranz und Respekt gegenüber sexuellen Identitäten zunehmen.

Und wieder einmal findet der DFB Präsident die richtigen Worte: „Ich glaube, Fans im Stadion orientieren sich an der Leistung. Nehmen wir das Beispiel Mesut Özil. Er hat den Respekt und die Unterstützung des Bundestrainers erfahren“. Worte, die Zwanziger auch in Bezug auf das Thema des Dialogforums in der Sportschule Hennef gewählt hat. Seiner Meinung nach muss das Versteckspiel endlich aufhören, denn „die Zeit ist reif für einen schwulen Fußball-Star.“

Zwei Tage hieß es: „Vor dem Ball sind alle gleich – sexuelle Identitäten im Fußball“ und der DFB forderte indirekt homosexuelle Spieler der Bundesliga auf sich zu outen. In Hennef wurde aber nicht nur die Zukunft diskutiert, auch die Aussage von Philipp Lahm stand auf dem Programm. Lahm hatte zu Beginn der Woche erklärt, dass unserer Gesellschaft noch nicht bereit sei für das Outing eines schwulen Fußballers.

DFB Präsident Zwanziger hält dagegen und rief die homosexuellen Spieler dazu auf, den Mut zu haben, sich zu outen. Für ihn waren und sind die Rahmenbedingungen für ein Coming-out nie besser gewesen als heute. „Klar ist, dass Mut nur der haben muss, der weiß, dass ihm Nachteile drohen”, sagte Zwanziger weiter.

Wir sind weiterhin gespannt, wann der erste Spieler bereit ist offen zu sich und seiner Sexualität zu stehen. Auch wenn es sicherlich nicht einfach ist in der Männerdomäne Fußball.

Situation homosexueller Asylsuchender in Berlin

Homosexuelle, bisexuelle und transgeschlechtliche Menschen, die in ihrem Herkunftsland wegen ihrer sexuellen Identität verfolgt werden, suchen unter anderem beim Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule (MILES) des Lesben- und Schwulenverbandes  (LSVD) Berlin-Brandenburg Hilfe.

Leider ist es noch keine Selbstverständlichkeit, dass diese Menschen in Deutschland Asyl und somit Schutz finden.
Was sind die Begründungen dafür, homosexuelle Asylsuchende abzuweisen?
Was hat es mit dem Begriff der „irreversiblen, schicksalhaften homosexuellen Prägung“ auf sich, die von den Betroffenen anhand von psychologischen Gutachten nachgewiesen werden soll? Wie sieht die Lebenssituation asylsuchender Homosexueller in Berlin aus?

Über dieses Thema referieren und diskutieren Anwalt Dirk Siegfried und Psychologin So-Rim Jung. Die Veranstaltung ist am 26. Januar in Berlin. (Quelle: PRIDE1/td).

Podiumsdiskussion „Situation homosexueller Asylsuchender in Berlin“
Donnerstag, 26. Januar 2012, 18.00 Uhr
Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule des LSVD Berlin-Brandenburg,
Kleiststraße 35, 10787 Berlin (Nähe Nollendorfplatz)

Um Anmeldung bei wird gebeten.

Happy Birthday: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz wird 5!

Damals war´s – könnte man sagen, wären es nicht erst fünf Jahre her. Doch immerhin. Vor fünf Jahren, am 18. August 2006 ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft getreten.
Inhaltlich verbietet es Diskriminierung jeglicher Art. Egal ob Rasse, Religion, Weltanschauung, Alter, Geschlecht oder sexuelle Identität. Auch Menschen mit Behinderung sind im AGG berücksichtigt.

In Sachen sexueller Identität ist das AGG jedoch nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zur Gleichstellung – aber immerhin ein Anfang. „Die Verabschiedung des AGG im Sommer 2006 war ein Sieg der Vernunft gegenüber Vorurteilen und Schreckensgespenstern. Gegen die Widerstände aus
Wirtschaft und Politik gelang es das Merkmal der sexuellen Identität in allen Regelungsbereichen zu integrieren. Ein wichtiges Signal, das Lesben und Schwulen den Rücken gestärkt hat.“, so die Worte von Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD).

Enttäuschend dagegen ist, dass Staat und Kirche von der Verpflichtung der Nichtdiskriminierung ausgeschlossen wurden, erklärt Bruns weiter: „Für die massiven Benachteiligungen von Lebenspartnerschaften im Einkommensteuerrecht sowie im Beamtenbesoldungsrecht gilt das AGG nicht. Auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die bei kirchlichen Trägern beschäftigt sind, können keinen Schutz erwarten. Ein besonders großes Problem ist die Praxis der katholischen Kirche, den Mitarbeitern zu kündigen, wenn sie sich verpartnern lassen.“.

