Neu bei GAYS.DE: Das Bild der Woche

Bild der Woche_ KW17, Maizucker Design

In unserem Osternewsletter haben wir es schon angekündigt – Wir haben da noch die ein und andere Überraschhung für Euch parat.  Und damit Ihr nun nicht mehr länger warten müsst, fangen wir mit der ersten schon an.

Ab sofort präsentieren wir Euch in den GAYS.DE News jede Woche ein neues Bild. Bunt gemixt und quer durch die Szene präsentieren wir gemeinsam mit maizucker design wöchentlich einen Einblick in das schwule Deutschland wie es ist – in Farbe und bunt, aber auch in schwarz und weiß.

Ob von einem Christopher Street Day, einem exklusiven maiszucker-Fotoshoot mit Daggi Binder oder einem Event der Szene, die Kamera war dabei und hat die verschiedensten Blickwinkel genutzt und einen Schnappschuss eingefangen. Detailaufnahmen, Portraits oder einfach mal eine Momentaufnahme – in der Rubrik „Bild der Woche“ findet Ihr immer etwas Neues.

Neben der neuen Rubrik in den GAYS.DE News, präsentieren wir die Bilder von maizucker design und GAYS.DE ab sofort auch im Web auf unserer Facebook Fanseite, bei Flickr und in unserem twitter Newsfeed.

Viel Spaß beim Betrachten – Kommentare sind übrigens ausdrücklich erwünscht^^

Freikarten: VOLUME III – „Spring Explosion“

Die VOLUME-Party in Hannover gehört zu den zehn größten Queer-Events in ganz Deutschland. Der Grund dafür ist einfach: VOLUME lockt immer mehr Gäste von Außerhalb. Sogar aus dem Ausland reisen Schwule & Lesben an, um VOLUME live mitzuerleben.

Die Location: Das „Studio 6“ hat schon bei der Opening-Party bewiesen, was die perfekte Location für VOLUME ausmacht. Keine Diskothek im Zentrum Hannovers ist größer – und bietet Platz für mehr Party-Gäste. Auch die technische Ausstattung der Location kann sich sehen lassen – eine bombastische Stimmung bis in die frühen Morgenstunden ist garantiert.

Das Programm: Sensationelle DJs, atemberaubende Liveshows und ein Tick von Live-Musik – das ist es, was die Begeisterung der Gäste an der VOLUME-Party ausmacht. Und genau das ist es auch, was die VOLUME- Veranstalter allen Gästen versprechen – das gewisse Etwas in Form des „wow“-Effektes. Das Gefühl, einen VOLUME-Event unter keinen Umständen verpassen zu dürfen.

Das Geheimnis: Um größtmögliche Qualität zu gewährleisten, braucht jeder Event eine sehr lange Vorbereitungszeit. Deswegen findet VOLUME lediglich 3x pro Jahr statt. Jede Ausgabe der VOLUME ist zu 100% einzigartig. Keine Wiederholungen, viele neue Gesichter und coole erfrischende Acts aus der ganzen Welt. Und damit nicht genug, denn die Sensation ist perfekt: Nach zwei gigantischen Events mit über 3.000 begeisterten Gästen haben die Veranstalter  für die „Spring Explosion“ am 21. Mai 2011 niemand geringen als Manuel Hoffmann (DSDS) als Vocal-Artist gewinnen können.

GAYS.DE verlost 3×2 Freikarten für die VOLUME III – „Spring Explosion“ – Einfach kurz kommentieren, was Dein Highlight im Frühjahr 2011 ist – Wir sind gespannt.

UPDATE 04. Mai 2011: DIE GEWINNER STEHEN FEST!

Herzlichen Glückwunsch an die drei Auserwählten, die gemeinsam mit einer Begleitperson am 21. Mai in Hannover die VOLUME III – „Spring Explosion“ rocken dürfen. Das GAYS.DE Team wünscht Euch einen unvergesslichen Abend!

gewonnen haben:

Michael Werner
Chris Bruncke
Bin Scorp Ion = Björn

Zu unbequem? – Hacker legen PRIDE1 Homepage lahm

Am Samstag waren viele überrascht, als sie die PRIDE1-Homepage aufrufen wollten und statt aktuellen Nachrichten aus dem LGBT-Bereich eine Fehlerseite angezeigt bekamen. Hacker haben die PRIDE1-Server massiv attackiert und waren zunächst erfolgreich.

