meritus Unternehmenspreis: Diversity in Österreich

Die Zeit drängt. Nur noch wenige Wochen haben Österreichs Unternehmer Zeit, ihre Bewerbung zum „meritus“ Unternehmenspreis einzureichen. Ein Preis, der die besondere Förderung und den vorbildhaften Umgang mit homosexuellen Angestellten würdigt. Der „meritus“ ist die erste österreichische Auszeichnung für Unternehmen, die sich in der Diversity-Dimension Homosexualität” engagieren. Vorschläge können noch bis 15. September 2011 eingereicht werden.

Verliehen wir der Preis in diesem Jahr zu zweiten Mal. Die Queer Buisness Woman (QBW) und die   Jungs von austrian gay professionals  (agpro) möchten damit auf Firmen aufmerksam machen, die die sexuelle Orientierung ihrer Mitarbeiter nicht als Ausschlusskriterium sehen, sondern vielmehr eben von dieser profitieren und den/die Angestellte/n mit all ihren/seinen Kompetenzen fördern und fordern. Die gesellschaftliche Akzeptanz am Arbeitsplatz sowie die offene Ansprache von Zielgruppen sind dabei besonders vorrangig zu betrachten. Lesben und Schwule sollen sich eben nicht verstecken müssen, sonder vielmehr eine Bereicherung für das Unternehmen in jeglicher Hinsicht sein.

Neu in diesem Jahr ist, dass der Preis zweigeteilt wird. Zum einen werden Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern bewertet und zum anderen Großunternehmen ab 251 Angestellten. In der Jury sitzen Mitglieder aus Politik und Wirtschaft.
Verliehen wird der Preis im Rahmen einer feierlichen Gala am 20. Oktober 2011.

Homosexuelle Priester – Offenheit contra Feigheit?!

Homosexuelles Verhalten ist für die katholische Kirche – wie jedes sexuelle Verhalten außerhalb der Ehe – eine Sünde. Joseph Ratzinger, das heutige Oberhaupt der katholischen Kirche ist der Überzeugung, dass die Ehe heilig ist, während die homosexuellen Beziehungen gegen das natürliche Sittengesetz verstoßen. seiner Meinung nach gehören homosexuelle Praktiken zu den  Sünden, die schwer gegen die Keuschheit verstoßen. Auch als Papst bleibt er dabei, egal ob bekannt ist, dass homosexuelle Priester im Amt sind oder nicht. Die gewollte Offenheit der Kirche wird hier durch feige Ausreden zu Nichte gemacht.

Wertschätzung – ein Begriff der Würde und des Seins – sollte für die Kirche mit an einer der ersten Stellen stehen. Doch die Realität sieht anders aus: Oftmals führt die kirchliche Bewertung der Situation, der Person oder der sexuellen Orientierung zu dem Schluss, dass homosexuelle Menschen weniger wertvoll zu sein scheinen, als ihre heterosexuellen Mitstreiter.

Dabei ist die sexuelle Orientierung eines Würdenträgers grundsätzlich nicht endscheidend. Die Erfüllung der Aufgabe, die kirchliche Lehre zu verbreiten, sollte erstes Kontrollorgan sein. Nicht aber die privaten und intimen Belange der eigenen “Untertanen”. Entscheidend ist Empathie gegenüber den “Schäfchen” und nicht “Arschkriecherrei”…

Was die Kirche mit ihrer zweigleisigen Haltung bezwecken möchte, weiß sie selbst nicht. Jedoch wird neben verbalen Verurteilungen auch immer wieder die Abneigung gegen eigenen Gläubige deutlich. Eine Haltung, die und er heutigen Zeit undenkbar ist – Und somit bewusst auf Gegenstimmen stößt.

 

Die Youtube-Gerüchteküche brodelt – Doch was ist dran?

Ist er oder ist er nicht – oder ist es doch eigentlich vollkommen egal? Wir finden letzteres.
Denn die sexuelle Orientierung entscheidet nicht über den Menschen an sich. Lediglich sein eigenes intimes Leben wird dadurch bestimmt und geht andere grundsätzlich nichts an. Die Person – der Mensch – ist die gleiche. Doch leider sieht dies ein Großteil der Gesellschaft immer noch anders.