Bis zur vollkommenen rechtlichen Gleichstellung von Lesben und Schwulen in Deutschland ist es noch ein langer Weg. Das AGG feiert seinen Fünften – Wir gratulieren, verfallen aber nicht in Euphorie. Es gibt noch viel zu tun.

„Trau Dich! Zeig Dich! Out ist in.“ Heißt es ab sofort in Hamburg

Der CSD in Hamburg steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Coming-outs. „Ein Coming-out ist nicht nur eine kurze Phase, sondern ein lebenslanger Prozess“, sagt Dr. Lars Peters, Erster Vorsitzender des organisierenden Vereins Hamburg Pride e.V. „Viele Homo-, Bi- und Transsexuelle haben auch heute noch Bedenken, öffentlich zu ihrer sexuellen Identität zu stehen. Mit dem diesjährigen Motto und der Kampagne wollen wir den Betroffenen Mut machen, sie stärken und ihnen zeigen, dass sie mit ihren Ängsten und Problemen nicht alleine sind.“

Für die Übertragung des Mottos in eine griffige Kampagne beauftragte Hamburg Pride e.V. die Werbespezialisten Till Hurlin und Jan-Hendrik Munzert. Die Hamburger wählten für das Motiv die wohl klassischste Outing-Situation aus: das Coming-out vor der Familie. „Für viele ist es noch immer eine große Hürde, sich vor den direkten Angehörigen zu outen“, so Hurlin. „Wir haben uns deshalb dazu entschieden, genau diese Situation neu interpretiert in Szene zu setzen. Schließlich verläuft ein Outing in der Familie heute in vielen Fällen durchaus positiv, Ängste erweisen sich oft als unbegründet.“

In Zusammenarbeit mit dem Fotografen Wolfgang Hildebrand entstand ein Motiv, das spielerisch und bewusst überhöht den Moment des Outings thematisiert. Im Fokus steht eine vierköpfige Familie, die vor einer erdrückend spießigen Kulisse das Coming-out ihres Kindes geradezu frenetisch feiert – ein klarer Bruch mit der eigentlichen Erwartungshaltung. „Wir möchten die Betrachter auf diese Weise zum Schmunzeln bringen und sie motivieren, sich auch öffentlich zu ihrer sexuellen Identität zu bekennen“, sagt Munzert.

Zum Stadtfest St. Georg am 28. und 29. Mai 2011 wird die Kampagne erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. Anschließend kommt das Motiv bis Anfang August auf verschiedenen Werbemitteln zum Einsatz. So stellt etwa JCDecaux als exklusiver Sponsor für Außenwerbung kostenfrei City Light Poster im Großraum Hamburg zur Verfügung. Szenegastronomie und Nightlife-Locations im Stadtgebiet werden mit Edgar Freecards belegt, zusätzlich werden Anzeigen- und Bannerschaltungen in ganz Deutschland durchgeführt. Durch die bundesweite Präsenz soll der Anteil auswärtiger CSD-Besucher weiter gesteigert werden.

Der CSD in Hamburg gehört mit über 250.000 Besuchern zu den größten Veranstaltungen der Hansestadt. Offizieller Auftakt ist am 30. Juli die PRIDE NIGHT, die große Eröffnungsgala in den „Fliegenden Bauten“. Weitere Höhepunkte sind die Parade durch die Hamburger Innenstadt (6. August) sowie das Straßenfest an der Binnenalster (5. bis 7. August). (PM)

IDAHO – Internationaler Tag gegen Homophobie und Transphobie

Fast könnte man sagen: „Alle Jahre wieder!“ Doch Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender sind noch lange nicht da angekommen, wo sie seien möchten. Jedes Jahr aufs Neue kommen Vereine, Institutionen und Einzelpersonen zusammen und demonstrieren weltweit Verbundenheit, Zusammengehörigkeit und Ernsthaftigkeit. Am Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie  setzen sie gemeinsam ein Zeichen im Kampf um Anerkennung und Akzeptanz.