Seit 2006 informiert PRIDE1, Deutschlands erfolgreichster Radiosender im Netz mit einem regelmäßigen Live-Programm über Themen aus dem LGBT-Bereich und darüber hinaus. Die neutrale Berichterstattung über eine immer noch existierende Diskriminierungen gegen Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen oder Themen wie Homophobie oder Gewalt gegen die LGBT-Szene scheinen dabei nicht überall gerne gesehen und gehört zu werden.

„Angriffsversuche auf unsere Server haben wir nahezu täglich“, berichtet Kai Tillmann, PRIDE1-Moderator und Sendeleiter. „Aufgrund der permanenten Hacker-Angriffe haben wir ohnehin schon sehr hohe Sicherheitsstandards – Im aktuellen Fall war jedoch eine derartige hohe und „professionelle“ kriminelle Energie am Werk, dass die Angreifer erfolgreich waren“, so Kai Tillmann weiter.
Das gesamte Online-Angebot von PRIDE1 wurde am Samstag von den Hackern gelöscht. Für mehrere Stunden war die Homepage nicht erreichbar – das Radioprogramm war von den Hacker-Angriffen glücklicherweise nicht betroffen.

„Unserer Technik ist es nach wenigen Stunden gelungen, die Homepage wieder in Großteilen online zu stellen. Allerdings ist das Angebot derzeit sehr eingeschränkt. Wir arbeiten gerade mit Hochdruck daran, unser Nachrichtenarchiv und andere Bereiche der Homepage wieder herzustellen. Dies kann allerdings noch einige Wochen dauern“, so Kai Tillmann.

Hinzu kommt, dass PRIDE1 zukünftig in noch höhere Sicherheitssysteme finanzieren wird, um noch besser geschützt zu sein. „Es ist traurig, dass Menschen immer wieder gewalttätig werden, wenn Argumente nicht weiterhelfen“, bedauert Markus Leizbach, Moderator und Sendeleiter von PRIDE1. „Unsere Berichterstattung ist vielleicht nicht immer bequem, dafür aber immer neutral und wertfrei. Davon werden wir auch in Zukunft nicht abrücken“, so Markus Leizbach weiter. (PM)

Auch GAYS.DE war im vergangenen Jahr Opfer solcher Angriffe. Seither haben wir unserer Sicherheitsstandarts noch weiter ausgebaut. Regelmäßig eingespielte Updates und der Server-Umzug im letzten Jahr sind ebenfalls Maßnahmen, um die Erreichbarkeit von GAYS.DE uneingeschränkt gewährleisten zu können. Alle angemeldeten User können sich also sicher fühlen – Eure Community hat alle im Profil hinterlegten Daten so  abgesichert, dass ein Zugriff von außen nicht möglich ist.

 

Hat Papst Benedikt XVI. homosexuelle Neigungen?

Hat der Papst homosexuelle Neigungen? Dieser Frage geht der Theologe David Berger in seinem Buch „Der heilige Schein“ nach. Berger ging in seiner Funktion als Würdenträger im Vatikan ein und aus und hatte erst kürzlich sein Coming Out. Im Interview mit dem Szenemagazin „FRESH“ berichtet er von Gesprächen mit anderen Theologen, die Ratzinger eine homosexuelle Veranlagung zusprechen. „Er kommt aus einer kirchlich geprägten Kultur, in der das ein absolutes Tabu ist. Was er bei sich hasst, projiziert er auf andere und bekämpft es. Und das kann er jetzt als Papst mit offiziellen Dokumenten machen.“, erklärt Berger.

So habe Berger von der angesehenen Theologin, Journalistin und Autorin Valeska von Roques Ausschnitte und Zitate vorgelegt bekommen, dass der Papst noch in seiner Zeit als Kardinal in Rom regelmäßig homosexuelle Kontakte gepflegt haben soll. Dabei handele es sich um Aussagen von Schweizer Gardisten und anderen im Vatikan tätigen Leuten, sagt Berger.