So auch aktuell bei Sami Slimani alias HerrTutorial. Der selbsternannte All-In-One-Guru ist auf allen Kanälen des Web 2.0 zu Hause und berichtet über sein Leben, Dinge die seinen Alltag erleichtern und all dies, was andere interessieren könnte. Und genau darin liegt sein Erfolg. Als HerrTutorial  erreicht Sami via Facebook mehr als 73.000 Jugendliche – auf seinem Youtube-Kanal tummeln sich mehr als 250.000 Abonnenten. Auf twitter beschreibt sich der „Guru“ als einfacher Junge, der seinen Traum lebt: „Never Say Never“. Und in seinem Blog als jemand, der sich gerne mit Mode, Pflege und Styling beschäftigt.

Indiz dafür, was das WorldWideWeb nun über HerrTutorial ausspuckt? Keine weiß was dran ist, aber jeder hat was zu sagen. HerrTutorial ist nun offen schwul! Zumindest titeln das einige Online-Medien. Was wirklich dran ist, weiß keiner. Seine angebliche Homosexualität wird schon seit längerem diskutiert, doch einen „Beweis“ dafür konnte niemand anbringen. Sami selbst hat darüber noch keine Aussage getroffen – warum auch, ist die sexuelle Orientierung wohl kaum ausschlaggebend für seine Person.

Ob die aktuellen Ereignisse nun einfach ein inszenierter  Werbeschachzug von „Grindr“ sind bleibt abzuwarten. Ein entsprechendes Profilbild bei dem Social Network Dienst für Homosexuelle soll da den Beweis für die sexuelle Orientierung des „Guru“ leisten.
Wer auch immer sich da was hat einfallen lassen oder Sami eins auswischen möchte – das Internet ist und bleibt eben gnadenlos. Leider. Ein offizielles Statement von Sami seitens „Grindr“ gibt es selbstverständlich nicht.  In einen Tweet von ihm selbst heißt es allerding, dass die Gerüchte langsam nerven.
Ob schwul oder nicht – HerrTutorial wird auch weiterhin über seine Favorits berichten. Schade ist nur, dass mit der angeblichen Homosexualität eines „Teenie-Stars“  versucht wird zu werben, anstatt in einer aufgeschlossenen und toleranten Gesellschaft dies als vollkommen unwichtig abzutun. Denn eigentlich sind wir doch alle ein bisschen … wir selbst!

(Bilddatei: HerrTutorial/Facebook/Canberber(1); Google (1))

Junges Blut bei Sozialdemokraten in Niederbayern

„Ich bin alles, was man in Bodenmais nicht sein darf – jung, evangelisch und offen schwul.“ – Das sagt Deutschlands jüngster Bürgermeister über sich selbst. Die politische Karriere von Michael Adam – mit 23 Jahren zum  Bürgermeister von Bodenmais gewählt – könnte für den heute 26-Jährigen nicht besser laufen. Auf dem Bezirksparteitag der SPD (LK Rottal-Inn) wurde der Jungstar zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Generationswechsel in Niederbayern

Damit löst Michael Adam Johanna Werner-Muggendorfer im Landtag ab. Die 60-Jährige ist aufgrund gesundheitlicher Probleme nach zwei Jahren Amtszeit nicht wieder zur Wahl angetreten. Adam war bereits vor seiner neuen Aufgabe stellvertretender SPD-Vorsitzender.

Als politische Vorbilder gelten für Michale Adam Willy Brandt und Helmut Schmidt. Seine eigene sexuelle Identität stellt er in seiner politischen Tätigkeit zurück. Adam lebt offen schwul, steht zu sich und seiner sexuellen Orientierung, möchte diese jedoch nicht nutzen um politische Vorteile zu erzielen. Das Gesamtwohl der Bürgerinnen und Bürger in einem Wahlkreis und die Erfüllung der ihm übertragenen Aufgaben stehen im Mittelpunkt seines Wirkens. Egal ob hetero- oder homosexuelle Belange.
Bewiesen hat Adam dies bereits im ersten Amtsjahr in Bodenmais. Die Verschuldung konnte um mehr als eine Million Euro abgebaut und der Tourismus mit einem Zuwachs von 12 Prozent verbucht werden. (GAYS.DE berichtet)

Jay Khan hat NachGAYfragt

Reine Provokation, eine Retourkutsche auf die Showeinlage von Comedian und Talkmaster Oliver Pocher oder einfach nur ein weiteres peinliches Werk aus dem Leben von Jay Khan? So richtig einordnen können und möchten wir das neue Werk momentan noch nicht. Was wir aber definit sagen können ist, dass wir seit dem Wochenende sehr amüsiert sind…

Bereits am Samstag haben wir Euch auf unserer Facebook-Fanseite das neuste Werk von Ex-Dschungel Insasse Jay Khan vorgestellt. Seit her erreichen uns Kommentare und E-Mails, die von amüsiert über angewidert bis hin zu abgeneigt reichen – Das Alphabet haben wir damit mehrfach durch – nun wollen wir aber auch Euch mitteilen, welche Reaktionen es auf besagtes Video gab.