Welche Veranstaltungen in Deutschland heute stattfinden, hat die bundesweite Aktionsseite RainbowFlash in der folgenden Liste zusammengestellt:

  • Leipzig, Nikolaikirchhof
  • Dresden, Theaterplatz
  • Chemnitz, Rathausplatz
  • Köln, Rathausplatz
  • Berlin, Homosexuellen-Mahnmal
  • Hamburg, Rathausmarkt
  • Lübeck,  Rathausmarkt
  • Schweinfurt, Schillerplatz
  • Würzburg, Rathausinnenhof (Rückermainstraße 2)
  • Magdeburg, Ulrichsplatz
  • Schwerin, am Südufer des Pfaffenteichs
  • Wiesbaden, Löwenbrunnen, Schloßplatz
  • Stralsund, Am Knieperteich „Weiße Brücken“
  • Kassel, Königsplatz
  • Halle, Marktplatz, ab 18 Uhr Ballons füllen
  • Hannover, Opernplatz, 18.30-19.30 Uhr
  • Trier, Porta Nigra-Vorplatz, 18-19 Uhr
  • Stuttgart, Königsstrasse, um 19 Uhr
  • Kaiserslautern, am Schillerplatz, um 19 Uhr
  • Friedrichshafen, an der Freitreppe um 19 30 Uhr
  • Mainz, 19.00, vor der Kathedrale
  • Nürnberg, “Fliederlich-Menschenrechtsbaum” im Stadtpark um 19 Uhr.
  • Braunschweig, Kohlmarkt vor dem NiCoffe

     

    Das Schwule und Lesben gleichwertige Mitbürgerinnen und Mitbürger in unserer Gesellschaft sind, dass merkt an Tagen wir heute auch endlich die Politik unseres Landes. Leider ist die Meinung von Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes erst spät veröffentlicht wurden – vertreten wird sie von Lüders dagegen schon seit jeher. Wie sie gegenüber Medienvertretern erläuterte, ist eine Erweiterung des Grundgesetzes unausweichlich. „Insbesondere der Artikel 3 GG müsse um das Merkmal der sexuellen Identität ergänzt werden.“, sagte Lüders bereits Montag in Berlin. „Ich bin ausdrücklich dafür, Lesben und Schwule in den Diskriminierungsschutz des Gleichbehandlungsartikels aufzunehmen. Denn unserer Verfassung fehlt bislang ein klares Bekenntnis zu deren Rechten“, erklärte sie weiter.Das Diskriminierung im alltäglichen Leben stattfindet, dass dürfte den Ausführern ebenso klar sein, wie den Betroffenen selbst. Nun gilt es zu Handeln – Auf allen Ebenen.

Deutschland macht Heterosexuellen-Inventur

Nach 24 Jahren der Ungewissheit ist es endlich mal wieder an der  Zeit für eine Volkszählung. 1987 gab es die letzte: Aber nachdem die Europäische Union 2008 beschlossen hat, dass Mitgliedsstaaten aller zehn Jahre eine solche Erhebung durchführen müssen, ist Deutschland unter Zugzwang.

Befragt werden insgesamt rund 8 Millionen Einwohner und zusätzlich17,5 Millionen Eigentümer und Bewohner sowie Bewohnerinnen von Pflegeheimen und Gemeinschaftsunterkünften. Sinn und Zweck ist, dass ein Querschnitt der Deutschen erfasst werden soll. Wie wohnen wir, wie arbeiten wir und natürlich wie leben wir.

Und genau bei dem WIR geht es weiter. Befragt werden wir – ob wir wollen oder nicht – und zur Auskunft sind wir gesetzlich verpflichtet. Bis zu 250 EUR Strafe können fällig werden, wenn man seine Teilnahme verweigert. Aber zurück zum WIR: Wir beinhalten alle. Alle Bundesbürger, also auch alle gesellschaftlichen Schichten. Unabhängig von Religion, Herkunft oder sexueller Orientierung. Und schon wird aus dem WIR ein „die anderen“. Denn die Staatsangehörigkeit muss deutsch sein.  Religion und sexuelle Identität interessieren nicht. Die Angabe zur Konfession ist freiwillig. Alle weiteren Fragen in den Bögen der mehr als 20.000 Interviewer sind für den „typischen Deutschen“ angelegt. Und der ist nach Meinung UNSERER Ämter und Behörden heterosexuell, verheiratet und hat 1,2 Kinder. Bei den derzeit aktuellen rechtlichen Regelungen für gleichgeschlechtliche Paare im Steuer- und Adoptionsrecht alles andere als „typisch deutsch“. (Ro)

Baden-Württemberg: Koalitionsvertrag verspricht Respekt

Lange hat es gedauert, bis eines der Schlusslichter in Sachen Gleichstellung in Deutschland aktiv wird. Doch mit dem Regierungswechsel in Baden-Württemberg scheinen neue Zeiten für Schwule und Lesben zu beginnen.

