Schwul und rechtsradikal: Das war das Wochenthema am Dienstag in der PRIDE1 PRIDE Time. Aufgerufen waren alle Zuhörer ihre Meinung zu sagen – teilweise kontroverse Diskussionen waren das Ergebnis.
Hörer Timo war überrascht, dass es überhaupt Schwule Nazis geben kann. Er schreibt: „Schwul sein und Priester in der katholischen Kirche ist paradox. aber schwul und Nazi sein, ist unvorstellbar dumm. Den meisten Menschen scheint es zwar paradox und irrsinnig zu sein, dass es überhaupt schwulen Sex unter Nazis gibt, jedoch sollte man sich darüber bewusst werden, dass diese Szene zu ca. 80-90 % von Männern dominiert wird und Frauen hierin kaum vorkommen. Außerdem wird die Neonazi-Szene beschrieben als ein Ort der das Gefühl gibt, eben kein Fremder zu sein, sondern schon dazuzugehören.“
Für Hörer Michael ist das ganze Thema nichts Neues: „Schwule Nazis sind ja nun wirklich nichts Neues. Zu Hochzeiten der schwulen Skinheadszene konnte man z. B. in Berlin jede Menge Schwule mit rechtsextremer Gesinnung antreffen, die keinen Hehl aus ihrer Gesinnung machten. Entsprechende Profile waren – und sind z. T. immer noch – auf Dating-Portalen zu finden. Antijüdische und antimuslimische Gesinnung, Fremdenhass, Hass gegen Schwächere waren – und sind es immer noch – in der Szene antreffbar. Ich durfte vor Jahren in Köln erleben, wie ein Gast Songs einer rechtsradikalen Band in einer Kneipe abspielen konnte, in der das Verbrennen von Ausländern gefeiert wurde. Dass die Band auch antischwule Songs hat, störte die schwulen Zuhörer scheinbar wenig. Schwul sein schützt vor Dummheit nicht.“
Hendrik hatte der Redaktion eine Mail geschrieben. Er kann der Sache zumindest ein sexuelles Interesse abgewinnen: „Auch wenn ich die Ideologie abscheulich finde, so hat die rechte Kameraderie unter Männern ja durchaus was Homoerotisches. Wenn die dann am Wochenende vielleicht noch gemeinsam in Tarnzeug durch die Wälder robben und sich anschließend verschwitzt in den Armen liegen, da kann das ja auf manche durchaus auch anziehend wirken. Auch die Naziästhetik mit ihren formvollendeten Männerkörpern kann doch so manches Schwulenherz höher schlagen lassen. Und das Fahndungsfoto von dem einen aus dem Zwickauer Trio würde sicherlich auch auf GR des Öfteren angeklickt. Andererseits hat Schwulsein zunächst ja nichts mit politischer Einstellung zu tun. Und wenn Mann politikfern ist oder ohnehin schon eine rechte Tendenz mitbringt und dann unter Kameraden plötzlich so etwas wie Akzeptanz spürt, kann das aus meiner Sicht sehr verführerisch wirken. Insofern kann ich mir vorstellen, dass es in der rechten Szene mehr Schwule gibt, als man sich das gemeinhin klar macht.“
Pierre hingegen konnte die Aufregung um das Thema gar nicht verstehen kann. „Ich weiß nicht, wieso Ihr daraus ein besonderes Thema macht. Natürlich kann ein Schwuler auch rechtsradikal sein. Es wird immer auch radikale Linke und Rechte geben, die schwul sind.“
„Ich könnte mich über den Kommentar von Michael aufregen. Er wirft Skinheads, wie viele andere auch, mit Rechtsradikalen in eine Schublade. Das hat nichts miteinander tun. Die Skinhead-Bewegung kommt aus der englischen Arbeiterbewegung und wurde sich von den Neo-Nazis zu Eigen gemacht.“, so Patrik per Mail an die PRIDE1 Redaktion.
Auch am kommenden Dienstag wird es wieder ein interessantes Wochenthema in der PRIDE1 PRIDE Time geben. Hört einfach mal rein…
Zwei Namen, ein Musiker. Dominik alias 








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