Ob Jay mit diesem Video gut beraten war? Die Frage würden wir eher verneinen wollen. Denn auch wenn er im Sketch die Sendung von Oliver Pocher aufs Korn nimmt, seine eigene Position wird keinesfalls verbessert. Die Gerüchteküche brodelt auch weiterhin und die sexuelle Orientierung von Jay Khan ruft mediales Interesse hervor.

Auch Euer Interesse scheinen wir erneut geweckt zu haben. Von Zuspruch mit Danksagungen an ein aufheiterndes Video wurden wir regelrecht überschüttet. Aber auch einige kritische Stimmen haben uns erreicht. Wir wollten mit der Veröffentlichung des Videos jedoch niemanden auf die Füße treten.  Vor allem nicht Jay selbst, der nach eigener Aussage mit diesem Beitrag lediglich „den Wind aus den Segeln nehmen wollte“. Die Kritik, dass das Video schwulenfeindlich und verachten ist, nehmen wir an, denken aber, dass man auch als Schwuler einmal mit einem Lächeln und nicht mit erhobenem Zeigefinger auf den Beitrag sehen sollte.

Khan selbst möchte im März bei einem Fan-Event die ganze Wahrheit ans Licht bringen – Wir sind gespannt…

Hier noch mal das Video :

Wie bewertest Du die sexuelle Vielfalt?

Eine Frage, die für viele von uns nicht einfach so beantwortet werden kann. Obwohl ein Jeder gern zu sich und seiner sexuellen Orientierung stehen möchte, gibt es gesellschaftliche Grenzen, die es zu überwinden gilt. Rein rechtliches Geplänkel ist dabei noch nicht einmal ausschlaggebend. Viel mehr der Druck von außen, das gesellschaftliche Umfeld gilt es zu „überleben“. Diskriminierung – verbal oder auch in Form von körperlicher Gewalt – erfahren viele Lesben und Schwule nicht nur im privaten Umfeld. Auch in Beruf und Freizeit sind Homosexuelle noch nicht vollkommen akzeptiert.

Eine Studie der Berliner Landesstelle für Gelichbehandlung soll nun Aufschluss geben. Untersucht werden soll das Verhältnis der ‚queeren‘ Community gegenüber anderen gesellschaftlichen Teilgruppen. Aus den Ergebnissen sollen anschließend Handlungsperspektiven entwickelt werden, die dazu beitragen sollen, Akzeptanz zu schaffen und Diskriminierung abzubauen.

In Auftrag gegeben wurde die wissenschaftliche Studie vom Berliner Senat, genauer gesagt von der Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“. Unter Leitung von Professor Bernd Simon von der Christian-Albrechts-Universität Kiel werden die Daten anonym erhoben und ausgewertet.

Befragung zur Akzeptanz sexueller Vielfalt

Gay Khan und der Ruf des Dschungels

Einmal mehr können wir nicht anders, als den Reaktionen der Spekulationen um Jay-Gay Khan einen erneuten Blogeintrag zu widmen. Nicht nur bei uns wird über die sexuelle Orientierung des ehemaligen US5-Sängers heftig diskutiert – Facebook explodiert quasi vor neuen Behauptungen und Geständnissen und die Klatschspalten der Kioskpresse sind gefüllt mit neuen Informationen.

Nachdem RTL gestern Abend die gefakte Beziehung zwischen Indira und Jay offensichtlich entlarvt hat und im Internet Meldungen von Freunden der beiden zum Thema aufgetaucht sind, dürften sich die Vermutungen um die Homosexualität von Jay-Gay weiter zu spitzen.
Dschungelqueen Désirée Nick gibt in ihrer Video-Kolumne Ihre Vermutungen zum Besten und bestätigt quasi, dass das Spiel „Dschungelcamp“ ohne Inszenierung nur halb so interessant wäre.
„Ratten, Ungeziefer und Kakerlaken werden zur Nebensache, wenn die Bestie Mensch aufeinander trifft und sich gegenseitig im Dschungel zermalmt.“ – Mit diesen Worten dürfte Frau Nick mitten ins Schwarze getroffen haben, denn obwohl „Unruhestifterin“ Sarah K. nicht mehr dabei ist, reißen die Intrigen im Dschungelcamp nicht ab.