Im ersten Koalitionsvertrag zwischen Bündnis 90/Die Grünen und der SPD, ist neben einer zukünftigen Gleichstellung Homosexueller auch von einem Aktionsplan gegen Homophobie die Rede. So heißt es, dass Eingetragene Lebenspartnerschaften im Landesrecht zukünftig gleichgestellt werden sollen. Zudem ist sei es mehr als diskriminierend, dass gleichgeschlechtliche Paare ihre Liebe nicht im Standesamt und zu den üblichen Gebühren beurkunden lassen können. (GAYS.DE berichtete) Auch im Beamtenrecht sollen erhebliche Verbesserungen erreicht werden.

Sehr erfreulich ist auch, dass der Koalitionsvertrag einen landesweiten Aktionsplan für Toleranz und Gleichstellung und die Einbeziehung der Lebensrealität unterschiedlicher sexueller Identitäten in die
Bildungsstandards vorsieht. Außerdem ist die Förderung von Projekten gegen Gewalt, Rassismus und Homophobie im Sport vorgesehen. Auch die Forderung vom Lesben- und Schwulenverband Deutschland, einen Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen bei der Polizei zu
benennen, ist berücksichtigt worden.

„Wir begrüßen den Entwurf des Koalitionsvertrags von Bündnis 90/Die Grünen und der SPD. In dem verabredeten Regierungsprogramm sind die Forderungen des LSVD nach Engagement für eine Kultur der Vielfalt, des Respekts und der Akzeptanz weitgehend übernommen worden.“, so Heinrich Kuck-Linse vom LSVD.

Auf Bundesebene verspricht die neue Regierung Baden-Württembergs, sich für die Gleichstellung im Steuerrecht, für das gemeinsame Adoptionsrecht und die Aufnahme des Merkmals „sexuelle Identität“ im Grundgesetz stark zu machen. Begrüßenswert ist auch das Bekenntnis für eine Politik der Antidiskriminierung auf EU-Ebene, berichtet der LSVD in einer aktuellen Meldung.

Aktion Artikel 3 – Sexuelle Identität ins Grundgesetz

Lesben und Schwule, aber auch Bisexuelle und Transgender sind in Deutschland noch nicht dort angekommen, wo sie im Kampf um ihre Rechte gern hin möchten. Immer noch nicht sind gleichgeschlechtliche Partnerschaften in allen Bereichen der  herkömmlichen Hetero-Ehe gleichgestellt. Allein eine Erwähnung im Grundgesetz würde die Weiche stellen, um als Lesbe, Schwuler, Bisexuelle(r) und Transgender rechtlich mehr Geltung zu erlangen.

Die Aktion Artikel 3 richtet sich genau an diese Erwähnung. Gemeinsam mit dem LSVD versuchen wir Befürworter aus alles gesellschaftlichen Bereichen zu gewinnen, die sich für eine Erweiterung des Gleichheitsartikels im Grundgesetz einsetzen. Dass niemand aufgrund seiner sexuellen Identität benachteiligt werden darf, hat sich der LSVD in seiner Kampagne auf die Fahnen geschrieben. Unterstützt von zahlreichen prominenten Befürwortern und öffentlichen Institutionen sowie Vereinen hat der Lesben- und Schwulenverband Deutschland mehrere Tausend Unterschriften sammeln können, die heute im Bundesministerium für Justiz übergeben wurden.
„50.000 Unterschriften für die Ergänzung von Artikel 3 GG um das Merkmal der sexuellen Identität wurden heute dem BMJ überreicht, ebenso eine umfangreiche Liste von Verbänden, Gewerkschaften und weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen, die unser Anliegen unterstützen.“, so Axel Hochrein, Sprecher des LSVD.

Auch eine eigens eingerichtete Website von GAYS.DE sammelt seit über einem Jahr Videobotschaften von Euch, die sich für eine Ergänzung stark machen. Die Zustimmung und Unterstützung seitens der Community und zahlreicher Einzelunterstützer zeigt, dass die Forderung mitten in der Gesellschaft angekommen ist. Eine Liste der Unterstützer hat der LSVD auf seiner Aktionsseite zusammengestellt. Videobotschaften können weiterhin auf der Aktion Artikel 3 Seite online gestellt werden. Alle eingehenden werden in den kommenden Wochen an Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger übergeben.