Nach Bergers Ansicht lasse sich das Verhalten des Papstes und anderer katholischer Würdenträger psychologisch mit dem Projektionsmechanismus. „Ich habe selber oft Theologen erlebt, die sich morgens in Vorlesungen oder in Artikeln extrem homophob geäußert haben, die gesagt haben, sie würden sich am liebsten beim CSD mit einem Maschinengewehr an den Straßenrand stellen und alle niederknallen. Die gleichen Leute habe ich dann abends in Schwulenbars getroffen. Wenn man sie darauf angesprochen hat, kam oft: „Ich bin doch nicht schwul!“ Das sei etwas ganz anderes.“, so Berger in dem Interview mit „FRESH“. (Quellen: PRIDE1/td; Fresh)

Wenn aus Christina wieder Christopher wird

Nach heftiger Kritik bleibt der CSD in München jetzt doch männlich. Um die Sichtbarkeit von Lesben hervorzuheben, sollte der CSD München in diesem Jahr zum „Christina Street Day“ umbenannt werden. (GAYS.DE berichtete)

Das sorgte in der schwul-lesbischen Szene für heftigen Widerstand. Um die Auseinandersetzung zu entschärfen, haben sich die Organisatoren jetzt entschlossen, es beim Christopher Street Day zu belassen. Der lesbische Schwerpunkt soll jetzt über ein neues Motto und Veranstaltungen transportiert werden.

In den Medien ist  immer wieder von der „Schwulenparade” die Rede, die durchs „Schwulenviertel” zieht. Auch bei politischen Themen, die Lesben und Schwule gemeinsam betreffen, sei das so: Es werde beispielsweise über die „Schwulenehe” gesprochen oder darüber, dass Schwule nicht adoptieren dürfen. Lesben würden meist ignoriert, so die CSD-Organisatoren.

So wurde die Idee geboren, den CSD in diesem Jahr als „Christina Street Day“ auszuschreiben. In einer Pressemitteilung legen die CSD-Organisatoren Wert auf die Feststellung, dass diese Idee von einem schwulen Mann stamme. „Der „Etikettenwechsel” nur für dieses Jahr hat dann aber neben Zustimmung und sachlich konstruktiver Kritik auch zu heftigen Diskussionen und offener Ablehnung in der Szene geführt – auf unterschiedlichem Niveau und bei bedenklicher Aggressivität, […]“, heißt es weiter.

„Durch die Diskussionen konnten wir erfreut zur Kenntnis nehmen, dass die historischen Stonewall-Unruhen und der Christopher Street Day für viele immer noch enorm identitätsstiftend sind. Die einmalige Umbenennung ist deshalb nicht vermittelbar. Es macht keinen Sinn, sich weiter um einen Namen zu streiten, Grabenkämpfe zu führen und die Szene zu entzweien. Schließlich sind wir in München doch mit der schwul-lesbischen Zusammenarbeit, die jetzt mancher Kritiker in Frage stellt, schon viel weiter.”, erklärt Thomas Niederbühl, politischer Sprecher des CSD München.

„Natürlich gibt es soziale Unterschiede zwischen Schwulen und Lesben – und manchmal Kommunikationsprobleme”, räumt Niederbühl ein, „aber die gemeinsame Arbeit hat sich hervorragend entwickelt. Umso mehr hat es uns erschreckt, wie die Debatte um den Namen auch mit massiver verbaler Gewalt, Abwertung, persönlichen Angriffen und großer Lesbenfeindlichkeit geführt wurde.“, so Niederbühl weiter. Die Sichtbarkeit von Lesben solle aber nach wie vor Schwerpunktthema des diesjährigen CSD in der bayrischen Landeshautpstadt bleiben. „Die CSD-Veranstaltungen in der Pride Week sind dann eine gute Gelegenheit, gemeinsam über unsere Community und schwul-lesbische Solidarität nachzudenken – gerade mit denen, für die diese nicht selbstverständlich ist.”“, so Niederbühl abschließend. (Quellen: PRIDE1/td; CSD München)

Eine Übersicht über alle Veranstaltungen zum Christopher Street Day in Eurer Gegend findet Ihr im GAYS.DE CSD und Pride Guide.