Ob Jay Khan nun schwul ist oder nicht – die Diskussion ist entfacht und wird auch nach dem Ende von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ nicht enden. Es sei denn, Jay lüftet endlich sein Geheimnis und steht zu sich. Zu welcher sexuellen Orientierung muss er allerdings allein entscheiden. Eins sei ihm jedoch geraten, wenn an den Gerüchten etwas Wahres dran ist, dann ist wohl jetzt der beste Zeitpunkt zu sich selbst zu stehen. Erschüttern kann er mit einem Outing zumindest niemanden mehr. (Bild: Screenshot Video-Kolumne Désirée Nick/Bild.de)

Gegen das Vergessen

Auf den Tag genau 66 Jahre ist es her, dass die Insassen des KZ Auschwitz befreit wurden. Den  sowjetischen Soldaten bot sich damals ein Bild des Grauens – mehr als 600 Leichen türmten sich und weit über 7.000 Menschen fanden sie vor, dem Tod näher als dem Leben – abgemagert, verhungert, gequält.

Seither gilt der 27. Januar als ein Tag der Erinnerung. Erinnerung für die Millionen drangsalierten Schicksale, deren Angehörigen sowie der Überlebenden. Seit 1996 ist der heutige Tag ein nationaler Gedenktag, die Fahnen an allen öffentlichen Gebäuden wehen auf Halbmast und bundesweit finden Gedenkveranstaltungen statt.

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus gilt allen Personengruppen. Über religiöse Unterschiede hinweg, sexuelle Orientierungen außen vor – Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen und Homosexuelle – an alle wird sich erinnert. Zahlreiche Veranstaltungen wie Themenabende, Vorträge, Diskussionen und Andachten finden statt – Unterschiede spielen heute keine Rolle.

Innerhalb der schwul-lesbischen Community wird an die tausende verfolgten Homosexuellen während der NS-Zeit gedacht. Immer wieder kam es zu Übergriffen und Inhaftierungen – letzendlich landeten die Meisten in den Lagern des NS-Regimes.
Nach einer Erklärung der Generalversammlung der Vereinten Nationen, gilt der 27. Januar seit 2005 als internationaler Holocaustgedenktag.

Strafrechtliche Verfolgung von Homosexualität

Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember hat das Aktionsbündnis gegen Homophobie auf die prekäre Lage von Homo-, Bi- Trans und Intersexuellen überall auf der Welt aufmerksam gemacht. In mehr als 70 Ländern drohen diesen Menschen strafrechtliche Konsequenzen, die von Geld- und Gefängnisstrafen bis zur Hinrichtung reichen können. Selbst wenn es keine Verfolgung von staatlicher Seite gibt, so seien diese Menschen oftmals hilflos gegenüber Anfeindungen und Benachteiligungen im Alltag, zum Beispiel an ihrem Arbeitsplatz, in ihren Glaubensgemeinschaften oder in ihren Familien, heißt es in einer Mitteilung. In den meisten Ländern gebe es keinerlei Schutz durch entsprechende Antidiskriminierungsvorschriften.

Erst vor wenigen Tagen wurde das Merkmal „sexuelle Orientierung“ in einer knappen Entscheidung aus einer Resolution der Vereinten Nationen gestrichen, in der außergerichtliche und willkürliche Hinrichtungen verurteilt werden. Dieses Beispiel verdeutliche einmal mehr, dass die weltweite Situation von sexuellen Minderheiten nur verbessert werden kann, wenn politische Entscheidungsträger sich ihrer großen Verantwortung bewusst werden und Diskriminierung aus Gründen der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität entschlossen und konsequent bekämpfen, damit die Menschenrechte ohne Einschränkungen für alle gleichermaßen gelten, heißt es weiter.