Online UnterzeichnenVideobotschaft aufnehmen/uploaden

Mehr zum Thema in den GAYS.DE News

 

 

Facebook gegen Homophobie im Web

Mehr als 500 Millionen Nutzer weltweit nutzen die Plattform bereits und Tag für Tag werden es mehr. Auch Eure GAYS.DE Community ist mit einer eigenen Fanseite vertreten und informiert über aktuelle Themen im Blog, Veranstaltungen und die neusten Bilder aus Büro und von Unterwegs. „The Social Network“ gibt es mittlerweile im Kino und die Werbeplätze in der wohl aufstrebensten Community der Welt sind heiß begehrt – Richtig, wir sprechen von Facebook.

Das soziale Netzwerk geht nun einen Schritt weiter. Anders als andere Anbieter schränken die Betreiber niemanden aufgrund seiner sexuellen Identität ein – Schwule, Lesben, Bisexuelle und Heteros existieren neben und miteinander. Grund genug für Facebook nun auch gegen die immer wieder anhaltende Homophobie auf einigen Gruppenseiten und in einigen Kommentaren vorzugehen.

Gemeinsam mit der  US-Schwulen- und Lesbenorganisation Gay & Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD), haben sich die Facebook-Macher dazu entschieden zukünftig gegen Homophobie vorzugehen. So soll unter anderem eine Gruppenseite für Opfer anti-schwuler Gewalt von Betreiberseite her überwacht werden. Vorerst ist das Vorhaben auf den englisch sprachigen Bereich begrenzt, soll aber weiter ausgebaut werden.

Erst vor kurzen haben Facebook-User vermehrt mit hasserfüllten und abwertenden Äußerungen gegenüber Lesben und Schwulen auf sich aufmerksam gemacht. Nachdem ein offensichtlich schwuler Student von seinen Mitbewohner unfreiwillig geoutet wurde (GAYS.DE berichtete), diskutierten zahlreiche User über das Thema Homosexualität. Beleidigende Äußerungen sowie diskriminierende Behauptungen sind dabei leider nicht ausgeblieben.

Auch in Deutschland engagieren sich zahlreiche Verbände und Organisationen für die Rechte von Schwulen und Lesben. Eine eigene Fanseite sowie Aktionen auf Facebook sind mittlerweile fester Bestandteil in der Arbeit für Toleranz und Anerkennung. Auch Eure Community für schwule und bisexuelle Männer ist seit Anfang an dabei und hält euch auf dem Laufenden. Vorbeischauen lohnt sich…

Landtagswahl NRW: Fragen und Homo-Fakten

Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen wirft viele Fragen auf: Nach der massiven Wahlschlappe des Amtsinhabers Jürgen Rüttgers (CDU) bleibt eine neue Regierungskoalition unklar. Weder rot-grün noch schwarz-grün verfügen über die notwendige Mehrheit im bevölkerungsreichsten Bundesland.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis liegt die CDU von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers bei 34,6%, die SPD kommt mit ihrer Landeschefin Hannelore Kraft auf  34,5%, die Grünen mit Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann liegen bei  12,1%, für die FDP und Andreas Pinkwart entschieden sich 6,7% und zum ersten Mal zieht die Linkspartei mit 5,6% in den Landtag-NRW ein.

Weder für rot-grün noch für ein Bündnis zwischen der CDU und den Grünen gibt die erforderliche Mehrheit von 91 Sitzen im Landtag. Eine Regierungsbildung ist daher schwierig und derzeit noch offen. SPD-Chefin Hannelore Kraft bekräftige nach dem Wahlergebnis mehrfach den Anspruch der Regierungsbildung. Das Wahlergebnis zeige deutlich, dass Jürgen Rüttgers und die schwarz-gelbe Regierung schallend abgewählt wurde. Mit dem Wahlergebnis wäre eine große Koalition oder aber ein Bündnis zwischen SPD, Grünen und der Linkspartei möglich.

Aus schwul-lesbischer Sich könnte die bisherige Blockadehaltung z. B. bei der Forderung nach einer Änderung des Grundgesetzes um den Eintrag der sexuellen Identität durch einen Regierungswechsel beendet werden (siehe LSVD Wahlprüfsteine). Auch die Gleichbehandlung von verpartnerten Beamten könnte sich in naher Zukunft in NRW einstellen. Liberale, SPD, Grüne und Die Linke forderten dies bereits in ihren Wahlprogrammen. Zudem können sich gleich zwei offen schwule Politiker über den Einzug in den nordrhein-westfälischen Landtag freuen. Mit Arndt Klocke (Grüne) und Marc Ratajczak (CDU)könnten also die Interessen von Schwulen und Lesben im bevölkerungsreichsten Bundesland weiter verfolgt werden. Wir werden sehen. (Quellen: Pride1/ml; GAYS.DE/rz; Bild: Rolf van Melis)