Justin Bieber philosophiert über Homosexualität

Teeniestar Justin Bieber sorgt mit Aussagen in einem Interview für Irritationen in der Gay-Szene. Nach einer Meldung des Infomagazins „GGG.at“ soll Bieber dem Magazin „Rolling Stone“ in einem Interview gesagt haben, dass er Homosexualität für eine „ freie Entscheidung eines jeden einzelnen halte“. Es würde ihn nicht betreffen und sollte auch sonst niemanden betreffen, so Bieber weiter. Mit diesen Aussagen spricht Justin Bieber ähnlich über Homosexualität, wie es viele, meist radikale Christen auch machen, die Homosexualität nicht genetisch bedingt sehen, sondern für eine frei gewählte Lebensform halten.

Justin Bieber selbst muss sich immer wieder mit Gerüchten über seine angeblich eigene Situation auseinandersetzen. Seine eigene Nagellack-Glitzerkollektion heizte dabei die Spekulationen zusätzlich an. (Quelle: PRIDE1.de/hg)

Nun muss für Sex doch bezahlt werden!

Auf dem Straßenstrich oder dementsprechenden Etablissements muss man(n) schon immer für sexuelle Dienstleistungen zahlen – Das ist also nichts Neues. Neu ist auch nicht, dass Lokale, die Besuchern die Gelegenheit bieten, sexuelle Handlungen miteinander zu vollziehen in einigen Städten Nordrhein-Westfalens eine Vergnügungssteuer abführen müssen. Köln muss seit 2004 damit leben, Essen weiß wovon wir berichten und auch in Duisburg kennt man sich seit kurzem mit den „Abgaben“ aus.

Neu ist aber, dass nun auch die Dortmunder tiefer in die Tasche greifen müssen. Nach Informationen der Stadt erhofft man so die Stadtkasse um mehr als 700.000 Euro im Jahr 2011 zu füllen. Neues ist eben nicht für jeden schlecht. Für diejenigen, die von den Mehrkosten betroffen sind, sieht das anders aus. In Dortmund sind das vor allem Einrichtungen der Szene. Auch wenn innerhalb der schwulen Lokale, Saunen und Kinos keine Stricher ihre Dienste anbieten, werden die sexuellen Handlungen kostenpflichtig. Zumindest für die Inhaber der jeweiligen Lokalitäten. Diese müssen ab sofort 4,00 Euro pro angefangene zehn Quadratmeter entrichten und das obwohl sie keine finanziellen Mehreinnahmen haben werden. In den meisten Fällen wird dies bedeuten, dass mit veränderten Öffnungszeiten und erhöhten Eintrittspreisen zu rechnen ist. Innerhalb der Dortmunder Szene machen sich aber auch schon erste Spekulationen über die baldige Schließung einiger kleinerer Lokale breit. Wir sind gespannt und hoffen, dass die Szene gewinnen wird und keiner von der neuen Vergnügungssteuer verdrängt wird.

GAYVENTION wächst

Nach der erfolgreichen Messe im Terminal Tango des Hamburger Flughafens, findet die größte Messe für schwul-lesbischen Lifestyle -
GAYVENTION -  neben Hamburg erstmals in München statt. Im Gründungsjahr 2008 mit rund 64 Ausstellern gestartet, ist die Veranstaltung zur Leitmesse für Fachbesucher und Consumer herangewachsen.

Neuinnovationen, (Szene-)Promis und zahlreiche Highlights an den Messeständen – jedes Jahr kommen neue Höhepunkte hinzu. „Bis 2009 waren wir auf der Frankfurter Buchmesse, jetzt
freuen wir uns auf derGAYVENTION unsere Neuvorstellungen zu präsentieren. Dort sind wir näher an unserer Zielgruppe und Kollegen aus anderen Geschäftsbereichen“, kommentiert Achim
Albers. Der Geschäftsführer des Himmelstürmer Verlages nimmt am 12. und 13. März 2011 an der Messe in der Alten Kongresshalle Münchens sowie am 26. und 27. März 2011 im Terminal
Tango des Flughafen Hamburgs teil.

Tickets für die Messe sind ab sofort zum reduzierten Preis von nur 5,00 € erhältlich. Auf der Webseite der GAYVENTION sind auch die offiziellen Vorverkaufsstellen
gelistet. „Wir empfehlen Tickets für die große Messeparty bereits im Vorfeld zu reservieren“, rät Veranstalter Johannes Bockmann. Die Messeparty findet in München direkt in der Alten Kongresshalle statt. Für die beliebte Messeparty stehen in Hamburg erstmals die schönen Parlamentsräumen des Rathauses zur Verfügung.