Das Aktionsbündnis fordert daher die deutsche Bundesregierung auf, in der internationalen Zusammenarbeit mit anderen Staaten Menschenrechtsverstöße sexuellen Minderheiten scharf zu verurteilen und eine vollständige Anerkennung und Umsetzung der Yogyakarta-Prinzipien zu fordern. Ebenso müsse die Blockade der Antidiskriminierungsrichtlinie auf EU-Ebene schleunigst aufgegeben werden, da durch die derzeitige Haltung der Bundesregierung wichtige Fortschritte in Bezug auf die Gleichstellung in anderen europäischen Staaten verhindert würden. (Quelle: PRIDE1/td)

NRW startet „Aktionsplan gegen Homophobie“

Die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen will mit einem „Aktionsplan gegen Homophobie“ gegen Diskriminierungen von Lesben und Schwulen ankämpfen. “Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und Transgender begeg-nen noch immer Anfeindungen und Diskriminierungen, homophobe Ein-stellungen und Verhaltensweisen sind an der Tagesordnung. Die rot-grüne Landesregierung tritt deshalb für ein gesellschaftliches Klima ein, in dem Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben führen können”, so die Emanzipationsministerin Barbara Steffens.

Expertenschätzungen zufolge sind fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung lesbisch oder schwul. In Nordrhein-Westfalen wurden von 2001 bis Ende 2009 rund 9000 gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften geschlossen. Die Zahl der Regenbogenfamilie steigt: Rund 11.400 Kin-der leben bundesweit in offen gleichgeschlechtlich lebenden Partner-schaften. Nach einer Umfrage der Universität Bielefeld (Forschungs-projekt gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit/2008) halten dennoch 38 Prozent der Deutschen Homosexualität für unmoralisch. “Das ist ein Anstieg gegenüber den Vorjahren und Beleg dafür, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und Transgender – kurz: LSBT- stärker von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen sind”, so die Ministerin. Dies spiegle sich beispielsweise in einer im Vergleich zu heterosexuellen Jugendlichen höheren Suizidrate bei jungen Lesben und Schwulen sowie in Gewalterfahrungen, am Arbeitsplatz und im öffentlichen Raum wider.

Die Landesregierung will jeglicher Diskriminierung dieser Personengruppen konsequent begegnen. Ihr Ziel ist ein tolerantes Nordrhein-Westfalen, in dem Vielfalt selbstverständlich gelebt werden kann. “Alle Ressorts sind angehalten, den Abbau von Diskriminierung und Homophobie in ihren Fach- und Haushaltsplanungen zu berücksichtigen. Darüber hinaus wollen wir mit einem Aktionsplan gegen Homophobie Veränderungsprozesse in allen relevanten Bereichen anstoßen, um für mehr Verständnis und Toleranz zu sorgen”, erklärte die Ministerin. Neben breiter Aufklärung bestehe Handlungsbedarf etwa in der Aus- und Weiterbildung an Schulen, in Freizeit- und Begegnungsstätten und bei Pflegeangeboten. Es könne zum Beispiel nicht tatenlos hingenom-men werden, dass schwulendiskriminierende Schimpfworte auf Schulhöfen gängig seien. Hier gelte es, Schülerinnen und
Schüler ebenso wie Lehrkräfte und Eltern für einen respektvollen Umgang zu sensibilisieren, der Jugendlichen ein selbstbewusstes und selbstbestimmtes Coming-out ermögliche. Ebenso müssten ältere Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und Transgender auf Wohn- und Begegnungsmög-lichkeiten treffen können, die ihrer spezifischen Lebensweise entsprechen. “Niemand soll sich in unserer Gesellschaft wegen seiner sexuellen Orientierung verstecken müssen – weder in der Schule, noch am Arbeitsplatz oder beim Sport”, so die Ministerin.

Die vom Kabinett beschlossene Planungsgruppe wird im Dezember dieses Jahres erstmals tagen. Ihr sollen Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, Verbänden und Ministerien sowie weitere Expertinnen und Experten aus der Praxis angehören. Bis Ende 2011 soll der Aktionsplan gegen Homophobie erstellt und sukzessive, spätestens ab 2012, in die Praxis umgesetzt werden. Durch das Lebenspartnerschaftsgesetz von 2001 und das nordrhein-westfälische Anpassungsgesetz der rot-grünen Landesregierung aus dem Jahr 2005 sowie durch verschiedene Entscheidungen des Bundes-verfassungsgerichts habe sich die Rechtsstellung von Lesben und Schwulen bereits deutlich verbessert, betonte Ministerin Steffens. “Aber von gleicher Würde und gleichen Rechten für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und Transgender sind wir noch ein ganzes Stück entfernt.” (Quelle: PRIDE1/ml; Bild: GrüneAndersrum)