Szenespecial: Die Qual der Wahl

Es ist wieder soweit: Die Wahl zur besten Szene Bar, dem besten Barkeeper des Jahres und der besten Party hat begonnen. In der aktuellen rik, dem SzeneMagazin für Köln und das Rheinland werden die in zehn Kategorien eingeteilten Nominierten vorgestellt. Der Goldene rik 2010 wird neben den bereits erwähnten Rubriken auch an die beste Cruising-Location und das erfolgreichste Event vergeben. Entschieden werden muss sich unter anderem zwischen dem Christopher Street Day, den Gay Games und dem Fantasypride. Zudem kann für den angesagtesten DJ der Szene und die beste Alternative des Jahres gevotet werden.

Wie auch in den vergangenen Jahren sucht die rik selbst das beliebteste Cover des Jahres und möchte wissen, welches Kultur-Event die Szene in diesem Jahr am liebsten besuchte. Gleich drei Veranstaltungen der Gay Games Cologne sind nominiert.  Auch die Suche nach der Szene-Persönlichkeit des Jahres ist wieder eine der Kategorien.

Wer an der Wahl zum Goldenen rik 2010 teilnehmen möchte kann dies online. Unter allen Teilnehmern werden interessante Preise verlost.

Coming out – Liebe, Vorurteile und Tabus

Als Philipp und Matthias aufeinander treffen, scheint sich einiges zu verändern. Nichts ist mehr, wie es war. Das bisherige Leben bricht auseinander, ein neuer Abschnitt beginnt. Erlebtes hinter sich lassen, die Vergangenheit im Guten behalten. Nicht vergessen. Das Neue erleben und genießen. Und anfangen zu bekennen…

Nein, ich möchte euch nicht mit einer neuen Geschichte zum Coming out langweilen. Es geht  um einen Film von Heiner Carow. Der DDR-Filmemacher setzte sich gegen das Regime durch und schaffte mit „Coming out“ das erste und einzige Werk, welches sich bewusst und provozierend mit dem Thema Homosexualität auseinandersetzt. Ein großes Tabuthema zu DDR-Zeiten. Sieben Jahre hat es gedauert, bis der Film abgedreht und seine Premiere im Berliner Kino International feiern konnte. Kurz vor dem Fall der Mauer, am 9. November 1989, war es soweit. Das Interesse der Bevölkerung war groß: Gleich zwei Vorstellungen mussten angesetzt werden, um den Zuschaueransturm bewältigen zu können. Ein Jahr später wurde Carow mit dem Silbernen Bären auf der Berlinale ausgezeichnet. „Coming out“ lief gestern im MDR-Fernsehen und hat mich überzeugt.

Homosexuelles Leben war in der ehemaligen DDR alles andere als normal. Dennoch gab es eine schwule Szene, schwules Leben und auch langjährige Partnerschaften – Nur darüber zu sprechen. Galt allein schon als tabu. Eben dies ist in „Coming out“ auf eindrucksvolle Weise umgesetzt worden. Carow ist mit seinem Team direkt in die Ost-Berliner Szene gegangen und hat vor Ort die Realität der Zeit eingefangen. Skurrile Gestalten kreuzen den Weg von Philipp und alles nimmt seinen Lauf. Er begegnet Matthias und fühlt sich sofort zu dem jungen Mann hingezogen. Er begreift, dass er sich seinen Neigungen stellen muss und den Vorurteilen der Gesellschaft stellen muss. Seine Liaison zu Tanja kann nicht weiter gehen, auch wenn er mit ihr ein Kind erwartet. Die Phase der Selbstfindung beginnt und wird von großen Gewissenbissen begleitet.

Philipp sammelt sich, er zieht sich zurück und die neue Einsamkeit bring Klarheit in sein Leben. Er begreift, outet sich und steht zu sich. Er ordnet sein Leben neu und nimmt seine neuen Empfindungen an. Doch einfach ist es nicht, denn da sind noch seine Mutter und Tanja.

Auch wenn der Film schon ein paar Tage alt ist, die Geschichte von Philipp ist eine von vielen und in wohl jede Zeit zu transportieren. Die Vorurteile der Gesellschaft sind allgegenwärtig und die Toleranz gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren noch immer nicht auf den Niveau, wie es sich Schwule und Lesben in der ganzen Welt wünschen.